Hundeschau

Dackelfreunde durften in Calvörde ihre Lieblinge bewundern.

Dackel sind die kleinsten Allrounder in der Hundewelt. 30 der Vierbeiner haben sich bei der Zuchtschau der Gruppe Letzlinger Heide des „Deutschen Teckelklubs 1888“ im Grieps gezeigt.

Von Anett Roisch
Zu den Helfern der Zuchtschau im Calvörder Grieps zählen Hans-Joachim Schöpke (v.l.) aus Königs Wusterhausen, Laura Lohmann aus Ausleben mit Hündin Irma , Nicole Köhler aus Arendsee und Marcell Seidel mit Dackelrüde Gismo.
Zu den Helfern der Zuchtschau im Calvörder Grieps zählen Hans-Joachim Schöpke (v.l.) aus Königs Wusterhausen, Laura Lohmann aus Ausleben mit Hündin Irma , Nicole Köhler aus Arendsee und Marcell Seidel mit Dackelrüde Gismo. Foto: Anett Roisch

Calvörde

Lausbub vom Tannenhof ist an der Leine brav wie ein Engel. Er glänzt durch guten Gehorsam. Während sein Frauchen Brigitta Palass aus Ludwigslust noch einen langen Stab für den Corona-Test in die Nase bekommt, entdeckt Lausbub in der Ferne schon die weiblichen Kandidatinnen. Wegen der Pandemie werden auf dem Gelände die Hygieneregeln für die Zweibeiner streng befolgt. Zeitlich eingetaktet ist das Schaulaufen der Vierbeiner.

Mit den Abstandsregeln sinkt auch die Chance der Kontaktaufnahme für Lausbub. Und dabei hätte er so gern schon mal geschnüffelt, welche der Hündinnen denn da für ihn – mit oder ohne vielversprechende Ahnentafel - zur Zucht in Frage kommen. Zielstrebig läuft der Dackelrüde, der von seiner Herrin liebevoll „Lausi“ genannt wird, zum Tisch der Preisrichterin Cornelia Preuß, die die Punkte für die Schönheit vergibt. „Schön sind sie alle", sagt Angela Kummert, Vorsitzende der Gruppe Letzlinger Heide. Sie schaut auf die Liste mit den Namen der vierbeinigen Kandidaten, die der Einladung der Gruppe Letzlinger Heide (Mecklenburg-Vorpommern) des „Deutschen Teckelclubs 1888“ zur Zuchtschau in den Calvörder Grieps gefolgt sind.

Auch für Schauleiterin Carola Staufenbiel ist klar, dass es einige Prachtexemplare gibt. Und über das Wesen des Dackels im Allgemeinen kann die Haldensleberin sagen, dass die kleinen Jagdhunde viel Selbstbewusstsein haben. Das soll auch auf den dazugehörigen Zweibeiner überschwappen. Die international anerkannte Richterin hat sehr viel Erfahrung und alle Hände voll zu tun. Fachmännisch bewertet sie die Dackel, auch Dachshund oder vor allem in der Jägersprache Teckel genannt, nach Zahnstatus, Fellqualität, Körperbau und Beschaffenheit der Rute. Es scheint eine Wissenschaft für sich, welche Schönheitskriterien für Rauhaar, Langhaar oder Kurzhaar gelten.

Verletzungen bei der Jagd

Dann geht es auch für Lausbub in den Ring. „Der dreijährige Lausi ist auch bei der Jagd erfolgreich. Hat allerdings schon einige schwere Verletzungen bei der Jagd auf Schwarzwild abbekommen. Mehrfach musste er operiert werden, hat sich aber schnell erholt“, erzählt seine Begleiterin. Sie verrät, dass Lausbub genauso gern auf dem heimischen Sofa liegt wie tief im Wald auf dem Hochsitz. Der kleine Charmeur erobert mit seiner Erscheinung auch das Herz der Richterin, die ihm ein „Vorzüglich“ gibt.

Viele Teckelbesitzer haben eine weite Anfahrt auf sich genommen. „Für die Züchter ist die Schau wichtig, damit sie die nötigen Einträge für den Formwert der Zuchtzulassung bekommen“, erklärt die Schauleiterin.

Karjus bekommt das Prädikat „Vorzüglich“, die neugierige Journalistin neben ihm einen „Wassertest“. Das heißt, er hob mal eben sein Bein und pinkelte auf ihre Schuhe. „Wir müssen bei der jagdlichen Ausbildung die einzelnen Reize gar nicht trainieren, sondern nur die bestehenden Veranlagungen bei den Ausbildungen lenken“, beschreiben Marie und Leonard Brandes aus Gifhorn, die beide Jäger sind. „Im Prinzip ist es uns egal, wie der Hund in der Wertung abschneidet. Wir sind sehr glücklich mit ihm, wie er ist. Aber es macht mich froh und stolz, dass er – wenn ich ihn ausbilde – bei den Prüfungen auch gute Ergebnisse holt", gesteht sein Halter. Egal ob volle Punktzahl oder nicht, für jeden Besitzer ist der eigene Dackel sowieso und überhaupt der Schönste.

Lob für die Veranstalter

Ehepaar Brandes ist sehr dankbar, dass der gastgebende Klub die vielen Hürden, die so eine Zuchtschau während der Pandemie mit sich bringt, nicht gescheut hat. Auch Brigitta Palass lobt die Veranstalter, die die Zuchtschau trotz des enormen Aufwandes durchziehen.

Verärgert sind indes einige Zuschauer, die die Teckel gern aus der Nähe bewundern würden, aber ihnen wegen der strengen Auflagen des Gesundheitsamtes der Zutritt verwehrt wird.

Angela Kummert verspricht, dass - sobald die Pandemie es zulässt - die Zuchtschauen wieder mit einem Programm für die ganze Familie stattfinden. „Dann werden wir auch wieder den Falkner mit seinen Greifvögeln und seinem Uhu einladen“, blickt die Vorsitzende voraus.

Lausbub ist nach so viel Aufregung sicher froh, am Abend wieder mit Frauchen auf dem Sofa zu kuscheln. Oder vielleicht geht es doch noch auf die Pirsch?