Halberstadt/Klein  Quenstedt l Überrascht stehen Wanderer neuerdings vor Klusfelsen und Teufelsstuhl. Vom Wanderweg aus war die beeindruckende Felsformation im Süden Halberstadts bis vor Kurzem nicht zu sehen. Über Jahrzehnte hatte sich ein grünes Tuch von Bäumen und dichtem Buschwerk über diese einmalige, an das Elbsandsteingebirge erinnernde Landschaft gelegt. Dank einer ­Initiative des ­Regionalverbandes Harz konnte das Juwel freigelegt werden. Das Naturdenkmal ist am Mittwoch offiziell als Geo-Punkt im Unesco-Geopark Harz-Braunschweiger Land-Ostfalen mit einer Informationstafel geadelt worden.

Sachsen-Anhalts Umweltministerin Claudia Dalbert (Bündnis90/Die Grünen), Landrat Martin Skiebe (CDU), Oberbürgermeister Andreas Henke (Linke) und Dr. Klaus George, Geschäftsführer des Regionalverbandes Harz, haben den neuen Geo-Punkt Klusfelsen eingeweiht.

20.000 Euro hat der Regionalverband Harz zur Finanzierung des Projekts aus dem Umweltsofortprogramm Sachsen-Anhalts erhalten, das im März dieses Jahres aufgelegt wurde. „Insgesamt zehn Millionen Euro haben wir für 139 Projekte zur Verfügung gestellt. Der Klusfelsen, der dazu gehört, ist eine beeindruckende Formation, die man nun wieder sehen kann“, sagte Claudia Dalbert.

Gefahr für Wanderer

Auf einer etwa einen Hek­tar umfassenden Fläche haben im Oktober Mitarbeiter eines Forstunternehmens unter anderem Kiefern und Pappeln gefällt beziehungsweise Buschwerk entfernt. Insbesondere am Nordhang des Klusfelsens und auf dem Felsplateau drohten die Baumwurzeln die Sand­steinformationen zu sprengen. Dort war bereits Felsabbruch zu beo­bachten. Damit war die Gefahr für die Wanderer gewachsen, dass sie von herabstürzenden Felsen verletzt werden.

„Wir besitzen im Landkreis Harz interessante Landschaften, zu denen die Klusberge in Halberstadt gehören“, stellte Landrat Martin Skiebe fest. Er dankte dem Regionalverband, dass dieser Schatz bewahrt wird und dass er die Besonderheiten über die Grenzen des Landkreises hinaus bekannt macht.

Keine Kritik für Fällungen

Begeistert zeigte sich Oberbürgermeister Andreas Henke. Dass das Projekt von den Halberstädtern begrüßt wird, zeigt allein der Fakt, dass es keine Kritik zu den umfangreichen Baumfällarbeiten gegeben habe. „Die Halberstädter sind Baum-affin und regen sich ansonsten sofort auf. In diesem Fall überhaupt nicht“, so Andreas Henke. Seit Genera­tionen hätten die Bürger die Sicht auf die Berge geschätzt, jetzt haben sie sie zurückbekommen. „Das ist auch Knut Schneider zu verdanken, der sich über Jahre ­dafür eingesetzt hat.“

Geld aus dem Umweltsofortprogramm gab es außerdem für ein Projekt in Klein Quenstedt. 36 ältere und jüngere Kopfweiden wurden am Assebachweg zwischen Klein Quenstedt und Groß Quenstedt zurückgeschnitten. Der Regionalverband Harz erhielt dafür ebenfalls 20.000 Euro. Der Baumbestand war dort gefährdet, weil die bis zu 80 Jahre alten Bäume seit mehr als 15 Jahren keinen Pflegeschnitt mehr erhalten hatten. Claudia Dalbert, Klaus George, Andreas Henke und Ortsbürgermeister Hubertus Baer (CDU) weihten dort ebenfalls eine Info-Tafel ein.