Etingen l Noch immer im Siegestaumel sind die delegierten Athleten, die im Wohnhaus für Menschen mit geistiger Behinderung auf dem Etinger „Mariannenhof“ der Evangelischen Stiftung Neinstedt (ESN)zuhause sind. „Unsere Staffel hat den ersten Platz gemacht. Wir waren die besten Sportler auf dem Weg zur Hölle“, jubelt Franzi Weiser.

Das Ziel von „Die Hölle von Q – Spezial“ ist die beispielhafte Teilhabe von Menschen mit Behinderung an einem Sport, der als Synonym für Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Lebensfreude gilt. Lange war fraglich, ob die Veranstaltung coronabedingt ausfallen muss. Doch dann konnte der Triathlon – natürlich unter angepassten Bedingungen – realisiert werden.

„Das Begegnungscamp musste bedauerlicherweise in diesem Jahr abgesagt werden, aber wir waren dabei und haben in einer Ferienwohnung übernachtet. In Quedlinburg heißt eine Straße Hölle. Es war das zweite Mal, dass es die ,Hölle – Spezial’ gab“, erklärt Heilerziehungspflegerin Kristin Klatt, die die Verantwortliche auf dem „Mariannenhof“ ist. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Madlen Chelvier begleitete Kristin Klatt die Athleten.

Bilder

Organisiert von Stiftung

Der Triathlon wurde von Mark Hörstermann, dem Veranstalter der „Hölle von Q“ und der Evangelischen Stiftung Neinstedt organisiert und durchgeführt. Daneben gab es noch eine Reihe von Sponsoren und Sportvereinen, die dieses Event durch ihre Unterstützung ermöglichten. Der Triathlon ist eine Veranstaltung im Rahmen der Special Olympics, der olympischen Organisation für Menschen mit einer geistigen Behinderung.

Mit dem Titel „Die flotten Bienen“ gingen Susann Schlüter, Sebastian Haack und Franzi Weiser als Staffel an den Start. Franzi Weiser konnte wegen einer Zahn-Op nicht in die Pedale treten. Sie reiste deshalb als Maskottchen mit und feuerte ihr Team an. Sebastian Haack übernahm das Radfahren und das Laufen.

Zuhause zeigt Franzi Weiser Videos und Bilder von den Wettkämpfen. „Susann ist ins Wasser gesprintet. Sie hat sich in die kalten Fluten geworfen und so die Konkurrenz bezwungen“, erzählt Franzi Weiser mit dem Blick auf das Video. Und dabei wollte die Schwimmerin erst gar nicht morgens um 9 Uhr ins neun Grad kalte Wasser des Ditfurter Sees springen. „Ich konnte doch meine Team-Leute nicht im Stich lassen“, sagt Susann Schlüter.

39 Medaillen im Regal

Claudia Stertz erklärt, dass sie eine echte Sportskanone sei und inzwischen schon 39 Medaillen und auch einige Pokale auf dem Regal in ihrem Zimmer zu stehen hat. „Die Strecken beim Fahrradfahren waren sehr schwierig. Es ging steil berghoch“, schildert sie.

Claudia Stertz und Patrick Hinz waren nämlich beide Einzelstarter und absolvierten alle drei Disziplinen. Claudia Stertz schaffte es auf den 6. und Patrick belegte den 15. Platz.

Sebastian Haack verrät, dass alle Sportler zuvor trainiert hatten. Er holte beim Radfahren und beim Laufen entscheidende Punkte. „Sebastian war tatsächlich der allererste Läufer, der im Ziel ankam. Die Menschen auf dem Marktplatz in Quedlinburg haben ihm zugejubelt“, berichtet Kristin Klatt. „Die flotten Bienen“ gestehen, dass sie es bei der Siegerehrung gar nicht fassen konnten, als höllische Champions vor dem Rathaus der Welterbestadt gefeiert zu werden. „Nächstes Jahr bin ich auch mit vollen Einsatz dabei“, sagt Franzi Weiser mit Bestimmtheit.