Haldensleben l Ein bisschen ist Christian Feißel und Sebastian Penke die Enttäuschung noch anzumerken, wenn sie über das vergangene Jahr sprechen, über den Gemeinschaftsgarten, den Streit mit Anwohnern, das Scheitern am Ende. „Es ist einfach traurig, dass einige wenige Anwohner so ein Projekt zerstören konnten“, sagt Feißel rückblickend. Am Ende lehnte der Stadtrat die Idee eines für alle Haldensleber offenen Gartens am Pfändegraben im vergangenen Sommer ab.

Allerdings hatte er der Gärtnertruppe von Khepera einen alternativen Standort vorgeschlagen: eine Streuobstwiese an der Stadtmauer in Nachbarschaft zur Ohrelandhalle. Die Gruppe hatte sich schon kurz darauf skeptisch zu dem Standort geäußert. Mittlerweile ist daraus Gewissheit geworden, dort wird es keinen Gemeinschaftsgarten geben. Bepflanzen will der Verein die Wiese aber dennoch.

Denn statt des Gemeinschaftsgartens will sich Khepera in diesem Jahr mit einer neuen Idee für Haldensleben engagieren. Der Verein will Bäume und Sträucher pflanzen, insgesamt 365 Stück. Eine symbolische Zahl, die für eine Pflanzung an jedem Tag im Jahr steht. Tatsächlich wird es allerdings Aktionstage geben, an denen die Gruppe mehrere Gewächse in die Erde bringt. Ob das Ziel mit 365 Pflanzungen erreicht wird, hängt außerdem von Spenden und Fördergeldern ab.

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In der vergangenen Woche stellte Feißel die Idee den Mitgliedern des Umweltausschusses vor. Grünen-Stadträtin Anja Reinke schlug daraufhin vor, dass die Stadt sich an den Pflanzungen beteiligen könne, um ein Zeichen zu setzen. Unterstützung signalisierte Bauamtsleiter Holger Waldmann in jedem Fall bei der Suche nach geeigneten Flächen.

Pflanzaktionstag am 28. März

Als Pflanzstandort ausgewiesen ist bereits die ursprünglich als Gartenstandort vorgeschlagene Streuobstwiese an der Stadtmauer. Dort wird der Verein sieben Obstbäume pflanzen. Das Wässern und die Pflege der Obstbäume soll die Stadt übernehmen.

Bepflanzen wollen Feißel und seine Mitstreiter die Streuobstwiese am 28. März, dem ersten Aktionstag des 365-Bäume-Plans. Für die Pflanzung möchte Khepera weitere Haldensleber Vereine zum Mitmachen bewegen. Penke, der Vorsitzende von Khepera, wünscht sich, dass die Pflanzaktionen die Vereine der Stadt zusammenbringen. „Wir werden damit an andere Vereine herantreten“, kündigt er an.

Die ersten sieben Bäume kosten laut Feißel insgesamt rund 450 Euro. Bezahlt würden sie aus Spendengeldern, die ursprünglich für den Gemeinschaftsgarten eingeplant gewesen seien, berichtet er. Gespendet habe das Geld die Firma Langer aus Haldensleben, ein Heizungs- und Sanitärunternehmen. Durch eine Spendenkamapagne soll noch mehr Geld für die weiteren Pflanzaktionen zusammenkommen.

Weiterhin Wunsch nach gemeinsamen Gärtnern

„Wir wollen trotzdem etwas für die Stadt und die Umgebung tun“, betont Feißel mit Verweis auf das Scheitern des Gemeinschaftsgartens am Pfändegraben. Zwar hätten einige Mitglieder des Gartenkollektivs die Idee noch nicht ganz abgeschrieben, entscheidend sei aber der Standort, sagt der Meister für Landschaftsgärtnerei. Die Streuobstwiese an der Stadtmauer sei für das Projekt nicht geeignet, der Garten wäre dort zu wenig sichtbar und schlechter an die Innenstadt angebunden.

Aktuell zählt der Verein Khepera laut Penke etwa 35 Mitglieder. Der Vorsitzende betont, man wolle nach wie vor gemeinschaftlich gärtnern. Nun sei aber erst einmal die Sache mit den Bäumen dran. „Wir wollen jetzt erst einmal etwas entstehen lassen“, sagt der 40-jährige Haldensleber.

Wer die Pflanzungen tatkräftig unterstützen oder Geld spenden möchte, kann sich per E-Mail bei Khepera melden (info@khepera-ev.de). Der Pflanzaktionstag am 28. März beginnt um 9 Uhr.