Haldensleben l Enrico Viohl hatte die Umrisse des Landkreises Börde im Miniformat mit Kreide auf den Fußboden gemalt. Gemeinsam mit seiner Kollegin Birka Hübener von der Netzwerkstelle „Schulerfolg sichern“ hatte er Schulsozialpädagogen aus dem ganzen Landkreis zu einem Fachtag ins Haldensleber Mehrgenerationenhaus EHFA eingeladen. Von Schulsozialarbeitern für Schulsozialarbeiter war dieser Tag vorbereitet worden.

In Workshops ging es um bewährte Methoden in der täglichen Arbeit. Um sie anschaulich zu erläutern, versetzten die Sozialarbeiter ihre Kollegen in die Rolle der Schüler. Im Kreide-Landkreis stellten sich alle dorthin, wo sich in der Realität die Schulen befinden, aus denen die Frauen und Männer kommen. Solche Spiele können in der Schule beispielsweise angewandt werden, um deutlich zu machen, aus welchem Einzugsgebiet die Schüler kommen, wie weit ihre Schulwege sind.

Verschiedene Methoden geprobt

31 Schulsozialarbeiter sind inzwischen in den Schulen aller Formen im Landkreis tätig. Die meisten sind beim Paritätischen angestellt, aber auch der Internationale Bund und die Caritas finanzieren Schulsozialarbeiterstellen. Die Netzwerkstelle, die ihr Domizil im Mehrgenerationenhaus in Haldensleben hat, wird vom Kreisverband der AWO getragen. Förderung für die Arbeit gibt es über die Programme des Europäischens Sozialfonds für Deutschland (ESF) sowie Bildung und Teilhabe.

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Eine kleine Gruppe erfahrener Sozialarbeiter hatte den Methoden-Tag vorbereitet. Auch Madeleine Mähnert vom Partizipationsbüro war daran beteiligt. Um den Klassenrat ging es im Workshop von Nicole Güldenpfennig, Ganztagsschule Wanzleben, und Berit Dalichow, Ganztagsschule Barleben. Der Klassenrat kann von den Schülern selbst organisiert werden. Er kann sich einmal in der Woche treffen, um Probleme zu besprechen, wobei immer ein anderer Schüler den Vorsitz führt, ein anderer die Ergebnisse aufschreibt. Lehrer sind in der Runde gleichberechtigt. Regeln für das Mit- einander können hier festgelegt werden, Festlegungen getroffen und kontrolliert werden. Ein gutes Lehrstück für Demokratie. Auch der Umgang miteinander war Thema. Berit Dalichow kam so als „Außerirdische“, die nichts versteht, und ein Kollege musste ihr gewissermaßen mit Händen und Füßen ins Leben helfen.

Viel Praxis für den Alltag

Wie Zielvereinbarungen eingesetzt werden können, zeigten Frauke Held, Gutenberg-Gemeinschaftsschule Wolmirstedt, und Franziska Starke, Leibniz-Sekundarschule Womirstedt, auf. Annika Reinert, Ganztagsschule Wanzleben, und Käthe Beileke, Sekundarschule Oebisfelde, beschäftigten sich damit, die Schüler in bestimmten Systemen zu sehen, um Problemen auf den Grund zu gehen. In allen Workshops ging es sehr kreativ zu. Als Methoden wurden häufig einfache Spiele angewandt.

„Die Workshops bieten uns viel Praxis für den Schulalltag“, sagt Julia Meister von der Börde-Grundschule Hermsdorf. Solche Methoden seien zwar auch Bestandteil des Studiums gewesen, sagt sie, doch so konkret gefasst sei das eine gute Auffrischung und Hilfe. Ihre Kollegin Jana Vogel von der Grundschule Dahlenwarsleben sieht das genauso. Zur Umsetzung der Methoden in der Klasse nehme sie eine gute Anleitung mit.

In den Ferien wird es einen weiteren Methoden-Tag geben.