Halberstadt/Schachdorf  Ströbeck l Mit einem Grundsatzbeschluss zur Vermeidung einer Planung und Ansiedlung von Windkrafträdern beschäftigte sich während seiner jüngsten Sitzung der Stadtentwicklungsausschuss Halberstadt. Hintergrund dafür ist ein Projekt zur Errichtung einer Windkraftanlage im Umfeld des Schachdorfes Ströbeck. Dort könnten mehrere bis zu 245 Meter hohe Anlagen entstehen. Das soll verhindert werden. Der Ortschaftsrat Ströbeck hat sich bereits gegen das Vorhaben ausgesprochen.

In der Begründung macht die Stadtverwaltung Halberstadt darauf aufmerksam, dass die Kommune wie andere Städte und Dörfer im Gebiet des nördlichen Harzrandes auch, seit 1990 die Ansiedlung von raumbedeutenden Windkraftanlagen vermieden habe, um den Charme der Landschaft zu schützen. Das Landschaftsbild sei ein Schutzgut, die erlebbare Landschaft zeichne sich dadurch aus, dass sie nicht durch störende Infrastruktureinrichtungen und damit relativ unzerschnitten erlebbar sei. Die Verwaltung weist darauf hin, die Bemühungen zur Erhöhung des Anteiles erneuerbarer Energien zu unterstützen und verweist darauf, dass schon mehrere Solarparks auf dem Stadtgebiet entstanden sind beziehungsweise entstehen. Darin sehe man auch weiterhin den Schwerpunkt der Energiegewinnung.

Ablehnung

Die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses folgten den Argumenten und votierten einstimmig für den Beschluss zur Vermeidung weiterer Windenergieanlagen.

Ströbecks Ortsbürgermeister Jens Müller, der für die SPD auch im Stadtrat Halberstadt sitzt, machte kürzlich die Stadt auf das große Solarenergiepotenzial auf den Dächern der kommunalen Gebäude aufmerksam und kritisierte, dass er darauf von der Verwaltung noch keine Antwort erhalten habe. Auf Volksstimme-Nachfrage heißt es dazu aus dem Rathaus: „Ein Konzept zum Thema Solardächer auf kommunalen Gebäuden gibt es nicht. Jedoch nimmt der zuständige Fachbereich, sofern kommunale Gebäude saniert werden müssen, jeweils Kontakt zu den Halberstadtwerken auf, um die Frage regenerative Energiegewinnung abzustimmen. Dies erfolgt mit einem zeitlichen Vorlauf, sodass die Halberstadtwerke dies auch in ihrer Investitionsplanung berücksichtigen können.“