Haldensleben l Auch im Landkreis Börde soll es am Mittwoch, 27. Februar 2019, zum Lehrer-Warnstreik kommen. Das hat Volker Thiele, Kreisvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), am Sonntag in Haldensleben bekanntgegeben. Die Börde-GEW rufe alle Lehrer an öffentlichen Schulen zum ganztägigen Warnstreik und zur Teilnahme an einer Kundgebung vor dem Finanzministerium in Magdeburg auf.

Während die Belastungen in den Schulen immer größer, neue Aufgaben ohne Anrechnungsstunden auf Pädagoginnen und Pädagogen übertragen würden und die Lücken der Unterrichtsversorgung zu Unterrichtsausfall, zur Zusammenlegung von Klassen oder zur Kürzung von Unterrichtsangeboten führten, wachse die Unzufriedenheit mit diesen Arbeitsbedingungen bei den Lehrkräften und Pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in hohem Maße. Im landesweiten Flickenteppich des Personals bestünden mittlerweile nur noch riesige Löcher, die es zu stopfen gelte, die aber nicht gestopft werden könnten, heißt es in einer Mitteilung der Gewerkschaft, die am Sonntag verbreitet wurde.

Gewerkschaft fordert mehr Geld

Die Lehrkräfte und Pädagogischen Mitarbeiterinnen und MItarbeiter bemühten sich nach Kräften, mit dieser Situation umzugehen. „Viele unserer Kolleginnen und Kollegen tragen diese Belastungen fort, ohne auf ihre Gesundheit zu achten. Wer mit diesen Belastungen jedoch nicht mehr klar kommt, flüchtet sich in Teilzeitarbeit, um die nächsten Jahre halbwegs zu überstehen", erklärte Volker Thiele.

Die Gewerkschaften fordern deshalb, die Tabellenentgelte bei einer Laufzeit von zwölf Monaten linear um 6 Prozent zu erhöhen, mindestens um 200 Euro und das Ergebnis zeit- und wirkungsgleich auf Beamtinnen und Beamte zu übertragen. Volker Thiele: „Diese Forderungen dienen für die einen als Ausgleich zu den steigenden Lebenshaltungskosten, für die anderen als Schmerzensgeld für die anspruchsvolle, schwierige pädagogische Arbeit unter nicht einfachen Bedingungen."

Unterrichstausfall angekündigt

"Wir gehen davon aus, dass es am Mittwoch aufgrund der hohen Streikbeteiligung zu großen Unterrichtausfällen an den Schulen kommen wird. Ebenfalls wird an diesem Tag vor dem Finanzministerium in Magdeburg um 11 Uhr eine große Streik-Kundgebung stattfinden, zu der wir viele Teilnehmer aus den Landkreisen des nördlichen Sachsen-Anhalt erwarten", erklärte Volker Thiele.

Neben dieser Forderung geht es der GEW noch um mehr. "Wir wollen eine echte Paralleltabelle. Das heißt für unsere angestellten Kolleginnen und Kollegen an Grundschulen, dass sie nicht in der E11 eingruppiert wären, sondern in der E12, parallel zu den verbeamteten Lehrkräften, die die Gruppe A12 haben. Und es geht uns um die Anerkennung aller Erfahrungszeiten bei der Eingruppierung und bei der Höhergruppierung. Es ist nicht hinnehmbar, dass diese Zeiten nicht anerkannt werden, dass hier die Lebensleistung geschmälert wird", heißt es von der GEW.

Die Gewerkschaften verhandlen seit dem 21. Januar 2019 mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) über eine Gehaltserhöhung für die Tarifbeschäftigten. Die dritte Verhandlungsrunde beginnt am 28. Februar in Potsdam.