Haldensleben l Wegen der derzeitigen Bauarbeiten an der „Otto-Kreuzung“ (Magdeburger Straße/Hamburger Straße/Gerikestraße) führt eine Umleitung auch über die Althaldensleber Straße. Daher hatte die Stadt Haldensleben bereits am 24. Juni auf beiden Fahrbahnen ein absolutes Halteverbot eingerichtet. Auslöser war eine Beschwerde der Firma „Hopert & Klinzmann“.

Regelung gilt

Besucher des Friedhofs können deshalb momentan nicht entlang der Althaldensleber Straße parken, sondern müssen den Parkplatz vor dem Eingang des Friedhofs nutzen. Dies gestaltet sich insbesondere für einige ältere Friedhofsbesucher schwierig. Einige von ihnen beschwerten sich bei der Volksstimme, die sich deshalb einmal umhörte.

Claudia Schmidt beispielsweise besucht mit Sohn Leon und Mutter Barbara den Haldensleber Friedhof. Sie hat für das Halteverbot in der Althaldensleber Straße Verständnis. „Ich kann das total verstehen, da ich auch in einer Straßenmeisterei arbeite“, erzählt Claudia Schmidt. Für ihre Mutter ist der Weg vom Parkplatz bis zum Grab nun etwas anstrengender geworden. Sie ist gesundheitlich angeschlagen und hat Probleme beim Gehen.

„Ich lege dann öfters Pausen ein“, erzählt sie. Denn das zu pflegende Grab befindet sich weiter hinten auf dem Haldensleber Friedhof – am entgegengesetzten Ende zum Parkplatz. Ein Fußmarsch von fünf Minuten ist für Barbara Schmidt sehr anstrengend. „Vielleicht könnten ja zwei oder drei Ausweichbuchten für gehbehinderte Menschen in der Straße eingerichtet werden“, schlägt Tochter Claudia Schmidt vor.

Ohne Verbot droht Stau

Auch das Bepflanzen der Gräber werde nämlich zu einer Herausforderung. „Ich bin sechs Mal gegangen, um alle Blumen vom Auto zum Grab zu bringen“, erzählt Claudia Schmidt. Die Strapazen nimmt sie in Kauf, da sie weiß, dass das absolute Halteverbot nur über einen begrenzten Zeitraum besteht. „Es würde sich sonst in der Althaldensleber Straße stauen, wenn dort Autos parken“, sagt sie.

Der 85-jährige Günter Paasche besucht das Grab seiner Frau im mittleren Bereich des Friedhofs regelmäßig. „Ich bin ja noch rüstig und mache gern einen Spaziergang“, erklärt der Rentner. Doch wenn es im Herbst an die Bepflanzung gehe, sei eine Parkmöglichkeit an der Althaldensleber Straße auch ihm zufolge besser.

Trotz des Familiengrabes etwas weiter hinten auf dem Friedhof, parkt Klaus Balleier sein Auto sowieso schon immer auf dem Friedhofsparkplatz. Er hat ebenfalls Verständnis für das Halteverbot. „Ich verstehe das. Wenn hier in der Rushhour alle langfahren, dann würden die parkenden Autos alles verstopfen“, sagt er.

Fortsetzung

Das absolute Halteverbot wird bis zur Beendigung der Baumaßnahmen Ende November bestehen bleiben. „Ohne Ausweichflächen können keine weiteren Parkerleichterungen geschaffen werden“, erklärt Stefanie Stirnweiß von der Presseabteilung der Stadtverwaltung. Parkbuchten für gehbehinderte Menschen können ihr zufolge leider nicht eingerichtet werden.

„Die Anordnung des Landkreises Börde war zwingend notwendig, damit der Verkehr rollen kann“, erklärt Stirnweiß. Grundsätzlich gelte im Straßenverkehr nämlich „Fließender Verkehr vor ruhendem Verkehr“.