Haldensleben l Auf dem Mittellandkanal ist immer Betrieb. Eckhard Kurfeld freut das. Er zählt nicht jedes einzelne Schiff, dass die Wasserstraße passiert. Der Geschäftsführer der Umschlags- und Handelsgesellschaft (UHH) hält vor allem nach Großmotorschiffen Ausschau, die ihre Tonnagen in Haldensleben abladen. „Bei Standorten in Wassernähe sagt man: Am Hafen misst man eine Stadt“, ist sich der Geschäftsführer, gebürtiger Norddeutscher aus Wismar (Mecklenburg-Vorpommern), sicher. Und der Haldensleber Hafen läuft gut.

Kanalhafen, Stadthafen und Südhafen bilden das Trio der Hafenterminals an der Wasserstraße in Höhe Haldensleben. Dort werden Massen- oder Stückgüter, Projektladungen oder Container umgeschlagen. Der Stadthafen wird ergänzt durch ein Container-Terminal. Dabei setzt das Unternehmen am Haldensleber Standort auf die besonderen Infrastrukturen, denn im Stadthafen können die Güter auf LKW als auch Waggons umgeladen werden. „Trimodaler Verkehr“ nennt sich das in der Fachsprache. Somit kann die Ware vom Wasser auf Schienen oder der Straße weitertransportiert werden. 38 Mitarbeiter packen dafür an allen drei Standorten mit an.

1700 Schiffe abgefertigt

Insgesamt wurden laut Eckhard Kurfeld im vergangenen Jahr 1700 Binnenschiffe an den Haldensleber Kaianlagen abgefertigt – ähnlich wie im Jahr 2018. Durch die unterschiedliche Größe der Schiffe wird der Unterschied erst in den Tonnagen deutlich. Im Mittellandkanal können Einzelschiffe bis zu 110 beziehungsweise sogenannte Koppelverbände bis zu 182 Metern Länge mit Ladungen von bis zu 3200 Tonnen fahren. Knapp zwei Millionen Tonnen wurden im Haldensleber Hafen insgesamt umgeschlagen, davon gehen 1,6 Millionen Tonnen auf den Schiffumschlag. Im Jahr 2018 waren es etwa 60 000 Tonnen weniger.

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Die Trockenheit der vergangenen beiden Jahre hatte keine Auswirkungen auf den Pegel des Mittellandkanals. Dieser ist laut dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Uelzen durchgängig bei 56 Metern über Normalhöhennull. Der Wasserstand schwankt lediglich um 20 Zentimeter. Dafür wird das Wasser in den Städten Magdeburg, Minden (Nordrhein-Westfalen), Hannover, Lüneburg und Uelzen (Niedersachsen) abgepumpt, um den Pegel zu halten. „Wir haben in bestimmten Marktsegmenten sogar von der Trockenheit profitiert. Einige Schiffe haben in Haldensleben ihre Güter umschlagen, weil das Fahrwasser der Elbe zu niedrig war“, erklärt Eckhard Kurfeld.

In den kommenden Jahren wird an der Hafenlandschaft Haldensleben einiges passieren. Eckhard Kurfeld spricht von „Investitionsvorhaben in Größenordnungen“. Demnach sollen Modernisierungsarbeiten an der Infrastruktur vorgenommen werden, aber auch Lagerkapazitäten erweitert werden. Einiges davon muss mit Unterstützung der öffentlichen Hand durch Fördermitteln realisiert werden.

„Manchmal vergessen die Haldensleber, dass es den Hafen gibt. Dabei ist der Mittellandkanal untrennbar mit der Stadt verbunden“, sagt Eckhard Kurfeld. Für die Region habe die Wasserstraße eine hohe wirtschaftliche Bedeutung. Mit großen Unternehmen wie zum Beispiel der NNG Flechtingen, K+S Kali AG oder „Mega Tierernährung“ aus Haldensleben arbeitet der Hafen am Standort eng zusammen und befördert ihre Güter in die ganze Welt.