Hödingen l Mit einem Offenen Brief hat sich die Hödinger Bürgerinitiative gegen eine Erweiterung des landwirtschaftlichen Unternehmens am westlichen Ortsrand jetzt erneut an den Ortschaftsrat, den Stadtrat von Oebisfelde-Weferlingen und den Landkreis Börde gewandt.

„Wie es aussieht, wurde den Wünschen der LEG Schölecketal entsprochen, einen Teil des Landschaftsschutzgebietes umzuwidmen, damit bebaut werden kann und somit dem Ort Hödingen noch näher zu rücken“, heißt es in dem Offenen Brief der Initiative. Sie gehe zwar davon aus, dass es irgendwo anders einen Ausgleich gebe, doch bei dem betroffenen Areal handele es sich um einen „kleinen natürlichen Puffer der Wohnbebauung von Hödingen zu der Mega-Milchvieh-Stallanlage“.

Einwohner reichten Petition ein

Etliche Bürger bringt auf die Palme, dass offensichtlich abgelehnte Anträge so lange wieder vorgelegt werden sollen, bis das Ergebnis zugunsten des Antragstellers ausfällt. Auch die zunehmenden Einschränkungen der Nutzung des Siestedter Weges durch stetig steigenden Maschinenverkehr des Unternehmens wird von zahlreichen Einwohnern von Hödinger und Siestedter Seite beklagt.

„Es sollen nicht nur Unmengen von illegal abgelagertem Bauaushub aus einer früheren genehmigten Stallerweiterung zu einem Wall angeschüttet werden, nein, es soll auch noch eine Maschinen-Abstellfläche realisiert werden“, kritisiert Henry Weske, Sprecher der vor gut einem Jahr gegründeten Bürgerinitiative. Mehr als 40 Haushalte aus Hödingen hatten sich seinerzeit der Initiative angeschlossen. Mehr als 90 Einwohner hatten sich zuvor schon einer entsprechenden Petition angeschlossen.

Landkreis ignoriert Einwände

Alle Einwände der Initiative würden vehement durch den Landkreis Börde scheinbar ignoriert. Auch die Ablehnungen des Ortschaftsrates von Hödingen und des Bau- und Vergabeausschusses des Stadtrates seien damit wohl fruchtlos gescheitert. Und dass, obwohl mehrere Verstöße des Betriebes gegen geltendes Recht durch den Landkreis dokumentiert worden sind und zu Auflagen führten.

Für die Mitglieder der Bürgerinitiative bedeutet dies, dass Dreck und Lärm aus der Anlage noch näher an sie heranrücken. Es seien bereits weniger als 150 Meter von der ersten Wohnbebauung zum Milchvieh- und Biogasanlagenbetrieb, mit den erneut auf die Agenda gebrachten Maßnahmen werde diese Distanz nochmals unterschritten.

„Die zu schützende Landschaft wird umgebrochen, die Auen des Flüsschens Schöllecke werden begradigt, versiegelte Flächen geschaffen und alles das nur, weil hier scheinbar der Landkreis Börde alles für die Industrie umzusetzen scheint“, heißt es in dem Brief.

Ausschussmitglieder meldeten sich

Gelten für den ansässigen landwirtschaftlichen Industriebetrieb keine Grenzen, fragt die Bürgerinitiative in ihrem Schreiben.

Grund zur Sorge sehen Henry Weske und die Initiativmitglieder, weil demnächst im nicht öffentlichen Teil des Bau- und Vergabeausschusses, der in Oebisfelde tagt, unter dem Punkt „Private Bauanträge“ unter anderem ein Aktenzeichen den Ortsteil Hödingen betrifft. Als überaus positiv werten die Hödinger, dass sich daraufhin schon Mitglieder des Bau- und Vergabeausschusses bei ihnen gemeldet hätten, um in das Thema einzutauchen und argumentieren zu können.