Hundisburg l Der Leiter vom Haus des Waldes, Stefan Heinzel, ist zufrieden. „Die Besucherzahlen sind im Vergleich zum vergangenen Jahr konstant geblieben. Insgesamt waren es 15 000, davon 12 500 hier in Hundisburg“, berichtet er. Die restlichen Besucher seien bei externen Veranstaltungen zusammen gekommen.

„Über zwei Drittel unserer Besucher sind Kinder und Jugendliche“, sagt Heinzel. Das liegt daran, dass das Haus des Waldes sowohl für Kindergartenkinder und Grundschüler, als auch für Schüler der neunten bis elften Klassen spezielle Waldführungen anbietet.

Kinder sollen den Wald spielerisch entdecken

Bei den jüngeren Kindern geht es dabei vor allem darum, den Wald zu erleben. Dafür gibt es den sogenannten „Sinneswandel“. „Dabei wird jeder der Sinne beansprucht, mal geht es darum, etwas zu riechen, dann darum, etwas zu hören“, erklärt Stefan Heinzel. Ziel sei es, den Kindern den Wald spielerisch näher zu bringen, sie mit Wald und der Natur generell vertraut zu machen.

Bei den älteren Schülern, speziell den elften Klassen, ist der Ausflug in den Wald Teil einer Projektarbeit. „Das ist in vielen Schulen bereits im Lehrplan verankert, ein fester Bestandteil“, sagt Heinzel. Es gebe einen Plan, bei dem das Ökosystem Wald besser kennengelernt werden soll. Wichtig ist Heinzel auch, dass die Schüler ein Gefühl dafür bekommen, wie äußere Einflüsse auf den Wald wirken.

Dass sich dieses Angebot lohnt, zeigt Heinzels Terminkalender. „Von Mitte März bis zu den Sommerferien sind wir nahezu komplett ausgebucht. So früh im Jahr war das noch nie der Fall.“

„Wir würden gerne auch den Herbst noch stärker für Führungen nutzen“, wünscht sich der Leiter des Haus des Waldes. „Zu Schuljahresbeginn haben wir noch einige Termine frei.“

Den Trend dazu, dass sich Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene von der Natur entfremden, sieht Heinzel zwar auch, gibt aber zu bedenken: „das ist in städtischen Gebieten stärker verbreitet, hier im ländlichen Raum, ist das Problem nicht so groß.“ Natürlich sei auch die Arbeit der Schulen und Kindergärten entscheidend. „Auch die Eltern sind wichtig, denn die Kinder möchten gerne zeigen, was sie im Wald geleistet haben“, sagt Heinzel.

Bei den Erwachsenen Besuchern erkennt Stefan Heinzel allerdings ein Problem. „Viele unserer Besucher haben die Ausstellung schon mehrfach gesehen, deswegen arbeiten wir gerade an einer Runderneuerung“, erklärt er. Ein Thema dafür steht bereits, Arbeitstitel „Streitfall Wald“.

Konsens für verschiedene Interessen finden

„Wir wollen zeigen, dass der Wald, je nach Interesse, viele verschiedene Möglichkeiten bietet“, sagt Heinzel. „Da gibt es beispielsweise die Menschen, die den Wald als Erholungsort wahrnehmen. Sie wollen nicht, dass er abgeholzt wird, doch das ist wiederum nötig, damit wir Holz zum Heizen und Bauen bekommen.“ Es gelte, für alle Interessensgebiete einen Konsens zu finden, sodass die verschiedenen Bedürfnisse alle getragen werden können. „Wir wollen nicht nur aufzeigen, welche unterschiedlichen Ansichten es zum Wald gibt, sondern auch Verständnis für diese schaffen“, sagt Heinzel. Um dies zu gewährleisten, wird es einiges an Planung brauchen. Angedacht ist, dass die neue Ausstellung im Jahr 2017 eröffnet werden kann. „Natürlich nur, wenn wir das Projekt bis dahin fertig durchdacht und finanziert haben.“ Dafür brauche es Spender und Sponsoren, ein Großteil wird der Förderverein vom Haus des Waldes zahlen.

Wer nicht bis dahin warten möchte, kann auch im Erwachsenenalter an einer Waldführung teilnehmen. „Für Erwachsene empfiehlt sich die Wildschweinrallye oder auch der Sinneswandel. Wir versuchen, immer eine Mischung aus Spaß und Lerneffekt zu bieten“, sagt Heinzel. Wer Interesse habe, könne sich beim Haus des Waldes melden. Dabei sollte es sich allerdings um eine nicht zu kleine Gruppe handeln. Auch in diesem Jahr werden im Haus des Waldes wieder Waldpädagogen ausgebildet. Außerdem findet das Treffen der forstlichen Waldpädagogikeinrichtungen in diesem Jahr erstmals in Sachsen-Anhalt, im Haus des Waldes in Hundisburg statt. Dies sei eine wichtige Veranstaltung, „denn auf uns Waldpädagogen kommt mehr Verantwortung zu, als vor ein paar Jahren“, erklärt Heinzel. Eine davon sei, bei den Waldführungen für die Sicherheit der Teilnehmer zu sorgen. „Wir müssen die Strecken, die wir gehen, genau prüfen, nicht dass ein lockerer Ast plötzlich runter stürzt“, sagt Stefan Heinzel.

Weitere Infos, Ferienaktionen und die Termine für 2016 sind auf der Internetseite www.hausdeswaldes.sachsen-anhalt.de zu finden.