Haldensleben (jr/fr) l  Das bundesweit agierende Bündnis „Fridays gegen Altersarmut“ hatte zur Mahnwache aufgerufen. Rechte Gruppen schlossen sich dem Aufruf an. Aktiv war das Bündnis zuvor vor allem im sozialen Netzwerk Facebook.

Organisatorin der Mahnwache in Haldensleben ist Bettina Engelmann. Die 62-Jährige Belsdorferin ist am Freitag in Begleitung ihres Mannes Winfried zum Marktplatz gekommen. Sie forderte mehr Gerechtigkeit in der Rentenfinanzierung und eine Erhöhung der Rentenbezüge. Akzeptabel sei für sie eine Grundrente von 1500 Euro, sagte Engelmann.

Nur ein weiterer Demonstrant

Nur eine weitere Person schloss sich dem Protest der Engelmanns auf dem Marktplatz an. Ihren Namen wollte die 70-Jährige Frau aus Haldensleben nicht sagen. Sie äußerte ihr Unverständis darüber, dass die Mahnwache von einigen „in die rechte Ecke“ gestellt worden sei. „Meine Eltern haben diese Stadt aufgebaut“, betonte sie. Es gehe aber auch um die Zukunft der Jüngeren, auch ihnen solle Altersarmut erspart bleiben. Deswegen sei sie gekommen.

Auch rechtsextreme Partei hatte aufgerufen

Auch Organisatorin Engelmann wehrte sich gegen eine Vereinnahmung ihres Anliegens von rechts. Die Mahnwache stehe allen offen, ob Rechten oder Linken. Es gehe darum, auf den „Rentennotstand“ aufmerksam zu machen. „Wir sind unpolitisch“, sagt Engelmann. Auf ihrer Facebook-Seite geht es allerdings viel um Politik. Dort teilt sie auch Inhalte der rechtspopulistischen Seite „Anonymous News“ und der AfD.

So fand auch in Staßfurt am Freitag eine Mahnwache statt. Hier versammelten sich auf dem Sperlingsberg knapp 40 Teilnehmer. Unter ihnen überwiegend 30- bis 50-Jährige.

Viele versicherten, keiner Partei anzugehören und auch nicht rechtsorientiert zu sein. Wie Mike Schmidt beispielsweise. Er habe 35 Jahre gearbeitet und jetzt seinen Rentenbescheid bekommen. „Mit der Aussicht auf knapp 800 Euro kann man nicht leben“, so der 52-Jährige, „Wozu soll man da noch arbeiten?“

Begeistert von der Teilnehmerzahl zeigte sich Kay Watermann, der für Staßfurt die Organisation übernommen hatte. „Wir kommen wieder!“

Bundesweit war am Freitag zu Mahnwachen in 200 Städten aufgerufen worden. Auch die rechtsextreme Partei „Die Rechte“ schloss sich dem Aufruf an.