Etingen l Die Brutmaschine ist ein Geburtstagsgeschenk für Familienvater Florian Barnieck von seinen Eltern, Christine und Lutz Barnieck. Die schulfreie Zeit vor Ostern eignete sich ideal, um das Naturwunder nahtlos zu verfolgen. Die zehnjährige Frieda und ihr sechsjähriger Bruder Klaas können den Moment des Schlüpfens kaum erwarten. Doch erst mal passierte 20 Tage lang gar nichts.

„Bereits einen Tag vor dem Schlüpfen kann man das Küken im Ei piepsen hören“, verrät Frieda. Am 21. Tag startet das große Schlüpfen. „Es bewegt sich was“, ruft Klaas aufgeregt und trommelt die ganze Familie zusammen. Wie gebannt schauen alle in das Fenster des Brutautomaten. Das Wunder vom Ei zum Küken scheint spannender als jeder Fernsehkrimi zu sein.

Das schnellste Küken von Etingen

„Wenn die Schale im Kopfbereich an mehreren Stellen aufgebrochen ist, stemmt das Küken die Beine nach unten und bricht so das Ei komplett auf“, beschreibt der Vater das Geschehen. Dann ist es da – das erste Küken. „Wir nennen es Speedy. So wie Speedy Gonzales die schnellste Maus von Mexiko ist, wird unser Speedy das schnellste Küken von Etingen“, feixen die Geschwister.

„Auf dem Schnabel besitzt jedes Küken einen Hornhöcker, den sogenannten Eizahn. Mit diesem kann das Küken die Eierschale von innen aufbrechen. Der Eizahn verschwindet kurz nach dem Schlüpfen“, weiß die Mutter Klaudia Barnieck, die wie ihr Mann auf dem Land groß geworden ist. Küken Wolfgang ist das Küken, das sich als letztes am Geburtstag von Opa Wolfgang Kapps aus der Eierschale ans Licht der Welt kämpft. Ein anderes Küken heißt Hedwig, weil sie so große Ähnlichkeit mit der weißen Eule Hedwig aus der Geschichte des Zaubers Harry Potter hat. Zwei Tage dauert das Schlüpfen.

Einen Erfolg haben die Barniecks etwa bei der Hälfte der Eier. „Bei der Kunstbrut ist das nicht so einfach. 13 Küken sind geschlüpft“, verkündet der Familienvater.

Nicht zu sehr drücken

Ganz vorsichtig setzen die Geschwister die Küken auf ihren Schoß. Liebevoll streicheln sie die Tierchen. „Man muss aufpassen, dass man nicht zu sehr drückt, das mögen die Küken nicht“, weiß Klaas.

Drei Wochen später sind die Küken schon richtig handlich. Im Freigehege genießen Speedy, Hedwig, Wolfgang & Co. den Sonnenschein. Katze Minka schleicht wie ein gefährlicher Tiger um den Käfig. Die Kinder passen auf, dass ihren gefiederten Schützlingen nichts passiert.

Langeweile wird bei den Barniecks nicht aufkommen. „Wir haben die Brutmaschine gleich noch mal angeworfen. Aber das Schlüpfen dauert noch zwei Wochen“, blickt Vater Barnieck voraus.