Blutspende

Die Blutspende-Helfer in Erxleben sind ein eingespieltes Team

Sie sind ein eingespieltes Team, die Helfer der Erxleber Blutspendetermine. Gudrun Arend kümmerte sich schon zu DDR-Zeiten um Blutspenden – und ist bis heute dabei geblieben. So oft sie kann, spendet sie auch selbst von ihrem Lebenssaft – jetzt bereits zum 110. Mal.

Von Carina Bosse
Die Blutspenden in Erxleben werden von einem bewährten Helferteam betreut: Sabrina Pfahl, Jutta Schulke, Gudrun Arend, Heidrun Klisch (hinten von links), Barbara Nürnberg und Julia Wenkebach (vorn von links).
Die Blutspenden in Erxleben werden von einem bewährten Helferteam betreut: Sabrina Pfahl, Jutta Schulke, Gudrun Arend, Heidrun Klisch (hinten von links), Barbara Nürnberg und Julia Wenkebach (vorn von links). Foto: Carina Bosse

Erxleben - Seit nunmehr einem Jahr kämpfen die ehrenamtlichen Helfer der viermal mit Jahr stattfindenden Blutspenden in Erxleben wie vielerorts mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie.

Vor allem bei der Zubereitung und Herrichtung eines Imbisses für die Spender bedeutet das neben der Umsetzung der geltenden Hygienebestimmungen doch erhebliche Umstellungen.

Normalerweise werden Dutzende Brötchenhälften mit Butter beschmiert und belegt und zu einem Buffet drapiert, an dem sich die Spender nach dem Aderlass bedienen können. Das darf nun aber nicht sein, solange die Kontaktbeschränkungen Zusammenkünfte und Treffen nicht zulassen.

„Dabei ist es gerade das, was unsere Blutspender zu schätzen wissen“, sagt Heidrun Klisch, von allen nur Heidi genannt. Sie gehört zum Team, das sich im Kern schon seit Jahrzehnten um die Organisation der Spendetermine in der Erxleber Sekundarschule kümmert.

Nachwuchs stößt dazu

Immer mal wieder kamen junge Nachwuchskräfte ins Team, wenn jemand ausschied, doch sie alle sind ein eingespieltes Team. „Die Chemie stimmt“, sagt Gudrun Arend.

Die Eimersleberin gehört zu den Dienstältesten der ehrenamtlichen Betreuer, hat sich schon zu DDR-Zeiten um Blutspenden gekümmert - und immer auch selbst gespendet. Sie weiß gar nicht mehr ganz genau, wann sie damit begonnen hat, aber ans Aufhören denkt sie auch nach mehr als 30 Jahren noch nicht. Beim jüngsten Vor-Ort-Termin ließ sie sich zum 110. Mal pieksen, um 500 Milliliter ihres Blutes abzugeben, damit anderen das Leben gerettet werden kann. Wenn die meisten Spender schon versorgt und nach Hause gegangen sind, legt sie sich noch selbst auf die Pritsche und lässt sich anzapfen.

„Das ist doch selbstverständlich“, sagt sie, während sie so ganz nebenbei die Beutel mit frischem Obst an die Spender verteilt. Jeder wird mit einem freundlichen Lächeln, ein paar netten Worten bedacht.

Hinter ihren Mund-Nase-Abdeckungen sind viele gar nicht auf den ersten Blick zu erkennen, werden dann von Gudrun Arend freundlich angesprochen und nach ihrem Namen gefragt. Doch die meisten Spender sind bekannt, kommen sie doch immer wieder.

Chronik der Spenden

Gudrun Arend führt nämlich auch so etwas wie die Chronik der Spenden in Erxleben, kümmert sich um Präsente für „runde“ Blutspendejubiläen. Aufgrund ihrer Aufzeichnungen kann sie absehen, wann solche Jubiläen in Erxleben anstehen. Es gibt Gutscheine, die können auch bei der nächsten Spende noch überreicht werden, wenn es ein Jubilar mal nicht rechtzeitig schafft oder verhindert ist. Die langjährige Erfahrung bringt es mit sich, dass sie den Überblick behält.

Unterdessen wird nebenan in der Küche bei Sabrina Pfahl und Jutta Schulke schon ein abschätzender Blick über die gepackten Versorgungsbeutel geworfen. Kräftigende Speisen und süße Sachen stecken in den Tüten.

Gehen die Vorräte wirklich zu Ende, flitzt Heidi Klisch in den nahen Edeka-Markt, um für Nachschub zu sorgen. Ob der Joghurt reicht und das Knabberzeug? Ständig wirbeln die Frauen hin und her, um dafür zu sorgen, dass Kaffee, Saft und Wasser bereitstehen.

Auch wenn es derzeit nicht erlaubt ist, sich an den Tischen der Cafeteria zum Essen niederzulassen, einige stehen in ein Gespräch vertieft mit einem Getränk am Fenster der Schule. „Wir haben uns lange nicht gesehen“, heißt es auf Nachfrage, und „Wir würden uns gern mal wieder an die Tische setzen und noch ein wenig erzählen“, von anderen. Es herrscht ein Kommen und Gehen.

Spender wünschen sich Kommunikation

„Der Wunsch nach einer Kommunikation besteht bei vielen Spendern“, weiß Heidi Klisch zu berichten. Immer wieder würde das Team darauf angesprochen, wann es denn wieder richtig losgehen könne. Das vermag aber noch niemand so genau zu sagen, auch nicht die Mitarbeiter des mobilen Blutspendedienstes, die sich um die medizinische Seite der Spende kümmern.

An der Anmeldung sitzen Barbara Nürnberg und Julia Wenkebach. Sie achten seit Corona nicht nur auf eine ordnungsgemäße Registrierung, sondern auch auf die Einhaltung der strengen Hygienebestimmungen, die vor Ort überall ausgehängt werden müssen.

Man kennt sich, kann ganz ungezwungen miteinander reden, auch wenn viele Blutspender gar nicht aus Erxleben, sondern aus den umliegenden Ortschaften angereist sind. Im Februar, erzählen die beiden, gab es einen neuen Spenderrekord.

Mehr als 100 Frauen und Männer legten sich zum Aderlass auf die Pritschen, die das Deutsche Rote Kreuz in der Schule aufgebaut hatte. Und auch bei der jüngsten Blutspende sah es wieder gut aus.

Allein in der ersten Stunde ließen sich mehr als 30 Spendewillige registrieren. Auch wenn es am Ende nicht ganz gereicht hatte für einen neuen Rekord - mit mehr als 70 Spendern konnten die Erxleber Teammitglieder zufrieden nach Hause gehen.

Besonders freut sich das Helferteam, wenn Erstspender kommen, junge Menschen, die sich bewusst entscheiden, ihr Blut zu spenden - und dann dabei bleiben.