Haldensleben l Ein wahres Blitzlichtgewitter haben die Kinder der neuen 1a der Grundschule „Otto Boye“ über sich ergehen lassen müssen. Eltern und Großeltern halten mit Handys und Fotoapparaten den Augenblick fest, als die 22 Einschüler mit ihrer Klassenlehrerin Xenia Keilweitz die Aula betreten. So viel Aufmerksamkeit am ersten Schultag lässt die Abc-Schützen gleich noch ein Stückchen größer werden.

Die Fibel - ein Zauberbuch

Sie werden schon von Schülern der 3. und 4. Klasse erwartet, die extra für diesen Tag das Musical „Der erste Schultag“ auf die Bühne bringen. Damit machen sie den Erstklässlern deutlich, dass sie keine Angst vor der Schule haben müssen, denn hier würden sie schnell neue Freunde finden – genauso wie Neo Eichhörnchen am ersten Schultag in der Waldschule.

Für Schulleiter Ingo Vogler ist es mittlerweile die 27. Einschulung unter seiner Ägide. Und doch erlebt auch er immer wieder Überrschungen. Kurz vor 9 Uhr stellt er fest, dass noch zwei Einschüler fehlen. „Das hatten wir noch nie“, sagt er mit bangem Blick auf die Uhr. Dagegen hatte eine Oma den Pünktlichkeitsrekord gebrochen. „Sie war schon um zehn vor 8 hier“, schmunzelt der Schulleiter.

Bilder

Doch davon lässt er sich genauso wenig aus der Ruhe bringen wie von der kleinen technische Panne nach der Aufführung, als die jungen Schauspieler im Nebenraum eifrig ihre Leistungen auswerten – bei eingeschaltetem Mikrofon. Persönlich begrüßt Ingo Vogler die Schulanfänger und stellt sich vor: „Ich bin der Schulleiter und sozusagen der Boss hier.“ Neugierig kleben die Erstklässler an seinen Lippen, als Vogler ihnen ein Zauberbuch zeigt. „Das ist die Fibel. Sie ist voll mit Bildern und geheimnisvollen Zeichen. Wenn ihr gut aufpasst und fleißig lernt, könnt ihr diese Zeichen lebendig werden lassen“, erklärt er.

Es beginne nun eine spannende und abenteuerliche Fahrt mit dem Schulschiff hinaus aufs Meer des Wissens, wo es viele geheimnisvolle Inseln zu entdecken gilt, „und Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als vom Ufer aus zu winken“, wendet sich der Schulleiter an die Eltern und Großeltern und verspricht ihnen: „Wir werden versuchen, an Ihre gute Vorarbeit anzuknüpfen.“ Dafür, so wirbt er, braucht es aber auch weiterhin die Unterstützung der Eltern.

Freie Schulwahl im Stadtgebiet

Wie die 22 Mädchen und Jungen der Klasse 1a an der Boyeschule sind in die Grundschulen in Haldensleben weitere 175 Kinder eingeschult worden: insgesamt 55 in die Boye-, 47 in die Alstein- und 73 in die Kästnerschule sowie 22 in die katholische Grundschule St. Hildegard in Althaldensleben. In Haldensleben besteht seit Jahren die Möglichkeit der freien Schulwahl. „Das System der Schulplatzvergabe als solches funktioniert, wie auch in den Vorjahren, grundsätzlich gut. Doch leider kann man nicht alle Kinder und Familien gleichermaßen glücklich machen, da die Kapazitäten der Grundschulen so unterschiedlich hoch sind, dass nicht alle Anmeldungen wunschgemäß umsetzbar sind“, erklärt Stadtpressesprecher Lutz Zimmermann dazu.

So bietet die Grundschule „Eich Kästner“ insgesamt Platz für 300 Schüler, die Grundschule „Otto Boye“ für 240 Schüler und die Grundschule „Gebrüder Alstein für 182 Schüler. „Es ergibt sich so zum Beispiel aus den aktuellen Anmeldungen der Schulplätze für das Schuljahr 2019/2020 wieder eine Warteliste für die Alsteinschule mit 15 Kindern und für die Boyeschule mit 12 Kindern“, so Zimmermann weiter. „Die Kinder auf den Wartelisten haben gegebenenfalls die Möglichkeit, noch bis 31. Mai des Jahres der Einschulung nachzurücken. Andernfalls werden sie an der Grundschule ,Erich Kästner‘ Kästner beschult.“