Diabetes-Selbsthilfegruppe Osterwieck

Reden hilft und bringt auf andere Gedanken

Von Mario Heinicke

Zu einem Sommerfest traf sich die Osterwiecker Diabetes-Selbsthilfegruppe vergangene Woche im Skulpturengarten des Vereinshauses Schäfers Hof. Seit fünf Jahren gibt es diese Gruppe, die von Renate Beermann geleitet wird.

Osterwieck. Sommerlich war das Wetter zwar nicht, aber es blieb wenigstens trocken, um einen schönen Nachmittag im Grün des Skulpturengartens verleben zu können. Auch Angehörige der Diabetiker sowie Mitglieder des Trauercafés folgten der Einladung zum gemütlichen Beisammensein. Eine große Gruppe kam so zusammen. Normalerweise nehmen an den monatlichen Treffen der Selbsthilfegruppe um die 15 Frauen und Männer teil. Kuchen gab es übrigens auch. "Ein Stück Kuchen geht schon", sagte Renate Beermann, "aber nicht drei Stück. Es muss alles im Rahmen bleiben."

Es war im Jahr 2006, als Renate Beermann nach einem Besuch in einer Halberstädter Selbsthilfegruppe solch eine Gruppe auch in Osterwieck gründen wollte. Diabetiker gibt es schließlich überall. Die Resonanz auf ihren Aufruf war erfolgreich. "Wir reden hier über unsere Probleme, kommen durch unsere Treffen auch auf andere Gedanken", sagte Renate Beermann. Die Mitglieder möchten das nicht mehr missen. Bis aus Danstedt kommen die Diabetiker nach Osterwieck. Der Paritätische Wohlfahrtsverband steht der Gruppe zur Seite.

Dabei schmoren die Mitglieder nicht nur im eigenen Saft. Renate Beermann besuchte Lehrgänge, um solch eine Gruppe zu leiten. Gern gesehen sind Ärzte und Apotheker, die den Diabetikern Tipps geben oder über neue Forschungen berichten.

Auch Renate Beermann weiß, dass es viel mehr Diabetiker gibt, als zur Selbsthilfegruppe kommen. Viele Menschen wissen wahrscheinlich nicht mal, dass sie zuckerkrank sind. Wer trotz regelmäßigen Trinkens ständig durstig ist oder wer oft eine Taubheit in den Füßen verspürt, sollte sicherheitshalber beim Arzt einen Check vornehmen lassen, rät sie aus Erfahrung.

"Bei uns sind alles nette Leute", sagte Renate Beermann. Die Mitglieder wissen, was sie an ihrer Leiterin haben. Als sie im Herbst krank wurde, stand die Selbsthilfegruppe ihr zur Seite, besuchte sie. Nun geht es ihr wieder besser, nach einer Pause finden seit April wieder allmonatlich die Treffen der Selbsthilfegruppe statt. Weitere Interessenten sind stets willkommen.