Radwegeneubau

Ausbau der Dessauer Straße in Haldensleben - mit mehr Sicherheit für Radfahrer

Gleich zwei neue Radwege sollen in Haldensleben im nächsten Jahr gebaut werden. Darüber hinaus laufen die Planungen für den Neubau weitere Radwege, welche die Stadt dann mit Bebertal und mit Süplingen verbinden.

Von Jens Kusian
Der Radweg entlang der Dessauer Straße in Richtung Bülstringen endet derzeit am Ortsausgangsschild. Doch im kommenden Jahr soll er bis zur Brücke über den Mittlellandkanal verlängert werden. Ein Vorhaben, das auch Erika Puschmann freut. Die Haldensleberin ist regelmäßig auf dem offiziellen und dem sich daran anschließenden "wilden" Radweg unterwegs.
Der Radweg entlang der Dessauer Straße in Richtung Bülstringen endet derzeit am Ortsausgangsschild. Doch im kommenden Jahr soll er bis zur Brücke über den Mittlellandkanal verlängert werden. Ein Vorhaben, das auch Erika Puschmann freut. Die Haldensleberin ist regelmäßig auf dem offiziellen und dem sich daran anschließenden "wilden" Radweg unterwegs. Foto: Jens Kusian

Haldensleben - Bis zum Ortsausgang Haldensleben kann an der Dessauer Straße noch sicher geradelt werden. Dann ist Schluss: Direkt am Ortsausgangsschild endet auch der Radweg. Nur ein Trampelpfad führt weiter bis zur Flora, ab dort müssen Radfahrer dann die Fahrbahn nutzen.

Das soll sich aber ändern. Die Landesstraßenbaubehörde (LSBB) Sachsen-Anhalt plant sowohl den Ausbau der Fahrbahn als auch den Neubau eines straßenbegleitenden Radwegs. „Derzeit befinden wir uns in der Genehmigungsplanung und holen alle erforderlichen Genehmigungen und Erlaubnisse ein. Dann folgen die Ausführungsplanung und Vorbereitung der Ausschreibung des Vorhabens. Zielstellung ist die Baudurchführung im Jahre 2022“, nennt Andreas Boehle, Fachbereichsleiter Planung und Entwurf für den Regionalbereich Mitte der LSBB, den Stand der Dinge.

Lückenschluss zwischen Stadt und Westumfahrung

Damit soll die Lücke zwischen dem vorhandenen Radweg innerorts und dem Radweg an der Haldensleber Westumfahrung (Bülstringer Straße) geschlossen werden. Ein Teil der L24 - von der Eisenbahnbrücke bis zur UHH - war bereits 2013 erneuert worden. Nun soll das letzte Stück der Fahrbahn zwischen dem Ortsausgang und der Eisenbahnbrücke ausgebaut werden.

In diesem Zuge erfolgt dann auch die Anlegung eines Radweges. Er soll an den vorhandenen innerstädtischen Weg anschließen und auch auf dieser Straßenseite bis kurz vor der UHH verlaufen. Dann soll er auf die Kanalseite schwenken und dort auf den bereits vorhandenen Weg treffen. „Geplant ist ein Neubau mit einer Breite von 2,50 Metern“, sagt Stadtbauamtsleiter Holger Waldmann. Die Straßenentwässerung soll bleiben, so dass es zwischen Fahrbahn und Radweg auch eine räumliche Trennung geben wird - ähnlich wie am Radweg an der B245 vom Süplinger Berg bis Klausort. „Wir als Stadt sind finanziell daran nicht beteiligt, die Kosten trägt komplett das Land“, so Waldmann weiter.

75.000 Euro für Anschluss an den Hafen

Unter seiner Regie wird auch am Plan für den Bau eines Radwegs an der Hinzenbergstraße gearbeitet. „Mit der Planung sind wir jetzt auf Entwurfsniveau“, sagt er. Auch die Grundstücksfragen seien geklärt. Für diese Baumaßnahme will die Stadt Fördermittel aus dem Bundesförderprogramm für den Radwegebau beantragen. „Wir hoffen, dass wir nächstes Jahr mit der Maßnahme beginnen können“, meint Waldmann.

Der vorhandene Radweg vom Kreisverkehr am Süplinger Berg soll in Höhe Kronesruhe die Hinzenbergstraße queren. Von dort wird er dann bis zur Einmündung zum Südhafen auf der Kanalseite der Hinzenbergstraße neu angelegt. „Auf der anderen Straßenseite ist kein Platz für einen Radweg“, begründet Waldmann die geplante Wegeführung.

Aus diesem Grund sei es auch nicht möglich, den Radweg weiter in Richtung Althaldensleben zu bauen, sagt er. „Zumal der Hauptverkehrsfluss auch zwischen dem Kreisverkehr, der Kronesruhe und dem Hafen liegt.“ Rund 75.000 Euro soll der neue, 2,50 Meter breite Weg kosten.

Plan: Mit dem Fahrrad nach Letzlingen

Geprüft wird zudem, ob der Radweg an der Bornschen Straße ab der Jugendherberge in Richtung Benitz verlängert werden kann. Hintergrund dafür ist ein geplanter Radweg zwischen Letzlingen und Haldensleben an der B71. „Dieser Weg ist im vordringlichen Bedarf des Radwegebedarfsplanes eingestellt. Wir haben die erforderlichen Umweltuntersuchungen und Planungsleistungen beauftragt, um die Vorplanung zu erarbeiten und möglichst 2022 abzuschließen. Hier wird aus verkehrlicher, umweltseitiger und wirtschaftlicher Sicht die Trassenführung des Radweges untersucht und herausgearbeitet, ob und welche Folgeleistungen erforderlich werden“, führt Andreas Boehle dazu näher aus.

Hier sei eine enge Zusammenarbeit mit den beteiligten Gemeinden Stadt Haldensleben, Verbandsgemeinde Elbe–Heide und Stadt Gardelegen vorgesehen, so der LSBB-Fachbereichsleiter weiter. Auch die Landwirtschaft wird laut Boehle einbezogen, da das Verfahrensgebiet zur Flurneuordnung im Zusammenhang mit der Ortsumgehung B71n Wedringen berührt sei und eine Koordination mit dem ländlichen Wegebau erforderlich mache.

Verbindungen nach Bebertal und Süplingen

Bewegung kommt auch in die Planung für einen Radweg zwischen Haldensleben und Süplingen. „Hierbei handelt es sich um eine komplexe Planung des Fahrbahnausbaus der L42 und der Anlage eines Radweges. Dazu läuft derzeit auch die Vorplanung. Es folgen die Entwurfsplanung und der Antrag auf Planfeststellung voraussichtlich im Jahr 2024“, erklärt Andreas Boehle.

Etwas weiter ist die LSBB mit der Ausbauplanung für die B245 zwischen Haldensleben und Bebertal. Sie befindet sich laut Boehle bereits im Planfeststellungsverfahren. „Hier wurden Änderungen am landschaftspflegerischen Begleitplan erforderlich, um auf erhobene Einwendungen zu reagieren. Wir hoffen, dass auf dieser Basis das Verfahren zu Ende geführt werden kann“, zeigt er sich optimistisch. Im Zuge des Straßenausbaus soll hier ebenfalls ein neuer Radweg entstehen.