Haldensleben l Lange haben die Bewohner der Kernstadt und der Ortsteile auf schnelles Internet warten müssen. Mittlerweile ist der Netzausbau auf mindestens 50 Mbit/s abgeschlossen. Doch nicht alles lief für die Stadtverwaltung nach Wunsch.

Länger gedauert als geplant

„Es hat wesentlich länger gedauert als geplant“, resümiert Stadtpressesprecher Lutz Zimmermann, der für die Stadtverwaltung das Projekt begleitet hatte. Zwölf Monate hatte die Telekom als Zeitrahmen veranschlagt, als im Mai 2016 der Ausbauvertrag zwischen dem rosa Riesen und der Stadtverwaltung geschlossen wurde. Beim symbolischen Spatenstich Ende Juni 2017 ging der Telekom-Projektleiter für den Breitbandausbau noch davon aus, das Netz Ende Mai 2018 in Betrieb zu nehmen. Doch erst im März 2018 wurde das Vorhaben bei einer Bürger-informationsversammlung öffentlich vorgestellt. Der Zeitplan war da schon längst nicht mehr zu halten.

Die nächste Zielstellung hieß Jahresende 2018. Doch erst Ende April 2019 konnte Vollzug gemeldet waren: Ab diesem Zeitpunkt waren rund 8000 Haushalte der Stadt an das Hochgeschwindigkeitsnetz der Telekom angeschlossen. Etwa 70 Kilometer Glasfaserkabel wurden dafür verlegt und 85 neue Verteilerstellen errichtet. Rund 1,5 Millionen Euro hat der Ausbau gekostet.

„Es war der Fluch der ersten Tat“, meint Zimmermann rückblickend. Haldensleben sei eines der ersten geförderten Ausbauprojekte in Sachsen-Anhalt gewesen. „Das musste sich erst einspielen“.

Höhere Geschwindigkeit

Dafür stehen den meisten Haushalten jetzt sogar Internetleitungen mit einer Geschwindigkeit von 100 Mbit/s zur Verfügung, also deutlich mehr als im Ausbauziel veranschlagt. „Auf Wunsch sind auch noch höhere Geschwindigkeiten möglich“, macht Lutz Zimmermann deutlich.

Er zeigt sich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. „Wir haben zum Test willkürlich ausgewählte Adressen vorgegeben mit dem Ergebnis, dass die zugesicherte Leistung auch in den Haushalten ankommt“, sagt er. Einige Unternehmen dagegen würden aber noch immer auf ihre Hausanschlüsse warten. „Das liegt nun aber in der Hand der Telekom“, so Zimmermann weiter.

Der von der Bundesregierung propagierte flächendeckende Ausbau auf 250 Mbit/s ist für Zimmermann aktuell dagegen noch kein Thema. „Das Gigabit-Förderprogramm ist angekündigt. Ob dann aber auch die bisher ausgebauten Kommunen wieder gefördert werden, ist aktuell noch fraglich.“