Haldensleben l Elke Jachmann hat ein Problem. Die Frau aus Harbke hat sich vor zwei Wochen ein Auto gekauft. Das brauche sie, etwa für Arztbesuche, sagt sie. Es stehe bereits bei ihr auf dem Hof. Nur benutzen kann sie es nicht. Jachmann sagt, sie bekomme seit zwei Wochen keinen Termin in den Zulassungsstellen in Oschersleben und Haldensleben.

Tatsächlich geht dort ohne Termin gar nichts. Die Vergabe erfolgt ausschließlich online. Terminreservierungen per Mail und Telefon sind laut Webseite nicht möglich. Zudem wacht seit der Wiedereröffnung am 12. Mai ein Sicherheitsmann am Eingang der Haldensleber Zulassungsstelle.

Wer einen Termin haben möchte, sollte früh aufstehen. Laut Webseite werden an den Öffnungstagen der Zulassungsstelle morgens um sieben Uhr freie Termine ausgegeben.

„Man muss auf der Lauer liegen“, sagt ein Haldensleber Motorradfahrer am Freitagvormittag, als er gerade die Zulassungsstelle an der Kronesruhe verlässt. Seinen Namen will er nicht in der Zeitung lesen, gerade hat er sein Motorrad zugelassen. Tage zuvor konnte er nur einen Termin für den kommenden Dienstag ergattern. Freitagmorgen habe er dann um sieben Uhr die Webseite besucht, kurze Zeit später habe es freie Termine für den selben Tag gegeben.

Kaum Termine frei

Es seien kaum Termine frei, wenn man reinschaue, sagt Hans-Ulrich Winkler. Er besorgt die Zulassungen für ein Haldensleber Autohaus. Er sagt, seine Arbeit sei schwieriger geworden. Vor Corona hätte man montags ein Auto kaufen können und dienstags problemlos die Zulassung gehabt. Heute sei das nicht mehr so einfach möglich.

Die Situation in den Zulassungsstellen war auch schon im Kreistag Thema. Iris Herzig, die zuständige Dezernentin beim Landkreis, betonte dort Mitte Mai, dass alle Schalter in den Zulassungsstellen besetzt seien. Nach den wochenlangen Corona-Schließzeiten warb sie damals für Verständnis: „Es geht nicht schneller, es ist eine schwierige Situation.“

Das ist nun zwei Monate her. Dass es die Probleme noch immer gibt, kann Bodo Zeymer nicht verstehen. Er sitzt für die Grünen im Kreistag. „Es ist nicht nachvollziehbar, dass das immer noch nicht funktioniert“, sagt er.

Dezernentin Herzig räumt auf Nachfrage ein, dass es noch keine Entspannung an den Zulassungsstellen gebe. Sie betont: „Wir sind mit der Situation nicht zufrieden“. Weiterhin sei ein Rückstau da. Es würde nun geprüft, wie die Lage verbessert werden könne. Denkbar sei etwa, dass andere Landkreismitarbeiter, die schon einmal in der Zulassungsstelle tätig gewesen seien, nun dort aushelfen, berichtet Herzig. Sie sagt, die Zahl der Mitarbeiter und der Schalter in den Zulassungsstellen habe sich im Vergleich zur Vor-Coronazeit nicht verändert.

Herzig sagt, in „ganz dringenden Fällen“, wenn etwa das Auto für die Arbeit gebraucht werde, könnten sich Bürger auch per Mail melden, um schnell eine Lösung zu finden.