Bebertal l Eigentlich sollte Baumaßnahme zur Sanierung der Teichanlage im Bebertaler Ortsteil Dönstedt am Freitag, 3. Mai 2019, abgenommen werden. Doch durch diese Rechnung machte der Bebertaler Ortschaftsrat mit Ortsbürgermeister Jens Ruhnke an der Spitze einen dicken Strich. Dass die Teichsanierung kurz vor der Fertigstellung stehen sollte, hatten sie drei Tage zuvor aus der Volksstimme erfahren – ihr persönliches Empfinden sagte etwas ganz anderes. Die Abnahme sollte ohne sie stattfinden.

Über Monate haben nicht nur die Ortschaftsräte, sondern auch andere Bebertaler Einwohner, darunter auch Mitglieder des Angelvereins, den Fortgang der Bauarbeiten beobachtet. Auf den Bauablauf angesprochen, können sie nur heftig mit dem Kopf schütteln. Mehrmals waren während der Bauzeit seit Dezember des vergangenen Jahres auch Bürger in den Ortschaftsratssitzungen präsent, um ihre Kritik über den Ablauf der Bauarbeiten anzubringen.

Kurzfristiges Treffen vor Ort

Jens Ruhnke platzt mittlerweile fast der Kragen, was auch bei einem kurzfristig anberaumten Vor-Ort-Termin deutlich wurde. „Das ganze Gelände erinnert zurzeit mehr an eine Mondlandschaft als an einen frisch sanierten Dorfteichbereich“, brachte er es auf den Punkt. Das kam nicht zuletzt auch bei Sebastian Mund vom Bauamt der Gemeinde sowie Axel Gehlhaar von einem Magdeburger Unternehmen, das die Sanierungsmaßnahme betreut, an. Beide waren mit vor Ort.

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Von der Vorstellung der Ortschaftsratsmitglieder, dass für eine Gesamtinvestition in Höhe von 170 000 Euro – davon 123 000 Euro Fördermittel – „in Dönstedt ein richtiges Kleinod entstehen und das Ansehen des Dorfes erheblich aufgewertet werden könnte“, ist momentan nichts mehr übrig. Viel mehr wird eine Geldverschwendung gesehen, „denn nichts oder nur ein ganz geringer Teil der angestrebten Arbeiten wurde in qualitativ ausreichender Art und Weise ausgeführt“. Gemeint sind dabei unter anderem die Entschlammung des Teiches, der Beschnitt des angrenzenden Uferbewuchses und die Sanierung und Verschönerung des Uferbereiches.

Außerdem verwies der Ortsbürgermeister auf einige Schäden, die im Umfeld des Teiches während der Baumaßnahme entstanden sind und durch die Verursacher nicht beseitigt wurden. Bäume sind angeschlagen, der Bolzplatz zerfahren, der Zaun eines privaten Anliegers beschädigt, Wege haben tiefe Spurrinnen und auch ein angrenzender Pri- vatteich wurde mit erheblichen Schlammmengen geflutet.

Suche nach neuen Lösungen

Das Bauamt der Gemeinde Hohe Börde muss sich von Jens Ruhnke erhebliche Kritik gefallen lassen, denn Hinweise wurden, wie er sagt, von dort über lange Zeit immer nur abgewiegelt. „Wenn Mitarbeiter des Bauamtes unserer Gemeinde die Arbeiten nun für abgeschlossen erklären und dafür tatsächlich die vollständige eingeplante Summe ausgezahlt werden soll, ist dies ein Schlag ins Gesicht für viele Bebertaler“, unterstrich der Ortsbürgermeister und forderte neben anderen den Einbehalt eines Großteils der Rechnungssumme, bis die Arbeiten erfolgreich, hochwertig und wie vereinbart ausgeführt worden sind.

Nach diesen klaren Worten am Teichufer war am Donnerstagnachmittag die für Freitag geplante Unterschrift zur Fertigstellung der Baumaßnahme seitens der Gemeinde zunächst vom Tisch. An neuen Lösungen, um ein zufriedenstellendes Ergebnis der Teichsanierung zu erzielen, wird nun gemeinsam gearbeitet.