Coronavirus

280 Zweitimpfungen im Drei-Minuten-Takt in Weferlingen

Von Carina Bosse
Damit es vorangeht mit dem Impfen fanden sich auch zur Zweiimpfung gestern und heute viele freiwillige und ehrenamtliche Helfer aus Weferlingen und Umgebung.
Damit es vorangeht mit dem Impfen fanden sich auch zur Zweiimpfung gestern und heute viele freiwillige und ehrenamtliche Helfer aus Weferlingen und Umgebung. Foto: Carina Bosse

Weferlingen

Zweimal 140 Impflinge erhalten im Haus der Generationen und Vereine in Weferlingen ihre Zweitimpfung. Alle Senioren über 80 Jahre, die sich am 25. und 26. März schon einmal piksen ließen, hatten gleich ihren zweiten Termin sechs Wochen später mit nach Hause genommen. Alle drei Minuten ist ein Senior bestellt. Viele werden von Angehörigen begleitet.

„Normalerweise kommen sie viel früher als bestellt“, berichtet Veronika Bernsdorf, die am Empfang die Chipkarten in den Computer einliest. Gleich neben ihr wird die Temperatur gemessen. Die meisten liegen unter 37 Grad Celsius, weil es draußen recht kühl ist. Mit Fieber darf nämlich nicht geimpft werden.

Kaum einer der erstmals Geimpften berichtete am Donnerstag von Beschwerden nach dem ersten Mal mit dem Biontech/Pfizer-Impfstoff. Alle waren froh, die zweite Impfung zu erhalten, um sich und andere bestmöglich zu schützen. Viele haben ihre Enkelkinder lange nicht in die Arme nehmen können, manche sie gar über Wochen und Monate gar nicht persönlich gesehen. Viele würden gern mal wieder unbeschwert einkaufen gehen.

Einfach vorbeikommen, geht nicht

Einfach mal so vorbeikommen und impfen lassen im mobilen Impfzentrum in Weferlingen, wie es einige versuchen, das geht nicht. Der Impfstoff wurde genau auf die Anzahl der Senioren angepasst. Dr. Johannes Traumann erzählt, dass aus einer Dosis sechs, optimal sieben Spritzen aufgezogen werden können. In seiner Hausarztpraxis in Weferlingen impft er normalerweise donnerstags neben dem Praxisalltag noch seine Patienten.

Da er diesen Donnerstag, 6. Mai 2021, als beratender Arzt im Haus der Generationen und Vereine tätig war, erfolgte das Impfen in seiner Praxis in dieser Woche bereits am Mittwoch. Eine Mammutaufgabe. Allein die Vor- und Nachbereitung des wöchentlichen Impfens kostet den Arzt und sein Team jede Menge Zeit - deutsche Bürokratie eben. Dazu kommen dann noch die vielen Anrufe zu den Patienten, für die erst tags zuvor - also am Dienstag - feststeht, wie viel Impfstoff in der Woche zur Verfügung steht. „Wir lassen uns die Impfbereitschaft zuvor bei Praxisbesuchen bestätigen, setzten unsere Patienten dann mit Altersangaben auf Wartelisten und arbeiten diese je nach vorhandenem Impfstoff ab“, so Johannes Traumann.

Neben zwei Schwestern aus seiner Praxis sind auch Mitarbeiter und Ehrenamtliche des Deutschen Roten Kreuzes sowie freiwillige Helfer aus Weferlingen im Einsatz. Yvonne Lotsch von der DRK-Bereitschaft Walbeck hat Urlaub von ihrem eigentlichen Job als Krankenschwester. Doch „wo soll ich sonst sein als hier“, fragt sie. Sie unterstützt wie selbstverständlich die Helfer, die sich um die ankommenden Senioren kümmern und zieht den Impfstoff fachgerecht auf.

Noch freie Termine in Haldensleben

Wer sich impfen lassen möchte, muss sich entweder telefonisch oder online einen Termin sichern. Von den Mitarbeitern des DRK-Kreisverbandes Börde war zu hören, dass es noch freie Impftermine in Haldensleben gibt. Das allerdings konnten einige der Bürger nicht bestätigen. Entweder seien sie telefonisch erst gar nicht durchgekommen oder aber ihnen konnten keine Termine genannt werden. „In der Regel funktioniert das aber“, sagten die DRK-Frauen aus der Erfahrung.

Jüngst geimpft wurden allerdings schon die Helfer zur Landtagswahl am 6. Juni. Diesen Service hatte die Einheitsgemeinde für ihre Helfer organisiert. „Das haben wir natürlich gern in Anspruch genommen“, erzählt Antje Almus-Walther. Sie gehört zu den freiwilligen Helfern beim Impfteam, aber auch zu den Wahlen. „Sonst wäre ich längst noch nicht an der Reihe gewesen“, sagt sie. Plötzlich wird sie gerufen. Am Eingang übergibt ihr jemand drei Flaschen Sekt - für den Feierabend zum Anstoßen, heißt es kurz. Ein Impfling hatte versprochen, beim zweiten Mal etwas mitzubringen. Über diese Anerkennung freuen sich natürlich alle Helfer.

Dankbar sind sie auch Jörg Stövesandt. Der Weferlinger Bäckermeister sorgte dafür, dass die Helfer mit reichlich Kuchen versorgt wurden. Schließlich müsse jeder, der den ganzen Tag im Dienst der guten Sache einspringt und hilft auch mal Pause machen und etwas essen.