Rottmersleben l 315.000 Euro steht auf dem Fördermittelbescheid, den Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht am Montag persönlich im Rathaus der Gemeinde Hohe Börde in Irxleben ablieferte. Damit wird nun endlich der Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses in Rottmersleben möglich. Es soll in direkter Nachbarschaft des Sportplatzes errichtet werden und nach den jetzigen Plänen bereits zum Ende des Jahres bezugsfertig sein.

Dem jetzigen Bau ist ein langer Kampf vorausgegangen. Bereits im Jahr 2012 hatte die Feuerwehrunfallkasse erhebliche Mängel an dem alten Feuerwehrhaus festgestellt. Verletzungsrisiken und Gefahren für die Gesundheit verbergen sich unter anderem hinter einer zu schmalen Ausfahrt, der Nutzung der Fahrzeughalle auch als Umkleide und einem feuchten Mauerwerk, das die Bekleidung schimmeln lässt.

Um Abhilfe zu schaffen, wurden im Laufe der Jahre mehrere Fördermittelanträge gestellt und Stellungnahmen geschrieben. Doch lange gab es nur Ablehnungen und reichlich Diskussionen um Standorte und Bauausführungen.

Nun aber sollen in den Sommerferien die Bauarbeiten starten. Nicht nur Gemeindebürgermeisterin Steffi Trittel, die freudestrahlend den Fördermittelbescheid für das, wie sie sagte, „Feuerwehrhaus der Hohen Börde am Standort Rottmersleben“ entgegennahm, ist sich bewusst, dass jetzt richtig rangeklotzt werden muss. Der Zeitplan ist straff. „Es muss passen – zeitlich, inhaltlich und finanziell“ gab sie dem Planer mit auf den Weg.

Besonderer Tag für Rottmersleben

Rottmerslebens Ortsbürgermeister Hans-Eike Weitz unterstrich an diesem besonderen Tag für seinen Ort, dass die Feuerwehr eine der tragenden Säulen des gesellschaftlichen Lebens ist. Zum Dank für die Unterstützung versprach er Holger Stahlknecht, dass er künftig eine Ausnahme in Rottmersleben sein wird, denn er werde bereits zu Lebzeiten auf besondere Weise in der Reihe derer verewigt, die sich um den Ort Rottmersleben verdiennt gemacht haben.

Dem Ortswehrleiter der Rottmersleber Feuerwehr, Thomas Brzezinski, stellte seinen Worten den Dank im Namen aller Feuerwehrkameraden der Hohen Börde voran, denn die haben der Rottmersleber Wehr im Kampf um ein neues Domizil immer zur Seite gestanden. „Unser Festwochenende erweitert sich mit diesem Moment der Fördermittelübergabe“, sagte er. Wie dringend das neue Gerätehaus gebraucht wird, wusste auch Jürgen Kebernik als Gemeinderatsvorsitzender: „Die Feuerwehr ist nicht nur da, wenn es brennt, sondern auch für die Kinder und Kultur – und das braucht ein vernünftiges Arbeitsumfeld.“

Zu den Ersten, die sich dieses Arbeitsumfeld und die Arbeit darin anschauen wollen, möchte der CDU-Bundestagsabgeordnete Manfred Behrens gehören. Er meldete bereits einen Besuch der Jugendfeuerwehr im neuen Haus an.

Die Projektkosten einschließlich der Erschließung sind mit 798.000 Euro veranschlagt. Den Weg geebnet, dass es nun zügig losgehen kann, hat am Montagabend auch der Bauauschuss der Gemeinde, der dem Planentwurf und dem Planungsvertrag für den Neubau einstimmig zugestimmt und der Bürgermeisterin die Auftragsvergaben übertragen hat. Der Gemeinderat soll in seiner nächsten Sitzung außerdem mit dem Beschluss einer überplanmäßigen Ausgabe die Gesamtfinanzierung absichern.