Gottesdienst

Konfirmanden träumen in der Stiftskirche in Walbeck vom Frieden in der Welt

Von der Vergangenheit in die Zukunft – diesen großen Schritt gingen Konfirmanden an der Stiftskirchenruine in Walbeck. Sie sprachen über ihren Wunsch nach Frieden und respektvollem Umgang aller Menschen miteinander.

Von Anett Roisch
Lena Döbel (v.l.), Alia Wienecke, Pascal Mertens, Marlon Strauß, Tom Neubauer und Nick Schneider haben einen Gottesdienst an der Stiftskirchenruine in Walbeck gestaltet, in dem es um die Zukunft ging. Sie haben ihre Sorgen und Wünsche zum Thema gemacht.
Lena Döbel (v.l.), Alia Wienecke, Pascal Mertens, Marlon Strauß, Tom Neubauer und Nick Schneider haben einen Gottesdienst an der Stiftskirchenruine in Walbeck gestaltet, in dem es um die Zukunft ging. Sie haben ihre Sorgen und Wünsche zum Thema gemacht. Foto: Anett Roisch

Walbeck - Lena Döbel, Alia Wienecke, Alina Drüsedau, Tom Neubauer und Pascal Mertens werden in diesem Jahr konfirmiert, Marlon Strauß, Nick Schneider, Constantin Sobczyk im nächsten Jahr. Am Sonntag stellten sich die Jugendlichen in einem Gottesdienst an der Stiftskirchenruine in Walbeck vor. Alina Drüsedau und Constantin Sobczyk konnten nicht dabei sein.

Die Acht- und Siebtklässler hatten den Gottesdienst mit Unterstützung von Pfarrerin Karen Simon-Malue selbst gestaltet. Der Haldensleber Jugendpfarrer Robert Neumann stand ihnen ebenfalls zur Seite, ganz besonders musikalisch.

Es war in jeder Hinsicht ein besonderer Gottesdienst. Die Ruine der zur Ottonenzeit erbauten Stiftskirche bot eine eindrucksvolle Kulisse. Mit ihrem Dudelsack entführte Karen Simon-Malue auch eher in frühere Zeiten, wobei Robert Neumann seine Gitarre als Rhythmusinstrument einsetzte.

Der Jugendpfarrer entzündete eine Kerze für die vor wenigen Tagen verunglückte Sarah. Sie sei 2018 in Walbeck konfirmiert worden, gemeinsam mit Svenja Pickbrenner, die die Konfirmanden an diesem Tag ebenfalls unterstützte.

Gedanken über die Zukunft

Vor historischer Kulisse beschäftigten sich die Konfirmanden und Vorkonfirmanden mit der Zukunft, und zwar mit ihrer Zukunft, wie den Besuchern des Gottesdienstes schnell klar wurde.

Tom Neubauer und Nick Schneider sprachen über ihre Sorgen, dass die Umweltverschmutzung zunehme. Auch um das Wohl der Tiere sind sie besorgt. Immer mehr Menschen werden Vegetarier oder Veganer. Ihre größte Sorge jedoch besteht darin, dass sich der Nahostkonflikt zu einem Krieg ausweiten könnte.

Lena und Alia luden in ihrer gemeinsamen Predigt zunächst zu einer Zeitreise ein. Am 23. August 1963 habe Martin Luther King beim Marsch auf Washington für Arbeit und Freiheit eine der bedeutendsten Reden überhaupt gehalten, die bekannt ist unter „I have a dream“. Martin Luther King sprach davon, dass er wolle, dass seine Kinder mal in einer Nation leben werden, in der sie nicht aufgrund ihrer Hautfarbe bewertet werden, sondern aufgrund ihres wirklichen Charakters. „Ist das nicht etwas, wonach wir alle streben sollten“, fragte Alia.

Respektvoller Umgang aller Menschen miteinander

Viele Menschen hätten Hoffnung geschöpft. „Denn es sollte als gemeinsames Ziel gelten, alle Menschen gleichermaßen mit Respekt und Nächstenliebe zu behandeln“, erklärte Lena. „Es war, als würde Gott an diesem Tag aus Martin Luther King sprechen“, schlussfolgerte Alia und fragte: „Wieso werden Menschen nur aufgrund ihrer Hautfarbe oder ihrer Religion anders behandelt?“ „Ich finde, jeder, egal ob schwarz, weiß oder bunt, sollte einen Glauben an etwas haben dürfen, ohne dafür beurteilt zu werden“, antwortete Lena.

„Wir haben den Traum, dass in der Zukunft alle Menschen respektvoll miteinander umgehen, denn Mensch ist Mensch“, fasste Alia zusammen und Lena ergänzte: „Wir haben den Traum, dass durch diesen Umgang der Frieden auf der Welt gesichert wird. Frieden ist unserer Meinung nach mit das Wichtigste, was es gibt.“

In einem friedlichen Land hätten die Menschen meist viel bessere Chancen, glücklich zu sein. Und wer sich sicher und geborgen fühle, behandele andere Menschen besser. „Wir wollen in Zukunft versuchen, dafür zu sorgen, dass alle Menschen sich mit gleichem Respekt begegnen“, steckte Lena ein Ziel.

Auch mit einem hölzernen Fisch, der an einem Stab im Boden steckte und eigentlich für ein Beet gedacht ist, symbolisierten die Mädchen und Jungen an diesem Tag ihren christlichen Glauben. Den Fisch hatten sie bei einem Konfirmandentreff in Behnsdorf selbst ausgesägt.

Jeweils mittwochs trifft sich abends die Junge Gemeinde in der Kulturscheune in Behnsdorf, lud dann Robert Neumann die jungen Leute auch noch ein. Bei schönem Sommerwetter werde der Treff aber auch mal ins Walbecker Bad verlegt, versicherte er.