Gottesdienst

Missionar lädt an Himmelfahrt zum Gottesdienst nach Emden

Es regnete nur wenig, und deshalb konnte der traditionelle Himmelfahrts.Gottesdienst im Wald bei Emden stattfinden.

Von Anett Roisch
Missionar Jens Schulz von der Evangeliumsgemeinschaft Mittlerer Osten zeigt beim Freiluftgottesdienst im Wald bei Emden einen Kalkstein, den er von der Insel Rügen mitgebracht hatte.
Missionar Jens Schulz von der Evangeliumsgemeinschaft Mittlerer Osten zeigt beim Freiluftgottesdienst im Wald bei Emden einen Kalkstein, den er von der Insel Rügen mitgebracht hatte. Foto: Anett Roisch

Emden - „Laut Wetterbericht sollte es in Strömen regnen, aber es sind doch nur ein paar Tröpfchen. Und selbst wenn es stärker regnet, wir sind ja nicht aus Zucker. Und Sie sind die Härtesten und sind da“, freute sich Pfarrer Hans Heidenreich aus Bülstringen und hieß zu Himmelfahrt Besucher zum  Gottesdienst auf dem Missionarsplatz im Wald bei Emden willkommen. Die Gäste brachten bestens ausgerüstet Campingstühle und Regenschirme mit. Coronabedingt hielten sie Abstand.

Mit dem Open-Air-Gottesdienst zu Himmelfahrt wird eine seit 1863 begründete Tradition fortgeführt. Für Clara Flach, der neuen Pfarrerin aus Thüringen, war der Freiluftgottesdienst im Emdener Wald eine Premiere.

Posaunenspiel unter alten Eichen

Unter den Kronen der alten Eichen spielte der Nordgermersleber Posaunenchor unter der Leitung von Stefan Heinzel passend das Stück „Nun danket Gott". „Der Himmel scheint sich zu öffnen. Ich kann es immer noch nicht ganz fassen, es regnet gerade überhaupt nicht“, gestand Pfarrer Heidenreich. Wie die Menschen in Ägypten auf Regen reagieren, schilderte Missionar Jens Schulz, Leiter der Evangeliumsgemeinschaft Mittlerer Osten. Er berichtete, wie einmal ein sanfter Landregen ein Chaos verursachte, Straßen überflutete und er deshalb sein Flugzeug verpasste.

Der Missionar verriet, dass er ein ungewöhnliches Hobby hat. Er sammelt Steine aus aller Herren Länder. Schulz holte einen Stein nach dem anderen aus seinem Stoffbeutel. Seine Sammelstücke stammen aus Amerika, aus Südtirol, aus Australien, aus Ägypten und einer aus Syrien. „2019 war ich in Syrien. Wir haben geschaut, ob wir da als Mission tätig werden können. Ich war erschüttert“, erzählte er und beschrieb das Leid der Menschen, die aus den zerstörten Städten flüchteten und nun auch in Deutschland auf Asyl hoffen. In seiner Predigt erzählte der Missionar die Geschichte vom Propheten Elia, der auch ein Flüchtling war, weil er von einem Herrscher politisch verfolgt wurde und um sein Leben fürchten musste.

Kantor Johannes Kirchberg präsentierte ein Lied in einer weltumfassenden Sprache und motivierte zum Mitsingen und in die Händeklatschen.