Walbeck l Wenn sich Geschichte mit Mystik und ganz viel Musik verbindet, dann kann das nur bedeuten, dass hoch auf dem Walbecker Hagen das Irisch-keltische Mittsommerfest begangen wird. Bereits zum 14. Mal pilgerten auf Einladung der „Turmfalken“ Besucher aus der Umgebung, aber durchaus auch von weiter her nach Walbeck. Es sind insbesondere Bands wie Nobody knows, Clonmac Noise oder Selfish Murphy, der ihre Fangemeinde oft über Hunderte von Kilometern folgen. Für die treuen Festbesucher aus der Nähe ist Walbeck ohnehin eine feste Größe im Jahresreigen.

Trotz eines hochsommerlichen Wochenendes flossen neben Schweiß reichlich Gerstensaft und Wein, vor allem aber auch Wasser in die Trinkbecher und -hörner der Rittersleut und Burgfräuleins, der Marktleute und Spielmänner.

In gewohnt deftiger und zugleich eindringlicher Manier eröffneten der Herold Sir Cedric und Ugluck, der Bucklige, das marktliche Treiben in Anwesenheit von König Otto, dem Großen, und seiner Gemahlin sowie der Gefolgsleute der Freien Ostfälischen Ritterschaft, der Hospitaliter zu Magdeburg, der Freien Recken zu Hannover und der Nordmänner aus dem Wikingerreich.

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Ugluck sitzt nicht nur der Schalk faustdick im Nacken, auch eine neue Sehhilfe auf seiner Nase wurde zum Gegenstand seiner unglaublichen Plaudereien. Da hatte selbst der Weferlinger Klaus Banse als Hofnarr am Königshofe, der sonst um kein Wort verlegen ist, seine liebe Mühe mitzuhalten.

Strikte Marktregeln

Die Marktregeln, ebenso strikt wie unsinnig, besagten zum Beispiel, dass es verboten sei, gepanschtes Bier zu servieren. Um die Probe aufs Exempel zu machen, durfte „der ehrwürdige Michael aus Bebertal“, just aus dem Publikum wegen seines T-Shirts mit der Aufschrift „Tank“ ausgewählt, einen ganzen Becher voll Bier probieren. Ohne mit der Wimper zu zucken, ergoss sich der edle Gerstensaft in seine Kehle - und wurde für gut befunden.

Wein, Weib und Gesang - des Recken Herzen schlugen angesichts dieser achtundvierzigstündigen Mischung höher, auch wenn mit den Fairytales in diesem Jahr eine andere Feuershow als in den Vorjahren jeweils den Schlusspunkt unter beide Mittsommerfesttage, besser Nächte, setzte.

Ihre Späher hatten schon die einzelnen Lager der Heerscharen entsandt, um das Festtreiben zu beobachten. Am Aufstieg auf den Hagen konnten sie dank privat zur Verfügung gestellter Flächen ihre Zeltlager errichten und luden zu einem Besuch ein.

In den Tavernen und an den Marktküchen brodelte und brutzelte leckere Kost, und allerlei Handwerkliches konnten den geschätzten Besucher von Kopf bis Fuß einkleiden und schmücken. Wer wollte, konnte auch dem einen oder anderen Handwerker beim Arbeiten zuschauen. Bis ins kleinste Detail wurde die Stände fürs Publikum hergerichtet.

Dudelsackmusik von Dimi

Da konnte dann auch schon einmal vor dem Pub schottische Dudelsackmusik von Dimi erklingen oder der Honig neben dem Met erstanden werden. Deftige Wildwurst verbreitete köstlichen Duft, ebenso wie die vielen kleinen Feuer, auf denen die Kost köchelte.

„Es ist immer wieder besonders schön, dass sich neue Marktstände finden, die unser Angebot bereichern“, sagt „Turmfalke“ Veronika Bernsdorf, die wie viele andere auch mit ihrer ganzen Familie stets von Anfang bis Ende mitten im Trubel drinsteckt.

Neben dem Walbecker Kindergarten, der in jedem Jahr mit einem anderen Programm erfreut, kamen natürlich auch die Jüngsten überall auf dem Festgelände auf ihre Kosten. Historische Spiele und kreative Angebote wie das Fädeln von Ketten und Armbändern bereiteten nicht nur den Kindern Freude, sondern auch ihren Eltern.

Es sind die Abwechslung und diese Mischung, die die Irisch-keltische Mittsommernacht so einzigartig sein lässt, und das im mittlerweile 14. Jahr ihres Bestehens. Wie formulierte es Ortsbürgermeister Martin Herrmann mit einem Ausflug zu Hera in die griechische Mythologie? Diesen erfolgreichen Bann können auch die 14 Gehilfinnen der Hera nicht brechen.