Gremium bringt Aktion gegen Rechts zum vorläufigen Abschluss

Personalwechsel beim Jugendkreistag

Rechtsrock-Konzerte und die Ausstattung der Schulen waren Themen, mit
denen sich die Mitglieder des Jugendkreistages auf ihrer jüngsten
Sitzung beschäftigt haben. Außerdem konnten sieben neue Mitglieder
begrüßt werden.

Haldensleben l Bei der Sitzung des Jugendkreistages des Landkreises Börde war Rechtsradikalismus ein wichtiges Thema. Weiterhin besprachen die 24 Mitglieder die Ausstattung ihrer Schulen und begrüßten sieben neue Mitglieder.

Das politische Engagement der Schüler macht nicht vor grundsätzlichen politischen Problemen halt: Eine Arbeitsgruppe des Gremiums hatte eine Unterschriftenaktion gestartet, die gegen den Verkauf des Schlosses Groß Germersleben an den Neonazi-Konzertveranstalter Oliver Malina aufruft. Dabei sammelten sie 1810 Unterschriften, die sie Landrat Hans Walker und Kreistagsvorsitzendem Karl-Heinz Daehre auf der Sitzung überreichen wollten. Diese sagten ihre Teilnahme jedoch kurzfristig ab und nahmen die Unterschriften stattdessen im Vorfeld der Sitzung entgegen. Felix Wendt vom Kurfürst-Joachim-Friedrich-Gymnasium in Wolmirstedt sprach für die Arbeitsgruppe "Aktion gegen Rechts" und zeigte sich mit der Aktion zufrieden, sah aber Verbesserungspotenzial: "Im Landkreis gibt es an die 10000 Schüler, von denen die jüngeren schwer für das Thema zu erreichen sind".

Zur Auswertung der Unterschriftensammlung informierten sich die Jugendlichen mit einem Vortrag von Martin Burgdorf vom Verein "Miteinander". Burgdorff stellte darin die Entwicklung der Rechtsrock-Szene dar. Darin erfuhren die Schüler, welche Strukturen hinter den Konzerten und CD-Veröffentlichungen stehen und wie sich die Mitglieder der rechten Szene bei Subkulturen, wie Hardcore-Punk, Heavy Metal und sogar Hip Hop bedienen, um ein Publikum jenseits der rechten Szene zu erreichen.

Ein weiteres Thema der Sitzung war die Ausstattung der Schulen im Landkreis, zu der das Gremium Empfehlungen an die Fachdienste "Schule und Kultur" und "Gebäudemanagement" abgeben kann. Die Schüler besprachen, welche Gymnasien und Realschulen ihre Computer-Räume, Versuchslabore oder Sportgeräte erneuert haben oder wie das Ausbleiben von Erneuerungen gerechtfertigt werde.

Die Nachwuchs-Politiker haben sieben neue Mitglieder in den Jugendkreistag aufnehmen können, die das Ehrenamt von Schülern ihrer Schulen übernahmen. Wenn sie es selbst nicht mehr ausfüllen konnten, weil sie die Altersobergrenze von 17 Jahren überschritten haben, oder für ihre Ausbildung weiterziehen mussten, übergaben die ehemaligen Mitglieder des Jugendkreistages ihr Mandat an jüngere Nachfolger.

Felix Schmidt vom Haldensleber Förster-Gymnasium erhofft sich mehr Engagement für den Jugendkreistag: "Wir haben im letzten Jahr über 50 Schüler auf unserer konstituierenden Sitzung gehabt, heute sind wir nur noch 34. Damit ist klar, dass wir noch viel dafür tun müssen, um das Engagement für den Jugendkreistag unter den Schülern zu verstärken."

Vielleicht, so hofft Felix, melden sich bis zur nächsten Sitzung am 20. Februar 2014 ja ein paar neue Schüler bei ihren Schulleitern, um dem Gremium beizutreten.