Warnstreik

Gewerkschaft Verdi sorgt bei Hermes in Haldensleben „einen ganzen Tag lang für Unruhe“

Ein Teil der Beschäftigten von Hermes Fulfilment in Haldensleben hat am Donnerstag für eine bessere Bezahlung gestreikt. Dazu hatte die Gewerkschaft Verdi aufgerufen.

Von Jens Kusian
Verdi-Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago (links) spricht mit Hermes-Mitarbeitern.
Verdi-Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago (links) spricht mit Hermes-Mitarbeitern. Foto: Matthias Strauß

Haldensleben - Zu einem Warnstreik hatte die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten von Hermes Fulfilment in Haldensleben aufgerufen. Ab 5 Uhr ist die Otto-Tochter gestern bestreikt worden. „Wir sorgen den ganzen Tag lang hier für Unruhe“, erklärt Jörg Lauenroth-Mago, Verhandlungsführer für den Einzel- und Versandhandel bei Verdi.

Trotzdem ist direkt vor Ort nur wenig vom Streik zu sehen. „Aufgrund von Vorsichtsmaßnahmen wegen der Corona-Pandemie werden die Streikenden heute überwiegend gleich zu Hause bleiben“, erklärt Lauenroth-Mago. Darüber seien die Beschäftigten bereits Anfang der Woche informiert worden und viele würden sich auch daran halten, sagt er.

Enorm viele Überstunden

Mit der Aktion verspricht sich Verdi, dass von Seiten der Arbeitgeber in der kommen Tarifverhandlungsrunde am 24. Juni ein deutlich besseres Angebot vorgelegt werde als bisher. „Trotz massiver Umsatzsteigerungen - allein 30 Prozent bei Otto - verstecken sich die Arbeitgeber hinter der Corona-Pandemie und bieten gerade mal ein Prozent in diesem Jahr, fordern eine dreijährige Laufzeit und unterschiedliche Erhöhungszeitpunkte, je nachdem, wie ein Unternehmen durch die Pandemie gekommen ist. Von Wertschätzung keine Spur“, so der Verhandlungsführer.

Denn auf der anderen Seite seien auch nicht 30 Prozent mehr Personal eingestellt worden, meint er. „Die Leute sind einfach sauer und völlig platt wegen der enorm vielen Überstunden, die sie leisten müssen.“ Die Tarifkommission fordert daher eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 4,5 Prozent plus 45 Euro monatlich. Darüber hinaus fordert Verdi ein rentenfestes Mindestentgelt von 12,50 Euro pro Stunde sowie eine verkürzte Tarifvertragslaufzeit von zehn Monaten.