Landtagswahl

Landtagskandidat Guido Henke (Die Linke): „Ich möchte Probleme verstehen und lösen“

Am 6. Juni wird ein neuer Landtag gewählt. In den nächsten Tagen stellt die Volksstimme die Kandidaten vor, die sich im Wahlkreis 7 – Haldensleben um ein Mandat bewerben. Guido Henke (Die Linke) setzt seine Schwerpunkte auf die Themen Wohnen und Verkehrspolitik.

Von Jens Kusian
Guido Henke kandidiert für Die Linke erneut bei der kommenden Landtagswahl. Seit dem Jahr 2006 sitzt der Haldensleber mit kurzer Unterbrechung im Parlament von Sachsen-Anhalt.
Guido Henke kandidiert für Die Linke erneut bei der kommenden Landtagswahl. Seit dem Jahr 2006 sitzt der Haldensleber mit kurzer Unterbrechung im Parlament von Sachsen-Anhalt. Foto: Juliane Just

Haldensleben - Was die Landespolitik angeht, so ist Guido Henke ein „alter Hase“. Seit 2006 sitzt der Haldensleber im Landtag von Sachsen-Anhalt, ist dort zuständig für Bau-, Wohnungs- und Verkehrspolitik und ist Mitglied im Ausschuss für Landesentwicklung und Verkehr sowie im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Auch im Finanzausschuss hat er zehn Jahre lang mitgewirkt. „Die Abgeordnetenarbeit“, so versichert er, „Mache ich nach wie vor sehr gerne.“

Und er könne sich auch noch richtig aufregen, gesteht er. „Im Prinzip über alles, wo viel Wind gemacht wird, aber nichts dahinter steckt. Ich dagegen möchte die Probleme verstehen und lösen. Herumpoltern macht die Sache nicht besser“, sieht er sich selbst als sachorientierten Politiker an. Mit Politikinszenierung habe er seine Probleme.

Niveau halten und dauerhaft sichern

Sein großes Augenmerk liegt auf den Bereichen Wohnen und Verkehrspolitik. „Die Gesamtentwicklung der vergangenen 30 Jahre in Sachsen-Anhalt zum Thema Wohnen ist schon eine Erfolgsgeschichte“, resümiert Henke, schränkt aber auch ein: „Wir wohnen so gut wie noch nie. Aber jetzt kommt es darauf an, dieses Niveau trotz aller Schwierigkeiten zu halten und dauerhaft zu sichern.“

Dazu brauche es aber auch eine vernünftige Finanzpolitik des Landes, ist er überzeugt. Wenn immer nur von Haushaltsplan zu Haushaltsplan gehandelt werde, dann könne sich nichts Strukturelles entwickeln, betont der Finanzpolitiker. Ebenso wichtig ist es für ihn in diesem Zusammenhang, auch das Umfeld mit im Blick zu haben, beispielsweise die Entwicklung bei der Wasser- und Energieversorgung nicht außer Acht zu lassen.

Einen Prozess, den er mit Sorge beobachtet, ist die Verdrängung von Alteingesessenen aus guten Wohngegenden. „Ich sehe dieses Entwicklung, auch wenn sie noch nicht so extrem zutage tritt. Daher muss bereits jetzt gegengesteuert werden“, ist Henke überzeugt.

Sparpolitik der Vergangenheit war der falsche Weg

Luft nach oben sieht Guido Henke auch beim öffentlichen Nahverkehr. Der Ausbau müsse weiter vorangebracht werden. Zudem hält er einen Stopp der jährlichen Preiserhöhungen für sinnvoll, geht aber noch einen Schritt weiter: Sein Ziel ist die entgeltfreie Nutzung des ÖPNV für alle. Die derzeitige Diskussion, dass die Elektromobilität alle Probleme lösen könnte, hält er dagegen für gefährlich. „Wir unterstützen damit nur die Reichen der Reichen - die Autoindustrie“, sagt er.

Kritik übt Henke aber auch an der Sparpolitik des Landes in den vergangenen Jahren. „Das schlägt jetzt durch. Überall fehlen die Fachkräfte - in der Verwaltung, in den Landesämtern, in der technischen Verwaltung. Diese Entwicklung konnte man kommen sehen. Die Ideologie eines schlanken Staats rächt sich nun erbarmungslos“, findet er deutliche Worte. „Ein Staat kann nicht sparen!“