Kindergarten

Hundisburger fordern eigene Kita

Seit zwei Jahrzehnten gibt es in Hundisburg keine Kindertagesstätte mehr. Politiker des Haldensleber Ortsteils wollen das ändern.

Hundisburg l Nico Schmidt ist nicht zufrieden mit der demografischen Entwicklung seines Ortsteils. Der Hundisburger Ortsbürgermeister sagt es ganz unumwunden: „Wir überaltern.“

Seit dem vergangenen Jahr seien sieben Familien aus Hundisburg weggezogen, sagt Schmidt. Das wisse er, weil sich die Familien vielfach persönlich bei ihm meldeten und nach Baugrundstücken fragten. Derzeit kann er ihnen keine Angebote machen. „Es muss erst jemand versterben und sein Haus verkaufen“, sagt Schmidt. Ob das Wohnbaugebiet am Hohen Stieg erweitert werden kann, prüfe die Stadt derzeit, berichtet der Bürgermeister.

Doch ein Platz zum Bauen ist nicht das einzige, was junge Familien an ihrem Wohnort erwarten. Das weiß auch Schmidt. Hundisburg hat heute anders als noch in den 90er Jahren weder eine Grundschule noch eine Kita. Das zu ändern und wenigstens eine Kita im Ort zu eröffnen – in den 90er Jahren gab es sogar zwei – ist schon länger der Wunsch einiger Hundisburger. Mit der Stadtverwaltung sei man darüber im Gespräch, berichtet Schmidt. Allerdings haben sich die Chancen für eine Kita zuletzt nicht verbessert.

Das liegt zum einen an Corona. Die Stadt rechnet für dieses Jahr mit deutlich weniger Einnahmen, deswegen ist eine ganze Reihe von Investitionen und Projekten vorerst verschoben. Darunter ist auch die Machbarkeitsstudie für eine Kita in Hundisburg.

Trüber geworden sind die Chancen für eine Kita in Hundisburg aber zuletzt auch wegen der Familien, die wegziehen. Wie Schmidt berichtet, sei von der Stadt zum Ende des vergangenen Jahres noch ein Bedarf von 50 Plätzen in Hundisburg ermittelt worden. Ein halbes Jahr später habe sich diese Zahl bereits auf 47 reduziert.

Für die Stadt sind das nicht genug Kinder, um eine neue Kita zu bauen. Wie Stadtsprecher Lutz Zimmermann berichtet, empfehle die Verwaltung keine neue Kita, wenn der Bedarf bei weniger als 51 Kindern liege.

Thema war die Forderung nach einer Kita auch bei der Sitzung des Ortschaftsrates in der vergangenen Woche. Dort betonte die Haldensleber Dezernentin Andrea Schulz, dass die Problematik trotz der verschobenen Machbarkeitsstudie nicht vom Tisch sei. „Natürlich kann man eine Kita in Hundisburg bauen“, sagte sie. Es müsse dabei aber untersucht werden, wie sinnvoll das sei. Sie verwies darauf, dass die Stadt für einen Kita-Bau vorerst ein Grundstück zu erwerben hätte.

Zur gesamten Kita-Planung der Stadt kündigte Schulz an, im September eine Beschlussvorlage im Stadtrat einzubringen. Darin gehe es um die Planung für die Kindertagesstätten in den kommenden Jahren. Eine Herausforderung sei dabei etwa, genug Ausweichplätze für die Kinder der Kita „Max und Moritz“ zu finden. Die Kita auf dem Süplinger Berg soll in den kommenden Jahren saniert werden. Sie ist die größte Kita der Stadt. Laut Henrik Hoffmann, dem Leiter der Einrichtung, besuchen derzeit 195 Kinder die Kita „Max und Moritz“.

Im Ortschaftsrat wurde die Ankündigung einer größeren Planung begrüßt. Von Thomas Seelmann etwa, der für die CDU auch im Stadtrat sitzt. „Ich finde es gut, dass die Stadt nun eine Kita-Planung vorstellen will“, sagte er. Und kündigte sogleich an: „Wir werden alles daran setzen, dass Hundisburg nicht leer ausgeht.“

Etwas familienfreundlicher wird Hundisburg schon in den kommenden Monaten an anderer Stelle. Bei der vergangenen Sitzung wurden den Mitgliedern des Ortschaftsrats die Pläne für die Umgestaltung des Spielplatzes am Thie vorgestellt. Wie die Planer berichteten, werde der Spielplatz thematisch als „Ritterlager“ neu gestaltet. Dazu stellten die Fachleute zwei Varianten vor. Weil für die Spielplatz-Erneuerung nach erster Variante nicht genug Geld im Haushalt vorgesehen ist, wird nun eine gekürzte Neugestaltung weiter verfolgt. Gespart werden soll etwa bei Bänken und der Grünanlage. Nicht verzichten will der Ortschaftsrat hingegegn auf ein Spielgerät zum Klettern und Balancieren. Schmidt will dafür Spenden einsammelt. Zusagen über etwa 2000 Euro von Privatleuten und Firmen habe er bereits. Das Spielgerät kostet etwas mehr als 4000 Euro. Schmidt hofft, dass der Spielplatz noch in diesem Jahr umgestaltet wird.