Halberstadt l Peter John hat ganze Arbeit geleistet. Dass das Zifferblatt aus einem gut einen Quadratmeter großen Edelstahlblech gefertigt wurde, man mag es kaum glauben, angesichts des filigranen Minutenkranzes. Jeder Steg ist „übriggeblieben“. Der viele Jahre als Anleiter in der Metallwerkstatt des Klosters tätige Halberstädter hat in seiner Werkstatt sorgsam gebohrt, gesägt und gefeilt. Viele Stunden seines Ruhestands hat er dafür aufgewandt, er konnte Detlef Rutzen diese Bitte einfach nicht abschlagen.

Überhaupt ist diese Uhr ein sichtbares Zeichen gemeinschaftlichen Engagements. „Ohne Spender hätten wir das gesamte vorhaben nicht finanzieren können“, sagte Christiane Müller, wie Rutzen, als Geschäftsführer der AWZ GmbH tätig. Das gemeinnützige Tochterunternehmen der AWZ ist Träger der Berufsorientierungs- und Trainingsangebote im Burchardikloster. Und so wundert es nicht, dass viele Akteure am Projekt Turmuhr beteiligt waren.

Zeiger in "Klosterrot"

Neben Peter John war das Jörg Sischka, der für die erforderliche Elektroanlage sorgte. Axel Jordan arbeitete mit Teilnehmern einer Trainingsmaßnahme die Hölzer für die Schallluken neben der Uhr sowie die Holzfenster für den Nordflügel des Torhauses auf. „Die Fenster entsprechen keiner heute geforderten Wärmedämmung- oder Schallschutzvorgabe, aber sie ersetzen endlich die hässlichen Bretter, die vorher die Fensteröffnungen verschlossen hatten“, sagte Detlef Rutzen. Das dunkle Rot der Fensterrahmen findet sich übrigens auch in der benachbarten Turmuhr wieder. Im Kontrast zur schwarzen Pulverbeschichtung des Zifferblattes sind die Zeiger im schicken „Klosterrot“ gehalten, wie es Detlef Rutzen nennt.

Dass die Uhr Mitarbeitern der im Kloster ansässigen Einrichtungen und deren Besuchern wieder zeigt, wie spät es ist, ist der Arbeit von Michael Hohmann zu verdanken. Der Uhrmacher hatte sich darum gekümmert, dass hinter dem Ziffernblatt eine funktionsfähige Turmuhr steckt. „Aber eine moderne“, sagt der Halberstädter, „die elektrisch läuft und sich auch bei der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit automatisch stellt.“ Deshalb war die Stromversorgung oben unterm Dach des Torhauses wichtig. Für die gibt es einen zweiten Grund: schließlich soll noch ein Schlagwerk seinen Platz an der Uhr finden. „Aber das wird ein zweiter Bauabschnitt werden“, blickt Detlef Rutzen voraus, der allen am ersten Abschnitt Beteiligten für deren Einsatz ebenso dankbar ist wie all jenen, die die erforderlichen 3500 Euro an Spenden aufbrachten.

Zuversicht

Das Schlagwerk ist bereits in Arbeit – ein alter Puffer eines Eisenbahnwaggons wurde bereits aufgearbeitet. Noch muss an der Aufhängung getüftelt werden, bevor die Metallhülse als Stundenglocke dienen kann. „Das bisschen Technik bekommen wir auch noch hin, oder?“, so Detlef Rutzen augenzwinkernd zu Peter John, als das weiße Laken von der Turmuhr gezogen wurde.