Weferlingen l Zu Stift und Papier zu greifen, war nicht immer so selbstverständlich wie heute. In früheren Zeiten nutzten die Menschen oft auch Holz und Kohle, Presspappe oder einen einfachen Bleistift und Pergament, um Bilder zu malen. Farbige Motive kamen ohnehin erst viel später in die Kunst.

Das zeigt unter anderem eine neue Ausstellung „Auf den Spuren Weferlinger Künstler“ im Heimat- und Apothekenmuseum in Weferlingen. Die Schau, vorbereitet vom Bürgerverein Weferlingen, bietet eine ungewöhnliche Breite, was die Maler betrifft, denn für diese Bilderschau mit Weferlinger Motiven wurde neben einigen Leihgaben aufgehängt, was das Archiv auf dem Dachboden zu bieten hatte.

Spurensuche zu den Künstlern

Der Aussichtsturm Grauer Harm, die Kirche, später auch das Mausoleum, die Planschule, kleine Fachwerkhäuser, Eingangsportale und immer wieder auch die Aller, die sich durch den Flecken schlängelt, sind reizvolle Motive, die Hobbymaler seit Jahrhunderten immer wieder in Bildern thematisiert haben.

Bilder

Die neue Ausstellung zeigt unter anderem Arbeiten von Friedrich Schwandt, Paul Malik, Hermann Schrader und einem Maler namens Pressel. „In einigen Fällen konnte der Maler aber auch gar nicht ermittelt werden“, sagt Marita Bullmann als Laudatorin der zweiten Auflage der Spurensuche zu Weferlinger Künstlern der Vergangenheit. Man sei heute einfach darauf angewiesen, dass die Bilder einst beschriftet worden sind, das sei aber oft nicht der Fall. Trotzdem wollte der Verein seinen Besuchern auch die Bilder nicht vorenthalten, die von unbekannten Malern stammen.

Allerdings ist es häufig so, dass auch die namentlich bekannten Maler aus dem Gedächtnis der Gegenwart verschwunden sind. „Wir wissen nicht viel mehr als ihre Namen“, so Marita Bullmann, die sich wie auch Bernd Hoffmann und Gerd Müller mit der Vorbereitung der Ausstellung beschäftigt hatte.

Hinweise sind erwünscht

Museumsleiter Gerd Müller, der die Gäste am Sonntag bei einem Glas Sekt, Wasser oder Saft zur Vernissage begrüßt hatte, übergab Marita Bullmann das Wort, denn sie konnte zu vielen Bildern Erläuterungen geben oder eben dazu auffordern, sein Wissen zu teilen.

Es wäre sehr schön, wenn Besucher der Ausstellung mehr über die Künstler wüssten und ihr Wissen mit den Organisatoren teilen könnten. Zur Vernissage bestand erstmals die Möglichkeit zum Gedankenaustausch. Doch die Bilder werden noch eine ganze Weile zu sehen sein, wenn das Museum jeden dritten Sonntagnachmittag im Montag geöffnet ist.

Zu den ältesten Bildern der aktuellen Schau gehört ein kleines, das in der Zeit von 1720 bis 1750 entstanden ist, von dem aber der Maler nicht mehr bekannt ist. Der Zahn der Zeit hatte am Kunstwerk genagt, jedoch ist die Weferlinger Ansicht noch deutlich zu erkennen.

Jüngste Bilder von 1970

Manchmal sind die Erläuterungen zu den Bildern aber auch recht üppig. In diesen Fällen lässt der Bürgerverein die Besucher am Wissen teilhaben und hat die Informationen unter die Bilder gehängt. So entsteht ein eindrucksvolles Ortsbild quer durch die Zeit.

Die jüngsten Bilder entstanden in den 1970er Jahren und stammen von Friedrich Schwandt. Von ihm hängt sogar in der ständigen Ausstellung ein Bild auf Holz im Eingangsbereich des Museums. „Das Werk haben wir lange Zeit gar nicht richtig wahrgenommen, bis uns klar wurde, dass es von Friedrich Schwandt stammt“, sagte Marita Bullmann. Seine Werke zeichnen sich durch verschiedene Malstile aus, die ihm durch die Möglichkeiten seiner Zeit geboten wurden.

Die Laudatorin dankte allen, die durch ihre Leihgaben dazu beigetragen hatten, dass sich die Ausstellung im Museum so vielseitig präsentieren kann.