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CDU-Landtagskandidat Tim Teßmann: „Der ländliche Raum ist es wert“

Am 6. Juni wird ein neuer Landtag gewählt. Die Volksstimme stellt die Kandidaten vor, die sich im Wahlkreis 7 – Haldensleben um ein Mandat bewerben. Tim Teßmann (CDU) setzt dabei auf die Stärkung seiner Heimat.

Von Juliane Just
Tim Teßmann ist der CDU-Direktkandidat für den Wahlkreis 7 - Haldensleben für die Landtagswahl. Er setzt vor allem auf das Thema Digitalisierung im ländlichen Raum.
Tim Teßmann ist der CDU-Direktkandidat für den Wahlkreis 7 - Haldensleben für die Landtagswahl. Er setzt vor allem auf das Thema Digitalisierung im ländlichen Raum. Foto: Juliane Just

Haldensleben

Er ist kein Mann der großen Worte, aber der klaren. Tim Teßmann will den ländlichen Raum, seine Heimat, stärken. „Der ländliche Raum ist es wert, dass in ihn und in digitale Infrastruktur, gute Bildung, unsere Wirtschaftsstandorte sowie unsere regionale Landwirtschaft investiert wird“, sagt der 31-Jährige.

Dabei legt er das Augenmerk vor allem auf junge Familien. „Das geht nur mit bezahlbarem Bauland“, sagt er. Der gebürtige Haldensleber kennt das Problem aus eigener Erfahrung, suchte selbst lange nach einem Baugrundstück. „Der Bedarf ist da, aber ohne Bauland verliert man die jungen Familien“, resümiert er.

Einen großen Wert legt der CDU-Direktkandidat auf die Digitalisierung im ländlichen Raum. Ob in der Kommunalpolitik, in der Wirtschaft, Bildung oder den eigenen vier Wänden – ohne den Breitbandausbau wird all das zäh. Gerade junge Familien würden wert auf moderne Schulen legen oder den Bauantrag lieber online bearbeiten. „Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass Digitalisierung enorm wichtig ist“, so Teßmann.

Regionale Produkte mit Siegel bewerben

Dabei müssen die ländlichen Regionen auch mehr beworben werden, ist er sich sicher. „Wir haben so viele Erzeugnisse aus der Umgebung, aber sie bleiben oft unbekannt“, sagt Teßmann. Er könne sich ein Siegel „Made in Sachsen-Anhalt" vorstellen, um regionale Produkte hervorzuheben. „Der Bedarf ist da und die Kunden nehmen das sehr gut an“, erzählt er.

Auch die Vereinsarbeit liegt dem 31-Jährigen am Herzen. Bereits im Alter von fünf Jahren begann er, Handball zu spielen – seitdem ist er dem HSV Haldensleben treu. Mit 18 Jahren wurde er Übungsleiter, später Jugendwart und stellvertretender Vereinsvorsitzender. „Die Vereine bringen Leben in die Gemeinden“, ist er sich sicher.

Ein Reizthema in und um Haldensleben ist die ärztliche Versorgung. „In der nächsten Legislaturperiode muss ein Konzept für das ganze Land angegangen werden“, fordert Teßmann. Eine Rekommunalisierung der Kliniken lehnt er ab. „Das kann keine Kommune bezahlen, aber es braucht dringend ein Konzept“, so der 31-Jährige.

Kommunen brauchen Unterstützung

Allgemein würden die Kommunen in seinen Augen zu oft allein gelassen. „Vieles wird auf die Kommunen heruntergebrochen, aber sie brauchen Unterstützung“, so Teßmann. Einige Bürgermeister des Landkreises hätten ihm ihr Leid geklagt. „Hier sehe ich mich als Bindeglied zwischen Landtag und Kommunen“, sagt er.

Sollte der CDU-Kandidat in den Landtag einziehen, will er die Landesfinanzen unter die Lupe nehmen. „Es braucht einen soliden Haushalt, auch wenn die Corona-Pandemie das erschwert“, betont der gelernte Verwaltungsfachangestellte. „Man sollte hinterfragen, wie viele Ministerien notwendig sind, wie viele Angestellte das Land braucht und ob sich Arbeitsabläufe digital verschlanken lassen.“

Außerdem will Teßmann den Wolf – auch ein Reizthema der Region – ins Jagdgesetz aufnehmen lassen. „In der Region gibt es immense Schäden durch den Wolf. Der Bestand muss reguliert werden“, sagt er. Das sei zwar nicht Aufgabe auf Landesebene, aber man müsse das in Richtung Bundesebene kommunizieren.