Diskussion

Ein Freibad an der Ohre?

Die Idee einer interaktiven Spielwelt für Haldensleben hat für Diskussionen gesorgt. Besonders im Internet sind einige Ideen aufgetaucht.

Von Lena Bellon
Seitdem der ISV Haldensleben Insolvenz angemeldet hat, liegt der von ihm gepachtete Sportplatz mit dem Vereinsheim an der Lindenallee in Althaldensleben brach. Ist hier Platz für eine Spielwelt?
Seitdem der ISV Haldensleben Insolvenz angemeldet hat, liegt der von ihm gepachtete Sportplatz mit dem Vereinsheim an der Lindenallee in Althaldensleben brach. Ist hier Platz für eine Spielwelt? Foto: J. Kusian

Haldensleben - Eine Spielelandschaft, verschiedene Werkstätten, ein Bauwagen oder Freigehege mit Hühnern oder Ziegen – der Ideenansatz für eine interaktive Spielwelt in Haldensleben wurde von Mitgliedern der Bürgerbewegung in der jüngsten Sitzung vorm Bauausschuss vorgestellt. Dafür soll eine Freifläche an der Ohre genutzt werden. Vor dem Ausschuss stieß die Idee auf Zuspruch und Unterstützung, doch im sozialen Netzwerk Facebook ist eine Debatte über die Sinnhaftigkeit des Projekts entbrannt.

„In meinen Augen ist die Idee auf jeden Fall diskussionswürdig“, schreibt Thomas Becker, Mitglied der Facebook-Gruppe „Informationsaustausch in und um Haldensleben“. Er war einer der Hauptkommentatoren bei der hitzigen Debatte im Online-Forum.

Die Facebook-Nutzer griffen gleich mehrere Aspekte der Spielewelt-Idee heraus und übten Kritik daran. So sei beispielsweise das Biotop als Ort für einen Spielplatz dieser Art und Größe ungeeignet. Es habe in der Vergangenheit bereits mehrere Ideen für das Areal gegeben, die jedoch nie umgesetzt wurden. Zudem sei das Biotop eine Heimat für Schildkröten – die Befürchtung ist, dass die Tiere durch diese Spielwelt gestört werden. Die Nachfrage bei Peter Wölk, Sachbearbeiter für Artenschutz im Landkreis Börde, ergab aber, dass es sich hierbei nicht um die heimischen europäischen Sumpfschildkröten handelt, sondern um einzelne ausgesetzte Schildkröten. Stefan Scholz, Mitglied der Bürgerbewegung und Vorsitzender des Bauausschusses, betont online, dass alternative Vorschläge für einen geeigneten Standort für die Planung aufgenommen werden.

Lindenallee als Lösung?

Diese folgen prompt: Der Sportplatz Lindenallee in Althaldensleben würde sich besser als Standort eignen. Der Sportplatz liegt seit knapp zwei Jahren brach und verkommt zusehends. Mehrere Ideen wurden hier bereits vorgeschlagen, bisher jedoch keine umgesetzt.

Andere Nutzer wiederum befürworten das Konzept und die vorgestellten Ideen zwar, sind aber skeptisch – zu viele Projekte in der Stadt seien schon an der Umsetzung und der Finanzierung gescheitert. Bei allem Für und Wider stellen einige Nutzer jedoch in Frage, ob es nicht andere Projekte gibt, die in Haldensleben verwirklicht werden können. Die Wünsche für die Stadt sind dabei ganz unterschiedlich: Eine geeignete Hundewiese, Jugendtreffpunkte, Klubs oder bessere Einkaufsmöglichkeiten.

Die Diskussion um die Spielewelt brachte auch einen weiteren langersehnten Wunsch der Haldensleber hervor: Eine öffentliche Badestelle oder ein Freibad, die nach Meinung der Facebook-Nutzer an der Ohre gut geeignet wäre. „Ein Freibad ist eine feine Sache, natürlich. Aber auch sehr kostenintensiv, in der Nutzung zeitlich eingeschränkt zwischen Mai und August“, gibt Becker weiter zu bedenken. „Seniorenschwimmen, Rehaschwimmen, Unterricht oder auch therapeutische Angebote sind in einem Freibad möglich, aber nur zeitlich begrenzt.“