Haldensleben l „Es ist einfach ärgerlich. Ich hab jetzt Rennerei und Arbeit“, sagt Wolfgang Dosche. Der Hobbygärtner, der Vorstandsmitglied im Kleingartenverein „Neues Land“ ist, steht vor seiner Laube und schüttelt den Kopf. Die Tür zu dem Häuschen ist in der Nacht zum Donnerstag gewaltsam aufgebrochen worden. In der Laube sind Dreckspuren auf dem Teppich zu sehen.

„Es war alles verwüstet“, erzählt Dosche, der als Erster die Einbrüche im Gartenverein entdeckt. Schnell melden sich jedoch Nachbarn – insgesamt in acht Gärten des Vereins brachen die Täter ein. Die Einbrecher stehlen Wolfgang Dosche mehrere Schlüsselbunde. „Und zwei Flaschen Bier, die standen hier vorne zufällig“, sagt der Kleingärtner, der seinen Garten seit 1972 besitzt. Seitdem ist schon zweimal bei ihm eingebrochen worden. Die Gartenanlage „Neues Land“ neben den Bahngleisen nahe der Schützenstraße liegt einfach so ruhig, dass sie Dieben ein gutes Ziel biete, schätzt er ein.

Seit zwei Jahren "Ruhe gehabt"

Anders verhält es sich mit dem Kleingartenverein „Bodenreform“ an der Neuenhofer Straße. „Wir hatten jetzt eigentlich seit zwei Jahren Ruhe“, erzählt Vorsitzender Heiko Schäfer. Seit den letzten Einbrüchen „ziert“ Stacheldraht einige Zäune, die Gartenpforten sind für Fremde stets verschlossen. Doch in der Nacht zu Donnerstag brechen Unbekannte auch in diese Gartenanlage ein. Von den rund 150 Gärten, die derzeit verpachtet sind, öffnen sie 16 Lauben gewaltsam.

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Betroffen ist auch Jürgen Hoffmann. „Man sieht die Fußspuren an der Tür, sie wurde aufgetreten“, sagt er. „Alle Schränke wurden geöffnet, der gesamte Inhalt hinausgezogen“, erzählt der Kleingärtner. Auch sein Schuppen, in dem sich nagelneue Geräte, zum Beispiel zum Pflügen und Heckenschneiden, sowie ein erst zwei Monate alter Benzinrasenmäher befinden, ist aufgebrochen. Gestohlen haben die Täter ihm allerdings gar nichts. „Aus allen Lauben wurde insgesamt nur ein Rasenmäher und eine Heckenschere entwendet. Ansonsten haben die Einbrecher nur Chaos und Verwüstung hinterlassen“, resümiert Heiko Schäfer.

Kommen Täter nochmal wieder?

Die Kleingärtner rufen sofort die Polizei, die die Einbrüche sehr ernst nimmt. „Sie sind mit sieben Leuten gekommen, haben alles genau fotografiert und aufgeschrieben und sich viel Zeit genommen“, lobt Heiko Schäfer.

Während die Polizei noch die Faktenlage prüft und sich mit Aussagen zu Tätern und Motiven zurückhält, spekulieren die Kleingärtner bereits. „Ich hab das Gefühl, das war nur blinde Zerstörungswut“, sagt Jürgen Hoffmann. „Oder die wollten erstmal alles ausspionieren und kommen nochmal wieder“, ergänzt Heiko Schäfer. Einig sind sich die Gartenfreunde aber in einem: die Laubeneinbrüche sind für sie einfach ärgerlich.