Sommerferien

Wegelebens Jugendbetreuerin im Einsatz

Langweilig wird es den Kindern in den Sommerferien in Wegeleben bestimmt nicht. Denn Jugendbetreuerin Bettina Wloch hat sich für die sechs Wochen für jeden Tag ein umfangreiches Programm ausgedacht.

Von Stephanie Tantius
Ob Herbst- oder Sommerferien, Wegelebens Jugendbetreuerin Bettina Wloch überlegt sich immer ein abwechslungsreiches Programm für die Kinder aus Wegeleben und Umgebung. Dieses Foto wurde in den Herbstferien 2020 in Adersleben aufgenommen.
Ob Herbst- oder Sommerferien, Wegelebens Jugendbetreuerin Bettina Wloch überlegt sich immer ein abwechslungsreiches Programm für die Kinder aus Wegeleben und Umgebung. Dieses Foto wurde in den Herbstferien 2020 in Adersleben aufgenommen. Foto: Stephanie Tantius

Wegeleben - Vogelhausbau, Erste Hilfe-Training, Geländespiele, Specksteine bearbeiten T-Shirts bemalen und sogar einen eigenen Film drehen: bei diesem Ferienprogramm dürfte für jeden etwas dabei sein.

Los geht es mit dem Start der Ferien am Donnerstag, den 22. Juli. Gleich um 9.30 Uhr können sich sport- und spielbegeisterte Kinder am Park vor der Sporthalle in Wegeleben treffen. Nachmittags geht es dann gleich weiter. Von 14 bis 16 Uhr können sich die Jungen und Mädchen zum Spielen in Adersleben im Park treffen.

Insgesamt 38 Aktivitäten hat Bettina Wloch für den  22. Juli bis 1. September zusammengestellt. An manchen Tagen bietet sie sogar zweimal am Tag, morgens und nachmittags, Aktivitäten für die Kinder an.

Kinder sollen eigene Ideen mit einbringen

Wie lange hat es denn gedauert, um solch ein Programm aufzustellen? "Ach, das ist mittlerweile schon Routine", sagt Bettina Wloch bescheiden. Das gehe schnell, sagt sie. Bereits seit über 20 Jahren ist sie als Jugendbetreuerin bei der Stadt Wegeleben angestellt.

Diese Freizeitaktivitäten hat Bettina Wloch sich für die Jungen und Mädchen aus Wegeleben und Umgebung überlegt.
Diese Freizeitaktivitäten hat Bettina Wloch sich für die Jungen und Mädchen aus Wegeleben und Umgebung überlegt.
Foto: Stephanie Tantius

Anmelden bräuchten sich die Kinder zu den Ferienaktivitäten nicht. Außerdem seien die Angebote fast alle kostenlos. Aber kommen dann nicht manchmal sehr viele, vielleicht sogar zu viele Kinder zu einem Termin? Eigentlich nicht, sagt Bettina Wloch. Das verteilt sich gut.

Denn die Jungen und Mädchen, so berichtet sie, würden sich das aussuchen, was ihnen gefällt. Manche nehmen nur die Bastelangebote wahr, andere kämen nur zu den Geländespielen. Je nachdem wie viele Kinder kommen und wie alt diese sind, entscheide sich oftmals, wie herausfordernd die Geländespiele werden.

Sie habe es auch gern, so Wloch, wenn die Kinder selbst aktiv werden, ihre Gedanken einbringen und Vorschläge zu Spielen machen. Dafür sei sie immer offen und würde sich nach den Wünschen der Kinder richten, sagt die Jugendbetreuerin.

Erste-Hilfe-Kurs: Notruf absetzen wird geübt

Die Zahl ist beachtlich, die jährlich an den Freizeitaktivitäten des Sommerprogramms teilnehmen: ungefähr 80 Kinder nehmen verteilt über die sechs Wochen ihr Ferienangebot wahr, berichtet Bettina Wloch.

Das erste Hilfe Training biete sie regelmäßig und meist zu Beginn der Sommerferien an. Eine Fachfrau, die früher beim Deutschen Roten Kreuz erste Hilfe Kurse gegeben habe, komme am Montag, den 26. Juli nach Rodersdorf ins Kulturhaus. Dann werde zum Beispiel mit den Kindern geübt, per Telefon den Notruf abzusetzen wenn zum Beispiel etwas auf dem Spielplatz passiert. Einige Ferienaktivitäten gestalte sie auch gemeinsam mit der Schulsozialarbeiterin Anne Weißenborn der Wegeleber Grundschule.

Eine Jugendbetreuerin in einer Stadt zu haben, ist nicht selbstverständlich, sagt Bettina Wloch. Es gebe jedoch in anderen Orten, andere Formen der Jugendbetreuung wie zum Beispiel die Streetworker oder die Zora in Halberstadt.

Früher mit dem Fahrrad von Halberstadt nach Wegeleben gefahren

Angefangen habe sie am 1. August 1997 über eine ABM (Arbeitsbeschaffungsmaßnahme)-Stelle als Jugendbetreuerin der Stadt Wegeleben. Eigentlich sei sie ausgebildeter Meister für Maschinen- und Anlageninstandhaltung. Die ABM-Stelle bekommen habe sie, weil sie schon früher als Übungsleiter im Kinder- und Jugendbereich gearbeitet habe, berichtet sie.

Als sie als Jugendbetreuerin anfing, habe sie auch noch gar kein Auto gehabt, blickt sie zurück. Da sei sie die rund 12 Kilometer von Halberstadt nach Wegeleben mit dem Rad gefahren. Manchmal sei sie bis zu 50 Kilometer am Tag gefahren, da sie ja auch zu den einzelnen Ortsteilen Adersleben, Deesdorf und Rodersdorf der Stadt Wegeleben gefahren sei. „Jugendarbeit hält halt fit“, sagt sie und lacht.

Irgendwann jedoch sei ihr das Fahrrad vor der Haustür in Halberstadt geklaut worden. Da Winter gewesen sei, habe sie sich dann ein gebrauchtes Auto gekauft. Und wenn man einmal mit dem Auto angefangen hat, dann wird man bequem, so Bettina Wloch.

Nun freue sie sich auf die sechs Wochen Ferien, die sie gemeinsam mit den Kindern verbringen darf. Das Programm dazu habe sie in der Schule, im Rathaus, beim Zahnarzt und der Post ausgelegt. Aber, so sagt Wegelebens Jugendbetreuerin, meistens wissen die Kinder schon, wo ich anzutreffen bin.

Bettina Wloch ist seit fast 25 Jahren als Jugendbetreuerin im Einsatz.
Bettina Wloch ist seit fast 25 Jahren als Jugendbetreuerin im Einsatz.
Foto: Stephanie Tantius