Haldensleben l Die Börde-CDU entschied bei der Mitgliederversammlung, welchen Kandidaten sie zur Landratswahl ins Rennen schicken will: Den jungen Politiker Martin Stichnoth oder den erfahrenen Amtsinhaber Hans Walker. Die Parteimitglieder stimmten mit deutlicher Mehrheit für einen Generationswechsel.

Mit 111 Stimmen konnte Martin Stichnoth, Wolmirstedts Bürgermeister, die Wahl für sich entscheiden. Amtsinhaber Hans Walker erhielt 59 Stimmen der Börde-Christdemokraten und wird damit keine weitere Legislaturperiode der Kreisverwaltung vorstehen. Beide stellten sich bereits 2011 dem Votum der Börde-Christdemokraten. Bei der Nominierung im Jahr 2011 gewann Hans Walker knapp mit 5 Stimmen mehr, in diesem Jahr holte Martin Stichnoth 52 Stimmen mehr als sein Gegenkandidat.

Brückenbauer der Generationen

In seiner Ansprache an die Parteimitglieder erinnerte Martin Stichnoth daran, dass er bereits 2011 Landrat werden wollte und verlor. „Ich will nicht verheimlichen, dass mich der Wahlausgang damals auch gekränkt hat", sagt er im Rückblick. Vertröstet wurde er damals mit den Worten, dass er erst 33 Jahre alt sei und noch Erfahrung sammeln könne. Das nahm er ernst. Seit 2013 ist er Bürgermeister in Wolmirstedt, konnte somit politische Erfahrung sammeln – nicht nur als Bürgermeister, sondern auch als Mitglied des Kreistags.

Der 40-Jährige sieht sich als Brückenbauer zwischen den Generationen. „Wir müssen die jungen Generationen animieren, im Landkreis zu bleiben", sagt Martin Stichnoth. Seine Schwerpunkte liegen auf der Stärkung der lokalen Wirtschaft und dem Ausbau der Bildung – auch, um junge Menschen zu halten.

Den Generationenwechsel griff auch Hans Walker in seiner Rede auf: „Ich bin nicht mehr 40, nicht mehr der Jüngste – aber ich möchte den Generationswechsel in der Verwaltung mit Erfahrung vorantreiben." Er verwies auf die erfolgreiche Integration von 3000 Geflüchteten während seiner Legislaturperiode. Am Ende der Wahl musste er sich geschlagen geben.

Landrat der Börde oder Bürgermeiste

Der amtierende Landrat zeigte sich enttäuscht von dem Ausgang der Wahl. „Es war ein eindeutiges Ergebnis: Die Mehrheit wollte den Generationswechsel. Das muss ich jetzt akzeptieren", sagt Hans Walker. Zehn Monate hat er sein Amt noch inne.

Gewinner Martin Stichnoth konnte das Ergebnis kaum fassen: „Ich bin baff und freue mich wirklich sehr." Als Landratskandidat der CDU wolle er es sich zur Aufgabe machen, wieder Nähe zu den Bürgern aufzubauen – vor allem durch ein offenes Ohr.

Am 18. März 2018 wird im Landkreis Börde der neue Landrat gewählt. Wer gegen den CDU-Kandidaten Stichnoth antritt, wird erst in den kommenden Wochen entschieden. Am 7. September 2018 wird der neue Landrat sein Amt antreten. Sollte Stichnoth diese Wahl gewinnen und Landrat des Bördekreises werden, müssten die Wolmirstedter einen neuen Bürgermeister wählen.