Flechtingen l Wenn Hilde Preetz in ihrer Werkstatt auf dem Vierseitenhof in Schwiesau bei Klötze werkelt, vergisst sie schon mal die Zeit. Oder sie ist in ihrem riesigen Garten zu finden, wo es immer etwas zu tun gibt. Dort können Besucher, wenn sie mit Ehemann Günter alljährlich einmal ihre Gartentüren öffnet, nicht nur liebevoll arrangierte Pflanzen bestaunen, sondern auch versteckte Keramikfiguren. Sie sind die Leidenschaft von Hilde Preetz, seit sie vor rund 20 Jahren zum ersten Mal einen Klumpen Ton in die Hand bekam. Seither sind unzählige Arbeiten in ihren geschickten Fingern entstanden.

Eine kleine Auswahl davon hat sie in der Kleinen Galerie des Flechtinger Pfarrhauses ausgestellt. Die „Bezaubernden Keramikarbeiten“ bilden einen bunten Querschnitt durch die unglaubliche Kreativität der bald 80-jährigen Künstlerin. Dabei habe sie noch Ideen für 200 Jahre, betont sie, doch ihr Atelier sei so vollgestellt, dass sie überlegen müsse, ob sie nicht aufhören solle. Da kommen ihr solche Ausstellungen wie in Flechtingen oder auch in Gardelegen als Retrospektive zum Kunstfestival Wagen & Winnen 2019 gerade recht.

Einflüsse aus Afrika

In einer Ecke kauert eine muntere Gänseschar hinter einem Zaun und steckt scheinbar neugierig die langen Hälse gen Besucher. Gleich daneben steht eine Gruppe Pinguine auf einem kleinen Tisch, daneben ein Stier. Mit vielen bunten Tüchern bildet die afrikanische Frauengruppe auf der anderen Seite einen bildreichen Kontrast. Die detailreiche afrikanische Kultur findet sich in vielen Arbeiten von Hilde Preetz wieder.

Bilder

2006 siedelten Hilde und Günter Preetz von Leverkusen in die Altmark über, wo sie das elterliche Anwesen von Günter Preetz übernahmen. Seither hat die Arbeit nicht mehr aufgehört. Vieles musste beziehungsweise muss immer noch saniert werden, der inzwischen auf 8000 Quadratmeter gewachsene Garten wurde angelegt. Bauernhof und Garten bieten Hilde Preetz dadurch viele Möglichkeiten, ihre Objekte zu platzieren und gern auch für Besucher zugänglich zu machen, wenn die Gartentüren alljährlich im Sommer offenstehen. Und wenn das Wetter mal nicht so gut ist, sitzt Hilde Preetz in ihrem Atelier und modelliert die Ideen in ihrem Kopf aus Ton.

Während eines Besuches in der Altmark hat die Flechtinger Galeriefreundin Marianne Rademacher die Künstlerin für die Galerie in Flechtingen überhaupt erst entdeckt. Bis zum 12. Mai 2019 können die Keramikarbeiten jeden Sonntag zwischen 14 und 17 Uhr bei freiem Eintritt angeschaut werden, am Osterwochenende auch am Montag. Spenden für den Erhalt der Galerie sind jederzeit willkommen. Dafür steht in der Galerie ein Sparschwein bereit.