Wernigerode l Geschick und ein gutes Augenmaß bescherten Kilian Dewitz 92 von möglichen 100 Punkten. Damit ist er der beste Zimmerer in Sachsen-Anhalt. Beim Wettbewerb „Profis leisten was“ im Wernigeröder Berufsbildungszentrum Bau (BBZ-Bau) stellten sich ab 8 Uhr die Teilnehmer den Anforderungen der Jury.

Die Zimmerer mussten innerhalb von acht Stunden Gratsparren herstellen. Das sind Balken, die für Hausecken benötigt werden. Aus diesen Balken fertigten dann die jungen Fachleute im BBZ-Bau zur Veranschaulichung eine sogenannte Vorbaukonstruktion an. „Das Handwerk hat mir schon immer Spaß gemacht - und so wollte ich diesen Beruf lernen. Außerdem wohne ich in einem Fachwerkhaus, da kann ich viel selber machen“, sagte Dewitz.

Kreativität

Bester Straßenbauer mit 90 Punkten wurde Constantin Reif aus Halle. Er pflasterte Steine nach einer Mustervorgabe. „Nach dem Abitur wollte ich einfach etwas Handwerkliches machen“, sagte Reif.

Bilder

Auch der Bereich Fliesen-, Platten- und Mosaikleger stand auf dem Plan. Hier siegte Eric Großmann (92 Punkte) aus Jessen, der für den Kammerbezirk Halle antrat. Der 20-Jährige sagte: „Beim Fliesenlegen kann man seine Kreativität entfalten. Und man sieht, was man geschafft hat.“

Verkaufsfähiges Produkt

Bewertungsmaßstäbe waren vor allem Qualität, Maßeinhaltung sowie die Umsetzung des vorgelegten Musters. „Wichtig ist außerdem, dass das angefertigte Produkt für den Kunden verkaufbar ist. Das entspricht der Praxis“, erklärte Peter Gesche. Er ist seit 2009 Leiter des BBZ-Bau am Standort Gießerweg.

Die Wettbewerbsteilnehmer haben in diesem Jahr ihre Ausbildung abgeschlossen, wobei die Note in Theorie und Praxis mindestens eine Zwei sein musste. Des Weiteren dürfen sie allerhöchstens 24 Jahre alt sein. Gesche: „Dieser Wettbewerb ist umfangreicher als eine Gesellenprüfung. Somit hat er einen hohen Stellenwert. Außerdem wird gezeigt, was man alles im Handwerksberuf erreichen kann.“

Insgesamt nahmen in Wernigerode sieben junge Handwerker aus Sachsen-Anhalt teil. Dieser Ausscheid ermittelt die besten jungen Handwerker ihres Fachs. Er findet jedes Jahr in Wernigerode oder in Halle/Saale statt.Die Besten ihrer Branche fahren im November nach Bad Zwischenahn (Niedersachsen) zum Bundeswettbewerb.

„Wer sich dort durchsetzt, kommt ins Nationalteam und kann bei Europa- oder Weltmeisterschaften teilnehmen“, betonte der BBZ-Leiter.