Elbe-Heide l Eine Frage mit der sich nach Rudi Carrells Hit mit ähnlichem Hintergrund beim Sommer, die Wise Guys dem Thema Winter widmeten und als Freunde der kalten Jahreszeit outeten. Eine Frage, die sich aber auch die Ortsbürgermeister der Gemeinde Elbe-Heide stellen und die Antworten darauf in unterschiedlichen Strategien auf einen etwaigen Wintereinbruch suchen. So war in der Region zumindest am Sonntagmorgen mal wieder Scheibenkratzen angesagt und der Winter hat sich wohl noch nicht ganz abgemeldet. Für die Winterdienste heißt das auf jeden Fall auch noch weiterhin, in Bereitschaft zu sein, auch wenn es bisher nicht soviel zu tun gab.

Intern oder exter, das ist die Frage

Einige der Ortschaften in der Gemeinde kümmern sich selbst mit Gemeindemitarbeitern um den Winterdienst, einige Orte haben diese Leistungen aber auch an externe Dienstleister vergeben.

Bettina Roggisch, die Bürgermeisterin der Gemeinde Loitsche-Heinrichsberg, sieht die Gemeinde als gut gerüstet für einen etwaigen Wintereinbruch: „Die Gemeindearbeiter sind so eingeplant, dass sie die öffentlichen Plätze selbstständig räumen.“ Die Gemeinde ist dafür verantwortlich, dass die Straßen befahrbar sind. „Dafür haben wir einen professionellen Winterdienst engagiert, der die Haupt-, Neben- und Anliegerstraßen räumt.“ Den Auftrag für den Winterdienst vergibt die Gemeinde an eine Fremdfirma, weil sie selbst die Technik nicht vorhält, erklärt Roggisch weiter. „Wir haben nur zwei Rasenmäher, für jeden Ortsteil einen, mit einem Schiebeschild vorne dran. Damit können öffentliche Plätze und Bushaltestellen geräumt werden.“ Streusalz käme je nach Bedarf zum Einsatz.

Ortschaften sind gut vorbereitet

Auch die Gemeinde Westheide ist nach Angaben des Bürgermeisters Hans Hirche gut auf einen möglichen Wintereinbruch vorbereitet. Auch hier setzt man auf die Unterstützung einer Fremdfirma. So hat die Gemeinde ein Schneeschiebeschild gekauft und bei der AHP Landwirtschafts GmbH eingelagert, die dann mit einem Traktor und dem Schneeschiebeschild die Straßen räumt. Des Weiteren habe man ein Multicar, mit dem Straßen und Gehwege gestreut werden können. Zudem seien an verschiedenen Punkten Splitboxen aufgestellt, damit Bürger notfalls selbst Hand anlegen können.

Burgstall verzichtet auf Einsatz von Streusal

„Wir nutzen Split wegen der Griffigkeit. Mit Blick auf das Umweltbewusstsein wird auf Salz verzichtet“, erklärt Hirche.

In Burgstall werden die Arbeiten zum Teil durch Fremdfirmen geleistet. „Wir haben fünf Ortsteile und aktuell nur drei aktive Mitarbeiter - um das alles zu schaffen, wurden Aufgaben ausgelagert“, erklärt Carsten Miehe. Es stünden vier Traktoren unterschiedlicher Größe mit Schneeschild und Sandstreuer zum Einsatz auf verschneiten oder vereisten Straßen bereit. „Seit einigen Jahren verzichten wir auf den Einsatz von Streusalz“, erläutert Carsten Miehe. „Wir streuen Sand aus ökologischen Gründen, das ist besser für die Straßen und für die Umwelt“, sagt Miehe. Zwischen 30 und 35 Tonnen trockener Sand sei in Sandscheunen eingelagert.

"Ich mache mir keine Sorgen"

Die Gemeinde Zielitz hat einen Vertrag mit einem Dienstleister, der die öffentlichen Straßen selbsttätig räumt. „Ansonsten haben wir noch den Betriebshof, der im Schichtdienst dort, wo kein privater Anlieger vorhanden ist, die Gehwege räumt. Bezüglich eines möglichen Wintereinbruchs mache ich mir überhaupt keine Sorgen“, sagt Dyrk Ruffer, der Bürgermeister von Zielitz.

Die Gemeine Colbitz übernimmt den Winterdienst weitgehend selbsttätig, wie Bürgermeister Eckhard Liebrecht erklärt: „Wenn wir das nicht alles selbst schaffen, sprechen wir zwei Firmen an, die uns dann zur Hand gehen.“

Winterdienst ist eine Kostenfrage

Und auch in der Gemeinde Rogätz setzt man in Sachen Winterdienst auf die eigenen Mitarbeiter. Fremdfirmen kosten Geld „und damit die in Bereitschaft sind, ist auch immer erst einmal ein Grundbetrag fällig, egal ob sie ausrücken oder nicht“, so Bürgermeister Wolfgang Großmann. „Blickt man auf die letzten Jahre zurück, hatten wir eigentlich keinen wirklich richtigen Winter. Deswegen regeln wir das in Eigenregie, setzen unsere Gemeindemitarbeiter für den Winterdienst ein.“ Dafür hat Rogätz immerhin vier Fahrzeuge, die für die Winterzeit mit einer Streueinrichtung und einem Schiebeschild ausgerüstet werden. Zwei der Fahrzeuge sind kleine Traktoren, bei deren Anblick man vielleicht zuerst denkt, dass diese noch einen großen Bruder brauchen, um überhaupt zum Einsatzort zu gelangen. „Aber das sieht nur so aus“, lacht Michael Wuttke, der seit immerhin schon neun Jahren für die Gemeinde tätig ist. Gemeinsam mit seinem Kollegen Alexander Schoß, der seit acht Jahren für die Gemeinde Rogätz arbeitet, musste er in diesem Jahr allerdings erst zweimal ausrücken, „und selbst da hatte die Sonne das meiste schon erledigt, bevor wir fertig waren.“ Schneit es wirklich mal, dann sind drei Leute in der Frühschicht im Einsatz, starten um 5 Uhr und haben die Straßen von Rogätz im Normalfall bis 8 Uhr geräumt. „Weitere Kollegen streuen von Hand unter anderem an Bushaltestellen.“

Traktoren sind sehr schnell umgerüstet

Die Traktoren, der kleine Iseki hat trotz allem immerhin knapp 30 PS und der große, erst neu angeschaffte „Massai“, ein 4,2-Tonnen-Traktor mit immerhin 80 Pferdestärken, sind im Normalfall recht schnell umgerüstet. Im Sommer zum Beispiel zum Rasenmähen eingesetzt, dauert es nur gut 30 Minuten, um das „Winterkleid“ anzulegen. Die dafür notwendige Technik ist in den Hallen der Gemeinde eingelagert. „Das Schild geht sehr schnell, die Welle für die Streueinrichtung ist immer ein wenig aufwendiger“, so Schoß. Gerüstet sei man aber in jedem Fall und wirklich überraschen konnte der Winter in den letzten Jahren nicht.