Was ist eine Smart City?

Eine „Smart City“ soll die Lebensqualität ihrer Einwohner verbessern. Dazu werden moderne Technologien aus den Bereichen Energie, Mobilität, Umwelt, Verwaltung und Kommunikation miteinander vernetzt. Die Smart City soll im Vergleich zu herkömmlichen Städten effizienter, nachhaltiger und fortschrittlicher sein. Eine eindeutige Definition des Begriffs Smart City gibt es allerdings nicht.

Haldensleben l  Mit dem bevorstehenden Ausbau des Breitbandnetzes sollen nicht nur die städtischen Einrichtungen digital miteinander vernetzt werden, auch der Aufbau eines öffentlichen WLAN ist geplant. Der freie Internetzugang soll in Haldensleben und den Ortsteilen ermöglicht werden – an Treffpunkten und an Gebäuden mit vielen Besuchern, so die Vorstellungen von Lutz Zimmermann.

Der Leiter der Abteilung Stadtmarketing und Kommunikation in der Stadtverwaltung betreut neben dem Breitbandausbau auch den Arbeitskreis „Digitales Haldensleben“, bei dem die Weichen für das gleichnamige Vorhaben gestellt werden. Haldensleben macht sich damit auf den Weg in Richtung „Smart City“.

Eine "Smart City"

 „Eine Smart City“, so erklärt Wilfried Nitz bei einem ersten Treffen des Arbeitskreises, „braucht gewisse Grundvoraussetzungen. Eine davon ist flächendeckendes WLAN.“ Nitz ist Mitarbeiter des Magdeburger Instituts für Informations- und Kommunikationstechnik (I2KT), das den Breitbandausbau und das Projekt Digitales Haldensleben im Auftrag der Stadtverwaltung betreut.

Er hat dem Arbeitskreis, zu dem neben Vertretern der Stadtverwaltung auch Stadträte sowie die Stadtwerke Haldensleben gehören, mehrere Modelle vorgestellt, wie ein freier Internetzugang im Stadtgebiet und den Ortsteilen geschaffen werden kann. „Eine Lösung wäre, dass man sich einen großen Netzbetreiber ins Boot holt. Oder das Netz wird von der Kommune im Eigenausbau geschaffen. Es gibt jedoch auch Kooperationsmodelle, die beide Varianten in sich vereinen“, erklärt Nitz dazu.

Netzbetrieb muss Stadt allein bezahlen

„Vom Land Sachsen-Anhalt wird der Eigenausbau befürwortet“, ergänzt Lutz Zimmermann. Es unterstützt solche Vorhaben auch mit Fördermitteln. Allerdings ist der Betrag gedeckelt, 100.000 Euro ist die Höchstfördersumme. Würde Haldensleben Fördermittel vom Land bekommen, hätte die Stadt ein Jahr Zeit, solch ein kabelloses Netzwerk zu schaffen. „Gefördert wird nur der Aufbau, aber nicht der Betrieb des Netzes“, macht Wilfried Nitz deutlich.

Er spricht damit die Folgekosten an, mit der die Stadt rechnen müsse. Als „grobe Hochschätzung“ nannte er Betriebskosten von 100 Euro pro Zugangspunkt und Jahr. 80 solcher Punkte sollten schon geschaffen werden, meint er. Allerdings seien aber wohl nicht alle förderfähig.

Partner für Projekt finden

„Unsere Aufgabe ist es daher, erst einmal genau das Gebiet abzustecken und die Zugangspunkte festzulegen. Dann müssen wir einen Partner finden, mit dem das Projekt umgesetzt werden kann. Erst dann können wir auch die Kosten kalkulieren“, so der I2KT-Mitarbeiter.

Lutz Zimmermann verweist aber auch noch auf andere Fördermöglichkeiten, die das Land Sachsen-Anhalt und die Europäische Union in Aussicht gestellt haben. Welcher am Ende in Anspruch genommen wird, sei noch offen, meint er. „Doch die Eigenmittel dafür sind bereits im Haushalt eingestellt“, versichert er.