Haldensleben l Wie wenig einige aus den letzten Monaten gelernt haben, zeigt sich aktuell wieder in den Supermärkten und Drogerien: Leere Regale, wo sonst palettenweise Klopapier und Küchenrollen stehen. Die Kampagne #KaufNurWasDuBrauchst des Bundeslandwirtschaftsministeriums machte bereits im Frühjahr darauf aufmerksam, dass Hamstereinkäufe unnötig sind.

Und dennoch gibt es nun wieder Engpässe in den Supermärkten beim Klopapier und der Küchenrolle. Auf der Suche nach dem Begleiter im stillen Örtchen geht es zunächst zum Drogerie-Markt Rossmann in Haldensleben. „Liebe Kunden, die Warenversorgung von Deutschland ist nicht grundlegend gefährdet“, ruft ein gelber Zettel Käufer zur Vernunft auf. Dort bekommt der Kunde nun nur noch zwei Packungen Toilettenpapier.

Leere Regale

Ein Geschäft weiter in der Hagenstraße, beim Haushalts-Discounter Mäc-Geiz, sieht es ebenfalls eher mau aus. „Es ist nur noch eine Marke da und noch etwas Küchenrolle“, sagt Verkäuferin Susanne Riepe. Am Vortag habe sie bei Edeka Hartmann bereits kein Toilettenpapier mehr bekommen. „Das nächste, was wieder viel gekauft wird, sind dann Seifen und Desinfektionsmittel.“

In den Regalen des Edeka- Centers am Gänseanger finden sich eben so noch ein paar Packungen Toilettenpapier. Von den Küchenrollen ist noch etwas mehr da. Filialleiterin Heidemarie Maaß erzählt, dass die Kunden aktuell gut einkaufen würden, aber noch nicht in solchen Massen, dass es sich als Hamsterkäufe bezeichnen ließe. „Nur das Klopapier wird in zu großen Mengen gekauft.“

Deshalb bekomme jeder Haushalt nur eine Packung. Denn solche großen Lücken in den Regalen entstünden nur durch die Hamsterkäufe. Diese seien so wie die Coronazahlen am Freitag gestiegen. „Ich möchte die Kunden wirklich darum bitten, nur nach Bedarf einzukaufen, damit jeder etwas bekommt. Wir sind in der Lage, jeden zu versorgen“, appelliert Maaß an die Menschen. Der Supermarkt werde täglich mit Waren aus allen Bereichen beliefert.

Auf die Frage, wie Kunden reagieren, wenn sie von den Verkäuferinnen darauf hingewiesen werden, dass sie nur eine Packung Toi­lettenpapier oder Küchenrolle bekommen, sagt sie: „Teilweise werden meine Mitarbeiter deswegen sogar beleidigt.“ Bei anderen Produkten habe sie bisher keine Zunahme an Verkäufen bemerkt. Gerade Nudeln, Fertiggerichte und Konserven wurden vor einem halben Jahr verstärkt gekauft. „Das kann aber natürlich noch kommen“, meint Maaß.