Haldensleben l „Eine solche Zusammenarbeit über Institutionsgrenzen hinweg ist einmalig“, erklärt Enrico Viohl. Gemeinsam mit Birka Hübener arbeitet er bei der Netzwerkstelle „Schulerfolg sichern“ der Arbeiterwohlfahrt (Awo), unterstützt und gefördert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds. Ihre Aufgabe besteht unter anderem darin, schulische und außerschulische Bildungsprozesse zu verknüpfen. Dabei verzahnen sie im Landkreis Börde nicht zuletzt die Schulsozialarbeit sowie die Kinder- und Jugendhilfe miteinander.

Aber das ist nicht alles. Durch ihre Arbeit haben Birka Hübener und Enrico Viohl Kontakt zu zahlreichen Akteuren. Aus dieser Kooperation hat sich die „Regionalgruppe Haldensleben“ entwickelt, die sich für Jugendliche stark macht. Mit an Bord sind neben Schulsozialarbeitern unter anderem auch der Bund der Vertriebenen, der CVJM, die Beratungslehrkraft des Landesschulamtes, der Street Worker der Stadt Haldensleben sowie der Stadtjugendpfleger, das Jugendfreizeitzentrum „Der Club“ und das Partizipationsbüro „StimmRecht“. Und das ist nur der harte Kern.

Mehrere Veranstaltungen geplant

Je nach geplantem Projekt können weitere Partner dazukommen. Zum Beispiel die Drogen- und Suchtberatung. Der Vorteil: „Jeder hat seinen eigenen Blickwinkel, den er mit einbringen kann, und seinerseits den Kontakt zu weiteren Kooperationspartnern“, erläutert Enrico Viohl. Auf diese Weise wird die Regionalgruppe zu einer Art Tauschbörse für Ideen, fachliches Know-how und Ressourcen.

Die Gruppe gibt es bereits seit einigen Jahren. Derzeit arbeiten die Mitglieder am Feinschliff ihrer Veranstaltungen für 2017. Geplant sind unter anderem Kinder-Discos, Fußballturniere für Toleranz und Fairness sowie ein sogenannter Talent-Campus in Trägerschaft der Kreisvolkshochschule zum Thema „YouTube“.

In der Vergangenheit gab es auch schon eine Azubi-Tour mit dem Kooperationsunternehmen „eingebrand“. Dabei wurden Jugendliche per Bus in verschiedene Betriebe der Region gebracht. Dort konnten sie beispielsweise an Führungen oder einem Bewerbungstraining teilnehmen. Jede dieser Aktionen soll Begegnungen zwischen Jugendlichen ermöglichen, vom Förderschüler bis zum Gymnasiasten. Denn: „Alles, was Begegnung schafft, schafft auch Vertrauen“, so Viohl. Außerdem sollen die Projekte zu positiven Erlebnissen führen. „Sich selbst und andere positiv zu erleben, stärkt das Selbstwertgefühl“, fährt Birka Hübener fort.

Möglichkeiten werden gebündelt

Durch ihre Zusammenarbeit können die Mitglieder der Regionalgruppe ihre Möglichkeiten bündeln, die eigene Zielgruppe erweitern und auf diese Weise gemeinsam mehr erreichen. Gleichzeitig können sie unter einander Fachwissen und Erfahrungen austauschen. Die Treffen finden in der Regel alle vier Wochen im Haldensleber Mehrgenerationenhaus EHFA statt.

Die Netzwerkstelle „Schulerfolg sichern“ kümmert sich dabei laut Enrico Viohl um die Koordination und das Organisatorische. Ansonsten unterstützen sich die Akteure gegenseitig.

„Manchmal hat jemand eine Idee, findet aber nicht die richtigen Projektpartner. Da kann die Regionalgruppe durch ihre vielfältigen Kontakte weiterhelfen“, nennt Birka Hübener ein Beispiel. „Jeder ist mal mit einem Projekt dran. Bis dahin unterstützt er oder sie die anderen, auch wenn er dabei nicht unbedingt im Mittelpunkt steht. Ich finde es toll, dass das funktioniert“, hält Enrico Viohl fest. Schließlich habe jedes Mitglied seinen eigenen Job. „Zu sagen: Wir machen darüber hinaus noch etwas für Haldensleben, ist eine enorme Leistung“, betont der Sozialpädagoge.