Landwirtschaft

Familie Sue aus Eickendorf liebt das Landleben

Fernab vom Verkehrslärm zwischen Drömling und Flechtinger Höhenzug liegt der Hof von Familie Sue. Dort wohnen vier Generationen unter einem Dach.

Von Anett Roisch
Hühner und Enten sind nur ein Teil des Tierbestandes auf dem Bauernhof der Familie Sue in Eickendorf. Es gibt dort auch noch Schafe, Gänse, Schweine, Hunde und einen Kater.
Hühner und Enten sind nur ein Teil des Tierbestandes auf dem Bauernhof der Familie Sue in Eickendorf. Es gibt dort auch noch Schafe, Gänse, Schweine, Hunde und einen Kater. Foto: Anett Roisch

Eickendorf - Langeweile kennen Jana und Christoph Sue nicht, denn nicht nur ihre drei Kinder, Joselyn, Carl Henry und Jan Ole wollen umsorgt sein, sondern auch etwa 120 Schafe, 200 Hühner, 50 Enten, 50 Gänse, neun Schweine, drei Herdenschutzhunde, Hütehund Max und Kater Little Joe verlangen nach Futter und Pflege.

Und trotzdem gibt es Momente, an denen die Familie die Idylle ihres Bauernhofes genießen kann. Während die Eltern mit dem sechsjährigen Carl Henry und der neunjährigen Joselyn an einem heißen Sommertag in das kühlende Wasser des Pools springen, übernimmt die 84-jährige Uroma Rosemarie die Aufsicht von Jan Ole, der im August zwei Jahre alt wird. Und auch die Großeltern Heike und Reiner Sue, die beide noch berufstätig sind, sitzen mit dem Blick auf einen Fischteich im Garten am Kaffeetisch, um das nächste Wochenende zu planen.

Ab August möchte Christoph Sue, gelernter Fahrzeugbauer, eine Ausbildung zum Landwirt in Haldensleben beginnen. Neu ist die Landwirtschaft für ihn nicht, denn schon nach seiner Schlosserausbildung arbeitete er in einem Kuhstall. „Ich bin mit den Tieren auf dem Hof meiner Familie groß geworden. Seit 2014 vermarkte ich schon einige unserer ländlichen Produkte im Nebengewerbe, jetzt möchte ich mit der Direktvermarktung starten.

Kleines Fest wird am 17. Juli auf dem Hof gefeiert

Am 17. Juli ist die Eröffnung der Direktvermarktung mit einem kleinen Hoffest“, erklärt Christoph Sue und zeigt auf den neu errichteten Pavillon. Passanten können dort bald rund um die Uhr Eier von den Hühnern des Hofes, Honig von heimischen Bienen und Saft von den Früchten der Streuobstwiesen kaufen. Auf Bestellung gibt es Fleisch der Enten-, Gänse-, Mast- und Suppenhühner sowie der Schafe und Schweine zu kaufen. Viele Menschen der Region schätzen bereits das Angebot der Viehzucht. „Andere Kunden kommen per Internet unter schafundgefluegelsue@gmx.de dazu. Einen Einblick in unser Hofleben gibt es auch über Facebook“, erklärt der 32-jährige Hofherr.

„Unsere Lämmer dürfen auf den angrenzenden Weiden heranwachsen bis sie mit der Herde in der Landschaftspflege zum Beispiel im Drömling eingesetzt werden“, erklärt Sue.

Und auch die Hühner stammen – nach den Ausführungen des jungen Bauern - von eigenen Zuchtstämmen. Gerade sind erst wieder Küken aus den Eiern geschlüpft. New Hampshire, Amrocks und Bielefelder Kennhühner würden unabhängig vom Geschlecht groß werden und zweifachen Nutzen als Eierlieferant und auch als Masthahn oder Suppenhuhn erfüllen.

Vom mobilen Hühnerwagen stammen frischgelegte Eier

Seit dem letzten Jahr gibt es bei Sues auch einen mobilen Hühnerwagen, der derzeit auf der Streuobstwiese steht. Gerade erst konnte Joselyn einen Eimer voller Eier - das sind etwa 100 - aus den Nestern holen. „Unsere Schweine kaufen wir als Ferkel. Sie dürfen mit viel Platz und auf Stroh leben. Artgerechte Tierhaltung ist auf unserem Hof bei allen Tieren, für die wir Verantwortung tragen, sehr wichtig“, betont der junge Unternehmer. Dass die Tiere irgendwann geschlachtet werden, sei auch für die Kinder selbstverständlich.

Carl Henry möchte mit Lasso Bullen einfangen

Der Bauernhof funktioniert nur, wenn alle mit anpacken. Jeder hat seine besonderen Fähigkeiten. Die junge Generation profitiert nicht nur von den Erfahrungen der Eltern, sondern die ältere Generation beschäftigt auch die Kinder. Mutter Jana Sue kümmert sich nicht nur liebevoll um ihre Tochter und um ihre beiden Söhne, sondern arbeitet im Labor eines Wolfsburger Krankenhauses.

Voller Leidenschaft ist auch schon Carl Henry ein kleiner Bauer. Wenn die Schafe von einer Weide zur anderen getrieben werden oder mal ein Schaf ausbüchst, ist er zur Stelle. „Bullen hätte ich auch noch gern, die könnte ich dann mit dem Lasso einfangen“, sagt der Sechsjährige und träumt von seiner späteren Karriere als Cowboy. Während seine Schwester Joselyn sich gut vorstellen könnte, später auf dem Hof auch noch Pferde zu züchten. Platz genug haben die Sues, um noch einige Pläne zu verwirklichen.