Halberstadt l Premiere in der Harzer Kreisstadt. In Halberstadt gibt es demnächst ein neues Ehrenamt: den Stadtjäger. Er kümmert sich um die wachsenden Probleme, die zwischen Menschen und Wildtieren entstehen, die immer mehr in den Städten und Dörfern zuhause sind. „Wir haben im Februar mit Oberbürgermeister Andreas Henke (Linke) gesprochen, um den Stadtjäger einzuführen und er unterstützt das“, informiert Jörg Matthies, Vorsitzender der Jägerschaft Halberstadt. Dieser Stadtjäger sei ein Experte, der mit Rat und Tat den Bürgern zur Seite steht.

Wildtiere erobern zunehmend das Stadtgebiet. Fuchs, Marder und Waschbären sowie Wildschweine und Rehe fühlen sich dort pudelwohl. Kein Wunder, die Stadt und auch die Dörfer bieten meist eine verlockende Speisekarte mit Essenresten in Müllcontainern und Papierkörben. Marder und Waschbär nisten sich in Wohnhäusern ein, wo es ihnen möglich gemacht wird. Konflikte sind unausweichlich. Die Halberstädter sowie die Bewohner der sieben Ortsteile sollen damit nicht alleingelassen werden, informiert Jörg Matthies. Viele Städte hätten gute Erfahrungen mit Stadt­jägern gemacht, die sich um die Probleme kümmern. „Den Fachmann dafür gibt es in Halberstadt bereits, es fehlt nur noch die offizielle Berufungsurkunde, die er vom Landkreis Harz bekommen soll“, so Jörg Matthies.

Das Ehrenamt übernimmt kein geringerer als Halberstadts Tierparkchef David Neubert. „Ich freue mich auf diese Aufgabe“, sagt der 32-Jährige, der 2018 nach Halberstadt kam und seitdem dem Tiergarten vorsteht. Er legte 2016 die Prüfung zum Jagdschein ab. Allerdings wird man ihn im Stadtgebiet mit dem Gewehr eher sehr selten beziehungsweise gar nicht sehen. Ohne vernünftigen Grund werde er nicht töten. Neubert ist über den Tiergarten telefonisch unter (0 39 41) 2 41 32 zu erreichen.