Hundisburg l „In diesem Jahr ehren wir niemanden, der mit öffentlichen Aktionen oder Vereinsarbeit aufgefallen ist, sondern jemanden, der voller Bescheidenheit im Hintergrund kleine und unauffällige Taten vollbringt. Jemanden, der immer zur Stelle ist, wenn Hilfe gebraucht wird: Joachim Mertens“, lüftet Laudator und Ortschaftsratsmitglied Thomas Seelmann am Sonnabend das Geheimnis um den "Hundisburger des Jahres“.

Traditionell wird der Hundisburger Bürgerempfang dazu genutzt, jemanden zu ehren, der sich um den Haldensleber Ortsteil verdient gemacht hat. „Auch in diesem Jahr gab es wieder viele Vorschläge, aus denen der Ortschaftsrat einen zu wählen hatte“, erklärt Ortsbürgermeister Nico Schmidt das Prozedere. Und mit Joachim Mertens werde jemandem die Ehre zuteil, der „immer dabei ist, wenn Hilfe benötigt wird. Sei es beim Feuerwehrverein, bei der Volkssolidarität oder bei Arbeitseinsätzen der Kirchengemeinde“, lobt Seelmann das Engagement des 81-Jährigen, der in Hundisburg auch unter dem Spitznamen „Texas“ bekannt ist – weil er in seiner Arbeitszeit im Kuhstall Rinder nach Wildwest-Manier eingefangen hatte. „Achim ist einer, der bei der Arbeit gestoppt werden muss“, meint Seelmann augenzwinkernd.

Einige Sanierungen in 2019 geplant

Der Hundisburger Männerchor „Brüderlichkeit“ lässt es sich daher auch nicht nehmen, den Geehrten musikalisch hoch leben zu lassen. Der Auftritt der Sangesbrüder gehört zum festen Bestandteil des Bürgerempfangs. Auch in diesem Jahr haben die stimmgewaltigen Herren die Veranstaltung mit der Ortshymne „Oh, mein Hundisburg“ eröffnet und dazu zwischen den einzelnen Programmpunkten für musikalische Unterhaltung gesorgt. Bei „Freude schöner Götterfunken“ oder „Warum bist du gekommen (Bajazzo)“ stimmen sogar einige der gut 150 Gäste des Empfangs mit ein.

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Diese Art ins neue Jahr zu starten sei einmalig, betont Haldenslebens stellvertretende Bürgermeisterin Sabine Wendler. „So etwas gibt es in keinem anderen Ortsteil, und auch nicht die Ehrung eines Einwohners in dieser Art“, sagt sie.

Dass Hundisburg ein lebenswerter Ort ist und auch bleibt, dafür will die Stadt weiterhin ihr Scherflein beitragen. So ist für dieses Jahr die Sanierung des Spielplatzes geplant, ebenso die Sanierung der Friedhofskapelle. Im kommenden Jahr solle zudem das Kriegerdenkmal eine Schönheitskur erfahren, verspricht Wendler.

Wunsch nach Bauland

Diese Unterstützung würdigt auch Nico Schmidt. „Im vergangenen Jahr war beim Bürgerempfang eine Kita für Hundisburg das Thema. Doch im Augenblick passen die Zahlen noch nicht dafür. Wir brauchen also mehr Kinder“, stellt der Ortsbürgermeister in den Raum. „Und jetzt guckt nicht alle mich an“, schmunzelt er, um gleich die nächste Zielstellung zu nennen: „Wir brauchen in Hundisburg Bauland. Nur dann bekommen wir auch mehr Kinder in den Ort“, ist Schmidt überzeugt. „Dabei lässt uns die Stadt nicht allein“, richtet er seinen Blick an Sabine Wendler.

Der Ortsbürgermeister freut sich schon darauf, dass es auch am Schloss weitergeht. „Wir sind überregional durch das Schloss bekannt. In diesem Jahr sollen das restliche Dach und die Fassade saniert werden. Und eine Elektro-Tankstelle gibt es ebenfalls auf dem Schlossgelände“, erzählt er.

Ebenso wie der Ausblick auf das neue Jahr gehört der Rückblick auf das zurückliegende zum festen Bestandteil des Bürgerempfangs. Sandra Eggert hat sich wieder die Mühe gemacht und alles wichtige aus dem Dorfleben des vergangenen Jahres zusammen- und detailreich vorgetragen. Insgesamt 115 Ereignisse hat sie aufgezählt. Als besondere Höhepunkte nennt sie die Veranstaltungsreihe zu 800 Jahre Gottesdienst an ein und derselben Stelle in Hundisburg, das Zieglerfest, diverse Straßenfeste, das Oldtimertreffen, den Brand auf dem Sportplatzgelände und das 85-jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Hundisburg.