Döhren l Keine Waschmöglichkeit, geschweige denn ein Toilettengang - im Döhrener Feuerwehrgerätehaus fehlt es an grundlegenden Voraussetzungen für die Kameradinnen und Kameraden der freiwilligen Feuerwehr, die sich ehrenamtlich um die Sicherheit Döhrens kümmern. Auch das Dorfgemeinschaftshaus ist, einst größtenteils in Eigenleistung entstanden, marode und müsste umfassend saniert werden.

Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und eine Begegnungsstätte für die Döhrener am Feuerwehrgerätehaus schaffen – mit kleiner Küche und Sanitäreinrichtungen –das ist das Ziel der Planungen, nachdem mehrere Vor-Ort-Termine mit den Gremien des Stadtrates und den Döhrenern stattgefunden hatten.

Deutliche Kritik im Stadtrat

Doch es geht nicht vorwärts, und darüber hat Sven Hinze bei der jüngsten Sitzung des Stadtrates seinem Unmut deutlich Luft gemacht. Der Döhrener blickte während der Einwohnerfragestunde zurück. „Seit 2015 geht das Problem mit dem Dorfgemeinschaftshaus hin und her, aber der Informationsfluss zu uns liegt bis heute bei Null“, beklagte der Bürger.

Im März 2016 hatte es eine Unterschriftensammlung gegeben, woraufhin der städtische Bau- und Vergabeausschuss einen Vor-Ort-Termin in Döhren wahrgenommen hatte. Der Ergebnis war eindeutig: Es muss etwas passieren, die Döhrener brauchen einen Treff für das Dorf. Es dauerte aber immer noch mehr als ein weiteres Jahr, bis die bevorzugte Variante eines neuen Dorfgemeinschaftshauses am Feuerwehrhaus feststand. Damit konnte aber auch den Feuerwehrleuten Rechnung getragen werden, die Sanitär- und Kücheneinrichtung dann vor Ort am Gerätehaus hätten.

2018, wieder war fast ein Jahr vergangen, weilte Bürgermeister Hans-Werner Kraul im Ortschaftsrat zu Gast und konstatierte unter anderem, dass es immer noch keinen Wasseranschluss für das Feuerwehrhaus geben würde. Im März 2019 nun saßen die Kameraden eng zusammengedrängt im kleinen Raum der Heimatfreunde, um ihre Jahreshauptversammlung abzuhalten, da das Dorfgemeinschaftshaus immer noch gesperrt ist. Auch hier war Bürgermeister Hans-Werner Kraul zugegen.

Kulturelles Leben liegt auf Eis

Dabei hatte der oberste Verwaltungschef der Einheitsgemeinde verkündet, dass Mittel für Döhren im Plan für 2020 und 2021 in zwei Jahresscheiben von je 150.000 und 100.000 Euro vorgesehen seien. „Wunder vollbringen und zaubern kann ich nicht. Ich bin gebunden an die Beschlüsse des Stadtrates“, erklärte der Bürgermeister den ehrenamtlichen Brandschützern. Kämmerin Dörte Wulff bestätigte die Einstellung der Summen, natürlich vorbehaltlich einer Zustimmung durch die Gremien. Zufriedenstellend waren diese Aussagen nicht, denn damit gehen weitere Jahre ins Land, bis es für Döhren mal wieder einen Treffpunkt gibt.

Seit drei Jahren sei es nicht mehr möglich, die beliebten Wanderungen des Heimatvereins durchzuführen, das kulturelle Leben Döhrens liegt auf Eis. Es gebe keinen Platz für Beratungen, für Zusammenkünfte, keine Sitzmöglichkeit, kein Wasser. „Ich erwarte, dass mal konkret gesagt wird, was passiert, wann und wie“, kritisierte Sven Hinze den langen Zeitraum, wo nichts außer der Sperrung des Dorfgemeinschaftshauses passiert sei.

Stadtrat Martin Herrmann kritisierte ebenfalls: „Wir reden um die vier Jahre darüber und kriegen es nicht gebacken. Und jetzt reden wir noch von zwei Jahren bis zur Realisierung.“ Das dauere viel zu lange, hier bestehe dringender Handlungsbedarf wie an einigen anderen Stellen auch.

Vorhaben hin- und hergeschoben

Ortsbürgermeisterin Jacqueline Hinze hatte schon zur Jahreshauptversammlung der freiwilligen Feuerwehr erklärt, dass dem Vorhaben bereits 2017 eine hohe Priorität eingeräumt worden sei, und jetzt müsse wieder neu darüber befunden werden. Das könne es doch wohl nicht sein, wenn einmal die Priorität feststeht, muss diese auch bis zur Umsetzung gelten und könne nicht mehr hin- und hergeschoben werden, wie es gerade passt. Wenn in einem Jahr etwas nicht mehr realisiert werden konnte, muss es doch aber im nächsten Jahr noch Gültigkeit besitzen.

Die Kameraden in Döhren seien sehr aktiv, lobte sie, fünf aktuelle Anwärter in einer solch kleinen Wehr sprächen wohl für sich. Doch es gehe einfach nicht voran. „Wie viele Jahre sitzen wir noch in einem Provisorium. Es muss doch mal vorangehen, wenigstens nur einen kleinen Schritt auf uns zu“, beklagte Jacqueline Hinze den unbefriedigenden Zustand für die Feuerwehrkameraden und alle Einwohner Döhrens.