Corona-Virus

Ärztliche Leiterin der Börde erklärt, wieso der Totimpfstoff von Novavax keiner ist

Als Impfstoff gegen das Corona-Virus wurde kürzlich „Nuvaxovid“ von Novavax zugelassen. Er wird oft als Totimpfstoff bezeichnet. Das ist allerdings nicht korrekt.

Von Julia Schneider 27.01.2022, 17:30 • Aktualisiert: 27.01.2022, 17:49
Ein neuer Impfstoff gegen das Corona-Virus wird oft als Totimpfstoff bezeichnet, dabei ist dies fachlich falsch.
Ein neuer Impfstoff gegen das Corona-Virus wird oft als Totimpfstoff bezeichnet, dabei ist dies fachlich falsch. Symbolfoto: dpa

Haldensleben - Ein neuer Impfstoff wurde zugelassen, die Fachleute des Landkreises Börde rechnen damit, dass er ab Ende Februar im Kreis verimpft werden kann. Nuvaxovid heißt das Präparat des Herstellers Novavax. Es ist ein so genannter Proteinimpfstoff. Verwirrung stiftet allerdings, dass das Mittel oft als Totimpfstoff betitelt wird.

„Da ist nicht richtig“, sagt Katrin Baier, ärztliche Leiterin der Impfkampagne des Landkreises Börde. „Der Impfstoff von Novavax ist kein klassischer Totimpfstoff“, erklärt sie. „Klassische Totimpfstoffe beinhalten, einfach gesagt, einen abgestorbenen Virusanteil. Das ist bei Novavax nicht der Fall“, erklärt die ärztliche Leiterin.

Fälschliche Bezeichnung ist irreführend

Das Mittel des Herstellers werde oftmals fälschlicherweise trotzdem als Totimpfstoff bezeichnet, um es klar von den vorher in Deutschland zugelassenen Impfstoffen gegen das Coronavirus abzugrenzen. Diese sind teils Impfstoffe auf mRNA-Basis und teils sogenannte Vektor-Impfstoffe.

„Im Gegensatz zu mRNA-Impfstoffen, die den Körper dazu anregen, selbst ungefährliche Kopien des Spike-Proteins herzustellen, wird beim Novavax-Impfstoff direkt mit im Labor hergestellten Bestandteilen der Hülle des Virusproteins – sogenannte Spike-Proteine – geimpft“, erläutert Katrin Baier.

Der neue Impfstoff enthält keine Erbinformation wie DNA oder mRNA. Beim Landkreis würden viele Menschen dazu nachfragen, die den bisherigen Impfstoffen eher skeptisch gegenüber standen.

Die Impfstoffe gegen das Corona-Virus und ihre Wirkweisen

Die Impfstoffe Spikevax von Moderna und Corminaty von Biontech:

Beide Impfstoffe sind sogenannte mRNA-basierte Impfstoffe (mRNA = Messenger-Ribonukleinsäure). Die mRNA enthält den „Bauplan“ (Gen) für ein Eiweiß auf der Oberfläche des Coronavirus SARS-CoV-2. Durch die Impfung gelangt dieser Bauplan über winzige Fettpartikel (Fett-Nanokörperchen) in die Körperzellen. Sie stellen dann für eine kurze Zeit das Corona-Eiweiß (S-Protein) her. Dadurch wird das Immunsystem angeregt, Abwehrstoffe (Antikörper und T-Zellen) gegen dieses S-Protein zu bilden.

Die Impfstoffe Vaxzevria von AstraZeneca und Janssen von Johnson&Johnson:

Beide Impfstoffe sind sogenannte Vektor-Impfstoffe. Der Impfstoff besteht aus den „Hüllen“ harmloser Viren, die den „Bauplan“ (Abschrift der DNA) für ein Eiweiß auf der Oberfläche des Coronavius SARS-CoV-2 enthalten. Diese Vektoren werden von Körperzellen aufgenommen, die dann für eine kurze Zeit dieses Corona-Eiweiß (S-Protein) herstellen. Dadurch wird das Immunsystem angeregt, Abwehrstoffe (Antikörper und T-Zellen) gegen das S-Protein zu bilden.

Der Impfstoff Nuvaxovid von Novavax:

Dieser Impfstoff ist ein so genannter Proteinimpfstoff. Er enthält Coronavirus-ähnliche Partikel mit dem Corona-Eiweiß „Spike-Protein“. Durch die Impfung wird das Immunsystem angeregt, Abwehrstoffe (Antikörper und T-Zellen) gegen SARS-CoV-2 zu bilden. Wenn die geimpfte Person später in Kontakt mit diesem Coronavirus kommt, wird es schnell durch das Immunsystem erkannt und gezielt bekämpft. Nuvaxovid enthält keine Erbinformation wie mRNA oder DNA.

Quelle: www.gesundheitsinformation.de