Flechtingen/Erxleben l Der umstrittene Ersatzneubau des Grundschulzentrums Süd und der Hort in Erxleben stehen immer wieder im Fokus des Verbandsgemeinderates Flechtingen. So war es auch bei der Sitzung des Verbandsgemeinderates am Dienstagabend.

Rückblick: Im Herbst 2019 fand der erste Spatenstich für die Schule statt. Verschiedene Elterninitiativen meldeten Protest an, kritisierten die geplanten Schließungen der Grundschulen in Beendorf und Bregenstedt und bemängelten den Informationsfluss. Befürchtet wurde, dass die neue Schule zu klein wird. Eltern von Bregenstedter und Beendorfer Grundschülern bekundeten immer wieder ihren Unmut und wandten sich zum Teil gegen den Schulneubau. Eine Erxleber Elterninitiative hingegen sprach sich für ein gemeinsames Lernen in der neuen modernen Schule aus. Es folgte eine vierwöchige Bauunterbrechung, die die Verbandsgemeinde laut Haushaltsplan 2020 mit Ausfallgeldern bis zu 100.000 Euro belastet. Aus diesem Grund bemühten sich die Ratsmitglieder um eine schnelle konstruktive Diskussion. Der Baustopp wurde aufgehoben.

Anke Osterburg-Piele, Mitarbeiterin des Bauamtes, berichtete: „Wir schreiten mit dem Bau fort. Wer in Erxleben an der Baustelle vorbeifährt, wird sehen, dass dort bereits die Decken gegossen wurden.“ Nach ihren Ausführungen wird nun das Obergeschoss gebaut. „Laut Aussage der Bauunternehmung werden jetzt mehrere Kolonnen die Zwischenwände setzen. Wir werden den Zeitplan nicht mehr halten können. Wir sind ein paar Wochen im Verzug“, sagte Anke Osterburg-Piele.

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Verzögerung durch Lieferschwierigkeiten

Verzögerungen seien aufgrund von Lieferschwierigkeiten beziehungsweise von der Bereitstellung von Materialien aufgetreten. „Aber die Beschulung zum Schuljahr 2021 ist nicht gefährdet“, erklärte die Bauamtsmitarbeiterin. Sie zeigte sich zuversichtlich, dass die Rohbauarbeiten im August diesen Jahres fertig werden. Der Verbandsgemeinderat hatte bei der letzten Sitzung mit knapper Mehrheit beschlossen, dass der Grundschulstandort in Erxleben einen Hort in eingeschossiger Massivbauweise erhalten soll.

Steffen Jacobs, Bewohner der Gemeinde, sagte, dass er sich in Sachen Grundschulneubau nicht zufriedenstellend informiert fühle. Es gehe – seiner Ansicht nach – nicht nur um das neue Schulgebäude, sondern auch um den Hortneubau und um die Sporthalle. Außerdem wollte er wissen, wie die Hortbetreuung für Beendorf und Bregenstedt geregelt wird. Ein weiteres wichtiges Thema sei die Nachnutzung der Schule in Bregenstedt.

„Es hat sich zum Informationsstand seit der letzten Sitzung nicht viel geändert“, sagte Verbandsgemeindebürgermeister Mathias Weiß (parteilos). Es habe eine Gesprächsrunde mit Vertretern der Gemeinde Erxleben gegeben. Zum Thema Hort wäre ein Termin beim Landkreis Börde, wo unter anderem Fragen zur Betriebserlaubnis geklärt werden sollen, geplant. „Wir sind verwaltungsintern jetzt dabei, die Ausschreibungen der Planungsleistungen für den Hortneubau vorzubereiten“, erklärte Weiß.

Etwa eine Million Liter Beton im Rohbau

„Wir fangen an den heißen Tagen schon um 6 Uhr an“, erklärte Maurer Steffen Schneider am Donnerstagmorgen auf der Baustelle in Erxleben. Maurer Steffen Berger setzt die ersten Steine für die Zwischenwände und betonte: „Das muss alles genau stimmen, sonst passen später die Fenster nicht“. Kranführer Ronald Klaus beschrieb: „Die Zwischenwände werden per Hand mit Kalksandsteinen gemauert und die Außenwände aus Beton gegossen.“

Vorarbeiter Marvin Wiesner erklärte, dass über eine Millionen Liter Frischbeton in den Rohbau gepumpt werden. Dazu kommen etwa 300 Tonnen Bewährungsstahl. „Sobald die Wände vom Obergeschoss fertig sind, wird die Decke auf den Rohbau gesetzt“, blickte Wiesner voraus.