Bauvorhaben

Pläne für das Osterwiecker Feuerwehrhaus

Im Umweltausschuss des Stadtrates Osterwieck ist erneut über den Bau des neuen Feuerwehrgeräthauses debattiert worden. Nach einer umstrittenen Abstimmung im Bauausschuss diskutierte der Umweltausschuss nicht nur die eigentlichen Baupläne.

Von Mario Heinicke
Die Zeichnung des Planungsrings Wernigerode zeigt, wie das Gebäude am Ende der Erschließungsstraße in das Gewerbegebiet Lüttgenröder Straße eingepasst werden soll.
Die Zeichnung des Planungsrings Wernigerode zeigt, wie das Gebäude am Ende der Erschließungsstraße in das Gewerbegebiet Lüttgenröder Straße eingepasst werden soll. Foto: Mario Heinicke

Osterwieck - Ob das neue Osterwiecker Feuerwehrhaus wirklich wie bisher geplant an der Lüttgenröder Straße oder, wie der Bauausschuss votiert, in der Bahnhofstraße entsteht, wird der Stadtrat erst am 8. Juli entscheiden (Volksstimme berichtete). Unabhängig davon sind die Planungen für das Innenleben Gebäudes vorangeschritten. Im Bauausschuss erläuterte Anja Klein vom Büro Planungsring Wernigerode Änderungen, die im Vergleich zu einer früheren Planung eingearbeitet worden sind. Im Innern des 71 Meter langen Gebäudes wurden Raumgrößen verändert. Ein größeres Lager, eine größere Kleiderkammer. Räume für Kinder- und Jugendbetreuung wurden zusammengelegt. Zwei Büros sind dazugekommen. Grundlage waren Abstimmungen mit Stadt, Feuerwehr und Land.

Der Flächenbedarf draußen ist mit nun über 6.000 Quadratmetern etwas größer geworden, bedingt durch mehr Pkw-Stellplätze. Nämlich 45 für die Einsatzkräfte und weitere 20 für Lehrgangsteilnehmer.

Kein besserer Standort als im Gewerbegebiet

Beschäftigte sich der Bauausschuss mit dem Feuerwehrhaus, so tat das am Folgetag auch der Umweltausschuss des Stadtrates. Dieser setzt sich aus überwiegend anderen Abgeordneten zusammen. Hier wurde vor allem hinterfragt, warum der Bauausschuss mehrheitlich für den Standort Bahnhofstraße votiert hatte. Zumal das Planungsbüro den alternativen Standort in seiner Untersuchung nur als bedingt geeignet eingeschätzt hatte.

So unterstrich Rathaus-Fachbereichsleiter Detlef Schönfeld seinen Standpunkt, dass es kein besseres Grundstück im Ort gebe als im Gewerbegebiet Lüttgenröder Straße. Das habe auch die Standortanalyse ergeben, die auf Antrag von drei Abgeordneten aus allen drei Fraktionen vorgenommen worden war. Problem in der Bahnhofstraße sei insbesondere der Verkehr. „Ich hoffe, dass der Stadtrat die Lüttgenröder Straße bestätigt. Es ist der vorteilhafteste Standort“, betonte Detlef Schönfeld.

Votum überzeugt nicht

Der Bau des Feuerwehrhauses soll unter Einbeziehung von Fördermitteln im nächsten Jahr beginnen. Die Zeit drängt, weil die Stadt Ende 2022 ein Drehleiterfahrzeug ausgeliefert bekommt, das dort untergestellt werden soll.

„Mir bereitet Bauchschmerzen, dass sich im Bauausschuss keine Mehrheit gefunden hat für die Lüttgenröder Straße“, erklärte Alexander Räuscher (CDU). Er fragte nach den Argumenten. Es habe keine überzeugenden Argumente gegeben, antwortete Ausschussvorsitzender Martin Brasche (WG Bühne), der am Vorabend auch im Gremium gesessen hatte. Die Nachteile hätten im Ergebnis der Analyse klar überwogen. „Dagegen spricht zum Beispiel, dass das Grundstück erst mal hergerichtet werden muss“, erklärte er. Es ist nicht baureif. „Mich überzeugt das Votum vom Bauausschuss nicht“, stellte Räuscher fest.

Stadtrat muss entscheiden

„Wir hatten in der Fraktion über den Antrag gesprochen“, berichtete Rüdiger Seetge (Die Linke). Dessen Anliegen sei es gewesen, die Vor- und Nachteile auch für die Stadtentwicklung zu vergleichen. Im Ergebnis sollte das Beste für die Feuerwehr umgesetzt werden. Martin Brasche stellte dazu fest, dass in der Analyse vier Vorteilen 20 Nachteile gegenüberstehen würden.

„Die Feuerwehr muss ja später dort arbeiten“, betonte schließlich Tobias Kruse (WG Veltheim). „Wenn die Feuerwehr den Standort Lüttgenröder Straße haben will, dann soll sie ihn auch kriegen. Oder wollen wir über die Köpfe der Feuerwehr hinweg entscheiden?“

Die Entscheidung fällt also am 8. Juli im Stadtrat.

Eine dreidimensionale Darstellung des künftigen Osterwiecker Feuerwehrhauses, hergestellt von Planungsring Wernigerode.
Eine dreidimensionale Darstellung des künftigen Osterwiecker Feuerwehrhauses, hergestellt von Planungsring Wernigerode.
Foto: Mario Heinicke