Haldensleben l Es braucht nur zwei Nadelstiche und man ist gegen das Coronavirus geschützt. In Haldensleben wurden nach Weihnachten bereits Mitarbeiter des Ameos Klinikums sowie Pflegekräfte und Bewohner von elf Pflegeheimen geimpft. „Aber auch einige Pflege- und Rettungsdienste sowie die Impfteams haben wir bedacht“, erklärt Katrin Baier, die medizinische Leiterin des Impfzentrums vom Landkreis.

Seit der ersten Abfrage im Dezember sei die Impfbereitschaft zwischenzeitlich sogar noch um 20 bis 30 Prozent angestiegen, berichtet Baier. „Die Begeisterung der Kliniken und Heime ist riesig, wenn wir anrufen und sagen, dass wir wieder Impfstoff haben und für einen Termin vorbei kommen würden“, berichtet die Ärztin. Mit den Einrichtungen bestehe für die Planung eine intensive Kommunikation. „Dann sind sie bestens gerüstet für den Impfprozess“, sagt Katrin Baier.

Insgesamt seien zwei Impfteams unterwegs. Das reiche bei dem aktuell vorhandenen Impfstoff aus, so die medizinische Leiterin des Impfzentrums. Man können aber sofort um drei Teams erweitern. Neben einem Impfarzt und Helfern, die sich um die Protokolle kümmern, gebe es in den Teams immer eine impfberechtigte Person, die speziell für den Umgang mit dem Impfstoff geschult wurde. Vor jedem Einsatz in den Heimen müssen alle Helfer einen Corona-Schnelltest machen, der nicht älter als 48 Stunden sein darf.

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Amtsärztin ist optimistisch

Zur aktuellen Diskussion über zu langsames Impfen und fehlenden Impfstoff sagt Katrin Baier: „Wir sind einfach froh, dass wir ihn haben und impfen können. Es ist ein Weg raus aus der Pandemie.“ Sie würde sich zwar wünschen, dass sie neben den Heimen auch allgemein Über-80-Jährige impfen könne, aber sie blicke zuversichtlich in die Zukunft.

Im Ameos-Klinikum in Haldensleben wurden die ersten Mitarbeiter am 28. Dezember geimpft. „Schon bald werden wir voraussichtlich alle impfbereiten Mitarbeitenden durchgeimpft haben“, erklärt Wieland Schulze, der ärztliche Direktor des Klinikums. Er berichtet, dass die zunehmende Impfbereitschaft unter den Mitarbeitern spürbar sei. Das liege vor allem an den ausführlichen Informationen und der Aufklärung.

Gerade die gute Kommunikation mit dem Gesundheitsamt des Landkreises lobt Heimleiterin Melanie Fieseler vom Seniorenzentrum des DRK sehr. „Vorab hat uns Frau Baier angerufen und uns alle wichtigen Informationen gegeben“, berichtet sie. So hätten sie und ihre Kollegen genau gewusst, welche notwendigen Dokumente für die Impfung von Angehörigen und Betreuern einzuholen seien. Es sei schon etwas mehr Aufwand gewesen, jedoch habe sich alles im Rahmen gehalten.

„Der Impftag verlief dann sehr gut und strukturiert“, so Melanie Fieseler. Eine Anregung brachte die Heimleiterin dennoch vor: „Die ganzen Unterlagen müssen für die zweite Impfung noch einmal ausgefüllt werden. Da meine ich, dass man das einfacher lösen könnte.“ Aber auch das sei nun kein gravierendes Problem. Die Briefe für die Angehörigen und Betreuer mit den Fragebögen würden schon jetzt verschickt, damit alles bis zur zweiten Impfung wieder da sei.

Gut geimpft wurde ebenso bei der Seniorenhilfe Haldensleben. „Bei uns haben sich bis auf ein paar Einzelfälle alle Bewohner impfen lassen“, erklärt Claudia Bohndick, die Leiterin des Geschäftsbereichs Pflegeeinrichtungen und Pflegedienste. Im Vergleich zum ersten Impftermin am 28. Dezember im Heim in Flechtingen, sei es hier in Haldensleben vor einer Woche noch einmal ruhiger abgelaufen. „Es lief alles sehr ruhig und stukturiert ab. Das Impfteam war gut vorbereitet“, so Bohndick.

Auch bei den Pflegekräften sei eine große Impfbereitschaft da, bestätigt Sabine Brauns, die Heim- und Pflegedienstleitung. Dennoch habe sie noch etwas Skepsis bemerkt. Das habe vor allem mit der Sorge um die Verträglichkeit zu tun, meint sie. Einige würde sie mit der Grippeimpfung gleichsetzen und hätten deshalb Angst vor den Nebenwirkungen, die sie damit gehabt hätten, erklärt Brauns. „Die Kollegen, die sich nicht impfen ließen, überlegen jetzt aber, ob sie es noch nachholen“, erzählt sie und lächelt.

Impfen für die Familie

Manfred Noack wohnt seit April im Hagenhof. Er ist froh, dass er sich gegen Corona impfen lassen konnte. „Ich bin im März daran erkrankt. Aber ich hatte Glück und konnte es gut überwinden“, berichtet der 92-Jährige. Er habe auch keine Nebenwirkungen nach der Impfung gehabt. „Ich hatte keine Angst davor. Wahrscheinlich habe ich auch einfach schon zu viele Spritzen in meinem Leben bekommen“, meint er und erzählt von einem einjährigen Krankenhausaufenthalt. Seine Familie und Enkelkinder seien ein guter Grund gewesen, um sich impfen zu lassen.